Wie viele Menschen nutzen eigentlich Copernico? Und wozu? Wo und wie werden die Portalinhalte wahrgenommen, wie unser Social Media-Content? Welche Rolle spielen die englischen Seiteninhalte und internationale Besucher:innen? All das versuchen wir im Hintergrund zu beobachten – soweit das technisch und datenschutzkonform möglich ist.
Als Themen- und Transferportal ist es für die Copernico-Redaktion wichtig, nicht nur die technische Performance, sondern auch die Nutzung des Portals im Blick zu behalten. Auch als nicht-kommerzielles Angebot wollen wir wissen, ob unsere Inhalte ein breiteres Publikum erreichen, und welche Inhalte und Portalfunktionen besonders gefragt und leicht auffindbar sind, auch international. Ebenso relevant ist, ob unsere Social Media-Inhalte wahrgenommen werden, auf welchen Wegen unsere Nutzer:innen ins Portal finden. Von wie vielen Besucher:innen können wir überhaupt ausgehen? Zur Beantwortung dieser Fragen werden verschiedene Methoden der technischen Nachverfolgung genutzt – die allerdings meist nur noch ungefähre Rückschlüsse erlauben. 

User Experience und Usability

Die Welt des Webdesigns und die Entwicklung von Onlineangeboten haben sich in den vergangenen fünfzehn Jahren extrem professionalisiert. Längst gibt es eigene Berufsfelder und Expertisen, die sich dezidiert mit der Untersuchung des Nutzungserlebnisses auf Webseiten (User Experience, UX) und der Entwicklung und fortlaufenden Optimierung niedrigschwelliger und intuitiver Angebote (Usability) beschäftigen. Uns haben diese Aspekte schon lange vor dem Launch intensiv beschäftigt: Im ersten Jahr des Portalaufbaus wurden wir durch einen UX-Experten begleitet, der beispielsweise die Funktionsfähigkeit und Eignung möglicher Navigationsentwürfe in enger Zusammenarbeit mit unserer Webagentur Outermedia geprüft hat. Zusammen mit unseren Partnern wurden Themenschwerpunkte und inhaltliche Bedarfe erörtert. Selbst die unterschiedlichen Namensvorschläge zum Portal wurden mithilfe von Straßenumfragen getestet.

Die (Un-)Möglichkeiten der Messung

Wie viele andere Webseiten nutzen wir vor allem zwei Wege des Trackings: So erfasst eine eigene Instanz der weit verbreiteten Analyse-Software „Matomo“ browserbasiert das Nutzungsverhalten – sofern der Webbrowser des jeweiligen Endgerätes das zulässt und eine Einwilligung für die jeweiligen Cookies erteilt wurde. In der Realität trifft dies nur noch auf einen Bruchteil der Seitenbesuche zu, die mindestens um das 15- bis 20-fache hochgerechnet werden müssen, um auf realistische Zahlen zu kommen. Die wenigen sicher erfassten Daten lassen daher keine absoluten Werte, einigermaßen gut jedoch Nutzungs- und Verhaltensschwerpunkte auslesen. Da alle unsere Trackingverfahren anonymisiert erfolgen und wir keine IP-Adressen erfassen bzw. speichern, können wir keine tieferen Rückschlüsse auf unsere Nutzer:innen oder beispielsweise auf wiederholte Seitenaufrufe ziehen.
Zugleich arbeiten wir mit der Log- und Analysesoftware „GoAccess“, die im Gegensatz zum browserbasierten Tracking die Serverstatistik bzw. die dortigen Logfiles auswertet. Bei Webseiten handelt es sich schließlich am Ende stets nur um Dateien, die auf Servern abgelegt, von Endgeräten abgerufen und in Webbrowsern grafisch dargestellt werden. Die Zugriffe auf diese Dateien lassen sich eigentlich zuverlässig zählen. Das Problem: Es ist praktisch kaum noch möglich, menschliche und maschinelle Zugriffe zu unterscheiden und großflächige automatisierte Abfragen (und übrigens auch die für das Internet üblichen Angriffe) von natürlichen Nutzer:innen zu trennen. Auch hier ermitteln wir nur noch Annäherungswerte, ohne genauere Rückschlüsse auf tatsächliche menschliche Nutzer:innen ziehen zu können.
Einfacher ist es im Fall der von uns genutzten Social Media-Plattformen. Anbieter wie Meta (Facebook, Instagram) oder Google (YouTube) ermöglichen einigermaßen gute Einblicke in die Wahrnehmung der von uns veröffentlichten Social-Media-Inhalte. Zudem haben wir in der Vergangenheit mehrere Male digitale Werbeanzeigen – etwa auf den Webseiten von Fachkongressen – geschaltet, deren Aufrufe wir mit unseren Messungen abgleichen können. In der Summe erhalten wir so ein Bild, das zwar nicht in jedem Detail präzise, insgesamt jedoch verlässlich ist.

