Dialoge des baltischen Adels in der Frühen Neuzeit
Adel und Dialog
Der literaturgeschichtliche Hintergrund
Das Baltikum ist eine Region im Nordosten Europas und setzt sich aus den drei Staaten Estland, Lettland und Litauen zusammen. Das Baltikum wird von knapp 6 Millionen Menschen bewohnt.
Adels-Dialoge der Aufklärung
Livland (lett. Livonija, estn. Liivimaa) ist eine historische Landschaft im Baltikum. Sie umfasst den südlichen Teil des heutigen Estlands und den nördlich des Flusses Düne gelegenen Teil des heutigen Lettlands. Benannt wurde die Landschaft nach der heute nur noch sehr kleine Bevölkerungsgruppe der Liven (auch: Livonen/Livonier).
Historisch kann sich der Name Livland auf weitere, unterschiedliche Zusammenhänge beziehen. Prägend für das heutige Verständnis der historischen Region ist vor allem das gleichnamige Gouvernement, das eines der drei Ostseegouvernements des Russländischen Reiches war. Es bestand seit Beginn des 18. Jahrhunderts und insgesamt bis 1918. Hauptstadt war das an der Dünamündung gelegene Riga.
Zuvor war Livland namensgebend für weitere Staaten und Staatenverbünde, allen voran für die Livländische Konföderation, die seit dem Hochmittelalter bestand. Zur Konföderation gehörten der livländische Teil des Deutschordensstaates sowie regionale geistliche Staaten. Die Konföderation umfasste dabei auch große weitere Teile der heutigen Staaten Lettland und Estland. Nach Auflösung der Konföderation wie auch des Deutschordensstaates im 16. Jahrhundert wechselte die Oberhoheit mehrfach. Ohne die südlichen und nördlichen Gebiete kam Livland zunächst unter polnisch-litauische Herrschaft, später auch unter schwedische Oberhoheit, bevor es im Zuge des Großen Nordischen Krieges (1700-1721) unter russische Herrschaft kam. Prägend für die soziale Binnenorganisation des ländlichen Raumes war bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor allem die zentrale Rolle des landbesitzenden deutschsprachigen Adels.
Merk‘ Er sich, mein Freund! daß Domestiken in Gesellschaften von Standespersonen nicht mitreden. Geh‘ Er auf sein Zimmer. Wer hat Ihn gefragt?4
Frühneuzeitliches Schrifttum im Überblick
Eine Leichenpredigt
Tschechien ist ein von ungefähr 10,5 Millionen Menschen bewohnter Staat in Mitteleuropa. Hauptstadt und größte Stadt des Landes ist Prag. In Tschechien liegen die historischen Landschaften Böhmen, Mähren und Teile Schlesiens. 1918 wurde der Staat Tschechoslowakei gegründet, die Tschechische Republik jedoch erst 1993. Das Land ist seit dem 01.05.2004 EU-Mitglied.
Pärnu (Bevölkerungszahl 2025: 40.934) ist eine estnische Kreisstadt im Osten des Landes. Die Hafenstadt wurde 1241 durch den Livländischen Orden gegründet. Sie war Mitglied der Hanse. 1560-1617 gehörte Pärnu mit kurzen Unterbrechungen unter schwedischer und russischer Besatzung zu Polen. Die rechtliche Anerkennung der schwedischen Annexion erfolgte erst 1660. 1721 wurde Pärnu von Russland erobert. In der Stadt wurde am 23. Februar 1918 die Unabhängigkeitserklärung der Republik Estland ausgerufen, die nach der Zeit der sowjetischen (1939-41/1944-1991) und deutschen (1941-1944) Besatzung wieder die Eigenstaatlichkeit erlangte. Pärnu ist seit dem 19. Jahrhundert ein bedeutender Ostseekurort.
Insonderheit war der Herr Graff eines friedfertigen/ frölichen vnd freundlichen Gemüthes/ lebete mit jederman Hohes so wol/ alß Niedriges Standes in Lieb vnd Einigkeit; Schertzete nach gelegenheit höfflich/ discurrirte gern/ vnd hielt Sprache auch mit dem allergeringsten Bürger/ Diener/ vnd Bawren.7
Eine Verteidigungsschrift
Pommern ist eine Region im Nordosten Deutschlands (Vorpommern) und im Nordwesten Polens (Hinterpommern/Pomorze Tylne). Der Name leitet sich vom westslawischen 'am Meer' - 'po more/morze' ab. Nach dem Dreißigjährigen Krieg (Westfälischer Friede 1648) wurde Vorpommern zunächst schwedisch, Hinterpommern fiel an Brandenburg, das 1720 weitere Teile Vorpommerns erwerben konnte. Erst ab 1815 gehörte die gesamte Region als Provinz Pommern zum Königreich Preußen. Die Provinz hatte bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs Bestand, ihre Hauptstadt war Stettin (heute poln. Szczecin).
[...] so wird auch keiner, wer der auch sey, mit Bestand der Wahrheit mir können nachreden, daß ich nach Art der Hoffärtigen die, so geringeres Standes seyn, jemahlen verachtet, oder denjenigen, so gleiches Standes seyn, mich fürgezogen, [...].8
[...] schließe ich endlich, daß es eine falsche und nichtige Beschuldigung sey, nurten von hoffärtigen und mißgünstigen Leuthen und Verläumdern aus boßhaftigen Hertzen erdichtet, als hätte mich nichts, denn lauter Ehrgeitz und Hoffahrt zu dieser Defension-Schrifft angefrischet, daß ich mich aber meinem Ehren-Grad und Stande gemäß, ja wohl ein gut Theil geringer halte, und gleich wie ich einem jedweden seinen gebührlichen Respect gerne gönne und gebe, auch zu geben gantz geneigt, dergleichen auch von ihnen wiederum gewärtig sey, daran versündige ich mich keinesweges, weder an Gott noch Menschen.9



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