Herrenhäuser Lettlands im Blick der Denkmalpflege

Einst und Heute
Die ehemaligen Herrenhäuser stellen einen bedeutenden Anteil des kulturellen Erbes in Lettland dar. Trotz wachsenden gesellschaftlichen wie wissenschaftlichen Interesses vor Ort, ist dieses Bauerbe in seiner Existenz gefährdet.
Die in der Ausstellung gezeigte Gegenüberstellung historischer und aktueller Aufnahmen zu ausgewählten Bauwerken der Gutsarchitektur in Lettland thematisiert exemplarisch den Umgang mit dem reichen Kulturerbe dieser Region seit dem abrupten Untergang der deutschbaltischen Lebenswelt im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts. Folgende Herrenhäuser werden vorgestellt:
Neu-Autz / Jaunauce, Groß-Roop / Straupe, Behrs-Würzau / Bērvircava, Adsel / Gaujiena, Asuppen / Aizupe, Dickeln / Dikļi, Dubenalken / Dunalka, Burtneck / Burtnieki, Durben / Durbe, Lemburg / Mālpils, Edwahlen / Ēdole, Lesten / Lestene, Kautzemünde / Kaucminde und Kukschen / Kukšas
In aktuellen digitalen Aufnahmen dokumentiert der frühere lettische Denkmalpfleger Vitolds Mašnovskis den heutigen Bestand, Zustand und Funktionswandel der in ihrer Anzahl stark dezimierten Gutshöfe und -häuser, und, soweit möglich, die dazugehörigen Wirtschaftsgebäude. In vielen Fällen können historische Bildquellen aus der im Herder-Institut befindlichen Sammlung von Baron Friedrich von Wolff-Lettien (1883–1943) zum Vergleich herangezogen werden. Die historische Fotodokumentation von Herrenhäusern geht auf die Initiative der Gesellschaft für Geschichte und Altertumskunde Riga und den Architekten Heinz Pirang (1876-1936; „Das baltische Herrenhaus“, 1926-1930) zurück.
Mit Ihrer Tätigkeit ordnen sich beide Dokumentare in die Reihe von kultur- und heimatverbundenen Amateurfotografen ein, die aus Eigenantrieb seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert das Land, seine Menschen, Natur und Denkmäler aller Art in Fotografien festhielten. Wie schon 1911 die „Vereinigung der Heimatkunde in Livland“ beim Aufbau einer fotografischen Sammlung auf eine rege Beteiligung durch sie zählte, rief die Gesellschaft bei diesem Vorhaben „einen jeden, der seine Heimat liebt“ durch Zusendung von entsprechenden Aufnahmen ebenfalls zur aktiven Mitwirkung auf. In der Sammlung Wolff finden sich somit auch Fotografien anderer Autoren.

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