Wie entwickelt sich Copernico? Zahlen und Fakten

Was läuft besonders gut? Wie hat sich die Seitennutzung entwickelt? In der Analyse von Userstatistiken zu Webseiten gibt es stets einige zentrale Kennziffern und Parameter, die üblicherweise hinzugezogen werden, um Aussagen zur Nutzung, zum Userverhalten und damit auch zu möglichen Optimierungsbedarfen treffen zu können. Besonders intensiv betrieben wird diese Form der Auswertung wenig überraschend bei kommerziellen Webseiten. Allerdings ist sie auch im Fall von Portalen wie unserem wichtig, um einschätzen zu können, ob und wie Inhalte überhaupt gefunden und genutzt werden. Die Entwicklung und der thematische Zuschnitt von Copernico führen dabei zu einigen Besonderheiten.
  • Seitenbesuche und Verweise auf das Portal: Mittlerweile können wir von rund 60.000 monatlichen Besucher:innen ausgehen. Und: Copernico hat sich zu einem etablierten und überregional bekannten Portal entwickelt, das von Suchmaschinen und anderen Portalen als verlässliche Informationsquelle anerkannt ist. Schon seit mehreren Jahren werden unsere Inhalte auch im sog. Google Knowledge-Graphen dargestellt – über den unter anderem die Infoboxen der Suchergebnisseiten befüllt werden. Ein erheblicher Teil der Besucher:innen gelangt mittlerweile auch über Verweise in KI-basierten Chat- und Assistenzprogrammen wie ChatGPT zu uns. Sieht man von Suchmaschinen wie Google ab, kamen 2025 von allen externen Webseiten, die auf Copernico verweisen, die mit Abstand meisten externen Besucher:innen über ChatGPT zu uns. Dass Copernico als vertrauenswürdiges Angebot eingeschätzt wird und eine Referenz für Suchmaschinen und KI-Systeme ist, freut uns natürlich – und ist uns ehrlicherweise auch wichtiger, als reine, zahlenbasierte Statistiken.
  • Durchschnittliche Verweildauer: Über alle Besuche hinweg besitzt Copernico eine hohe Verweildauer, durchschnittlich 2:01 Minuten  halten sich Besucher:innen auf Copernico auf. Das ist für ein Onlineportal wie unseres hoch und deutet darauf, dass Copernico Nutzer:innen erreicht, die sich für die Portalthemen interessieren – und sie für längere Zeit auf der Seite halten kann.

