Danziger Bürgerhäuser / Gdańskie Kamienice Mieszczańskie

Die Ausstellung hat sich zur Aufgabe gemacht, die wechselvolle Entwicklung der Danziger Bürgerhäuser vom Mittelalter bis zum Ende des 19. Jahrhunderts aufzuzeigen.
Die aufwändige Restaurierung und Rekonstruktion der historischen Altstadt lässt den heutigen Besucher Gdańsks die verheerenden Folgen des Zweiten Weltkriegs für die alte Handels- und Hansestadt für einen Augenblick vergessen. Doch die neuerbauten Häuser mit ihren schönen Fassaden zeigen nur einen kleinen Moment der jahrhundertelangen Entwicklung dieser Gebäude. Die zahlreichen Umbauten und Erweiterungen der Innenräume sowie der Häuserfronten, verursacht durch die sich ändernden Funktionen der einzelnen Räume und den jeweiligen Zeitgeschmack, bleiben dem modernen Betrachter verborgen.
Mittels bisher weitgehend unbekannter Fotos und Bauzeichnungen werden die wichtigsten Entwicklungsstufen des Bürgerhauses in Danzig dargestellt und erläutert sowie anhand ausgewählter Einzelthemen, wie zum Beispiel der Beischläge und der so genannten „Danziger Diele“, vertieft.
Ein Großteil der gezeigten Materialien basiert auf der nicht veröffentlichten, im Herder-Institut aufbewahrten Dissertation des Architekten Otto Rollenhagen (1886-1951). Die zwischen 1910 und 1914 entstandene Arbeit über die Danziger Bürgerhäuser ist in einem deutsch-polnischen Kooperationsprojekt erschlossen und ausgewertet worden, denn trotz ihres Alters ist sie weiterhin aktuell und stellt eine wertvolle Quelle zur einstigen Architektur Danzigs dar. Im Juni 2008 konnte die Studie von Otto Rollenhagen mit allen Bildmaterialien in einer zweisprachigen Publikation präsentiert werden.

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