Beliebte Artikel und Seiteninhalte

Spannend nachzuvollziehen ist für uns auch die Beliebtheit einzelner Rubriken, Themenbereiche und nicht zuletzt von Einzelbeiträgen und -inhalten. Besonders interessant und für die redaktionelle Arbeit relevant ist der Umstand, dass sich das Ranking der beliebtesten und meistgelesenen Beiträge je nach Sprache und räumlicher Zuordnung stark verändert. Im Fall der deutschsprachigen Seitenversion von Copernico sind jene Beiträge besonders stark in der Nutzung, in denen im deutschsprachigen Raum besonders bekannte Persönlichkeiten thematisiert werden oder direkt zu Wort kommen. Dies betrifft insbesondere den Schwerpunkt zu Schloss Steinort und zur Familie von Lehndorff, in dem u. a. Heinrich Graf von Lehndorff-Steinort, Angehöriger des Widerstands gegen den Nationalsozialismus, ebenso die Schauspielerin, Malerin und Fotomodell Veruschka (*1939), die Schauspielerin Hanna Schygulla (*1943) sowie die Theologin und Politikerin Antje Vollmer (1943–2023) eine prominente Rolle spielen.
Die 10 beliebtesten deutschsprachigen Themenbeiträge
  • Ulla Lachauer, Agata Kern: Die vier Lehndorff-Töchter. Verlorene Kindheit und neue Welten (zum Text)
  • Hans-Jürgen Bömelburg: Die Familie Lehndorff und der ostpreußische Adel (zum Text)
  • Ulla Lachauer, Agata Kern: Antje Vollmer. „Doppelleben“ - auf den Spuren von Heinrich und Gottliebe von Lehndorff (zum Text)
  • Heinrich Lohmann: Staesz-Pfefferkuchengewürz! (zum Text)
  • Daniel Benedikt Stienen: Die Marienburg, die Ordensritter und der „deutsche Osten“ im 19. und 20. Jahrhundert. Wandel in Zeit und Raum (zum Text)
  • Grigori Chlesberg: Ortsnamen im Wandel. Geographische Wissensordnungen in der Geschichte deutsch-polnischer Grenzregionen (zum Text)
  • Ulla Lachauer, Agata Kern: Das Lehndorffsche Jagdhaus. Und die deutsch-polnische Freundschaft (zum Text)
  • Ulla Lachauer, Agata Kern: Hanna Schygulla. Meine Freundin Gottliebe Lehndorff (zum Text)
  • Jannis Panagiotidis: Russlanddeutsche Geschichte als Migrationsgeschichte (zum Text)
  • László Dávid Törő: Westungarn und das Burgenland (1921-1945). Eine Debatte in der österreichischen und ungarischen Geschichtsschreibung (zum Text)
Die 10 beliebtesten englischsprachigen Themenbeiträge
 
Im Fall der Liste der beliebtesten englischsprachigen Inhalte finden sich einige dieser Beiträge zwar wieder. Nun sind jedoch auch Artikel zur jüdischen Geschichte, zu spezifischen Minderheiten und Gruppen sowie zu weiteren Themen stärker vertreten.  
  • Anke Hilbrenner: Jewish History in Eastern Europe: The 19th Century (zum Text)
  • Jan Musekamp: The History of the German-speaking Volhynians as Part of a Global Migration History (zum Text)
  • Ulla Lauchauer, Agata Kern: The Four Lehndorff Daughters. A lost childhood and new worlds (zum Text)
  • Antonia Schlotter: “Wherever the Russian Settles in Asia, the Country Immediately becomes Russian.” (Dostoevsky). The “civilizing mission” of the Russian Empire in Central Asia in the 19th century (zum Text)
  • Tatsiana Astrouskaya: Post-War Jewish Migration from the USSR and the refuseniki movement (zum Text)
  • Daniel Benedikt Stienen: Malbork Castle, the Knights of the Teutonic Order and the “German East” in the 19th and 20th Centuries. Changes through time and space (zum Text)
  • Jannis Panagiotidis: Russian-German history as migration history (zum Text)
  • Kristina Jõekalda: The Baltic Region as the Prototype for All of Colonial History? (Art) Historiography and Daily Politics (zum Text)
  • Rüdiger Ritter: Jazz in the Eastern Bloc. A Playing Field for Nonconformists and Propaganda Strategists (zum Text)
  • Alexander Kleinschrodt: Instruments and methods. An image gallery on Copernican astronomy (zum Text)

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