Kaliningrad ist eine Großstadt im heutigen Russland mit fast 500.000 Einwohner:innen. Sie liegt in der Oblast Kaliningrad, einer russischen Exklave zwischen Litauen und Polen, die ungefähr dem nördlichen Teil der preußischen Provinz Ostpreußen vor 1945 entspricht (heute litauische Gebiete ausgenommen). Vor 1945 war Königsberg nicht nur Hauptstadt der Provinz und die nordöstlichste Großstadt Preußens, sondern ab 1724 auch Königliche Haupt- und Residenzstadt in Preußen.
Die Provinz Westpreußen war eine preußische Verwaltungseinheit in den Jahren 1773-1829 und 1878-1919. Sie entstand nach der Ersten Teilung Polens (1772) vor allem auf dem Gebiet des Königlich-Preußischen Anteils (Polnisch-Preußen), wobei einige Territorien erst nach einer weiteren Annexion infolge der Zweiten Teilung Polens (1793) einverleibt wurden. 1824 wurde Westpreußen in die Provinz Preußen eingegliedert, 1878 jedoch wieder ausgegliedert. Ab 1793 war Danzig die Provinzhauptstadt. Während in den Städten die deutschsprachige Bevölkerung dominierte, überwogen auf dem Land polnisch- und kaschubischsprachige Gruppen. 1919 verblieb nur ein kleines östliches Gebiet beim Deutschen Reich, das in die Provinz Ostpreußen eingegliedert wurde; der überwiegende Teil wurde dem wiederhergestellten polnischen Staat angeschlossen. Heute gehören die Gebiete der ehemaligen preußischen Provinz zur polnischen Woiwodschaft Pommern.
Das heutige Działdowo ist eine Kreisstadt (Bevölkerung 2022: 20.367) in der Woiwodschaft Ermland-Masuren im Nordosten Polens. Soldau entstand im Zuge der Kolonisierung der Landschaft Sassen, wo der Deutschen Orden im 14. Jahrhundert nahe der Grenze zu Masowien eine Burg errichtete. 1344 erhielt der in der Nähe gelegene Ort Soldav Stadtrechte. 1466 fand sich die Stadt im polnischen Lehnsgebiet wieder. 1525 wurde sie zur Kreisstadt. In Preußen verlor sie die Kreisfunktion, die sie erst nach der erneuten Eingliederung in den polnischen Staat 1920 wiedererlangte. Während der deutschen Besatzung 1939-1945 wurde hier das Konzentrationslager Soldau errichtet.
Heute ist die Stadt ein wichtiger Verkehrsknoten und ein regionaler Kulturstandort.
Die in der polnischen Woiwodschaft Kujawien-Pommern rund 100 km südlich von Gdańsk (Danzig) gelegene Stadt Grudziądz, deutsch Graudenz, zählt heute etwa 96.000 Einwohner. Die Geschichte der an der Weichsel gelegenen Stadt reicht bis ins 10. Jahrhundert n. Chr. zurück. 1231 errichtete der Deutsche Orden hier eine Burg mit Komturei, 1291 erhielt der Ort Stadtrecht. Als Teil des Kulmer Landes wurde Graudenz 1466 der polnischen Krone unterstellt, im Zuge der ersten Teilung Polen-Litauens 1772 wurde die Stadt Teil des Königreichs Preußen. Seit dem Ersten Weltkrieg gehört die Stadt zu Polen, lediglich unterbrochen durch die deutsche Besatzung zwischen 1939 und 1945.
Toruń (Bevölkerungszahl 2024: 193.717) ist eine polnische Groß- und Universitätsstadt und der Parlamentssitz der Woiwodschaft Kujawien-Pommern. Die Stadt liegt in der historischen Landschaft Kulmerland. Gegründet im Hochmittelalter unter dem Deutschen Orden trat Toruń im 14. Jahrhundert der Hanse bei. Im 15. Jahrhundert fiel die Stadt wie das weitere Kulmerland, Pommerellen und das Ermland an das Königreich Polen. Im Zuge der ersten Teilung Polen-Litauens 1772 kam Toruń zu Brandenburg-Preußen und war bis ins 20. Jahrhundert Teil der preußischen Provinz Westpreußen. Nikolaus Kopernikus (1473-1543) wurde hier geboren.
Samogitien ist eine historische Region im heutigen Westen Litauens. Ursprünglich von baltischen Stämmen besiedelt wurde die Region bereits ab dem 13. Jahrhundert und zum Schauplatz Angriffen des Schwertbrüderordens und dann der Auseinandersetzungen zwischen dem Deutschen Orden und dem Großfürstentum Litauen. Nach den militärischen Niederlagen des Deutschen Ordens zu Beginn des 15. Jahrhunderts trat dieser die Region an das Großfürstentum Litauen ab. Es verblieb als solcher bis zu den Teilungen Polen-Litauens im ausgehenden 18. Jahrhundert. Anschließend wurde sie zunächst zwischen Russland und Preußen geteilt, ab 1815 gehörte Samogitien vollständig zu Russland.
Ostpreußen war die nordöstlichste Provinz Preußens und zeitweise überhaupt eine der größten Provinzen des preußischen Staates. Die Provinz geht auf das 1701 zum Königreich erhobene Herzogtum Preußen zurück, das 1525 aus dem Deutschordensstaat hervorgegangen, zunächst noch polnisches Lehen und erst 1618 unter brandenburgische Hoheit gekommen war. Den Namen Ostpreußen erhielt das Territorium formell erst in den 1770er Jahren, infolge der Angliederung zuvor polnischer Gebiete als „Westpreußen“ im Rahmen der ersten Teilung Polen-Litauens 1772. 1824 wurden beide Provinzen sogar zu einer Provinz Preußen zusammengelegt, 1878 jedoch wieder getrennt. Hauptstadt von Herzogtum und Provinz war bis zuletzt Königsberg.
Das heutige Stadt Allenstein/Olsztyn (Bevölkerungszahl 2022: 168.212) wurde 1353 als „Allensteyn“ an der Allna gegründet. Allenstein ist die größte Stadt Ermlands und der Sitz der Woiwodschaft Ermland-Masuren. Die Stadt ist Mitglied der Europäische Route der Backsteingotik, insbesondere aufgrund seines Altstadtrings und der Burg Allenstein.
Das Bild zeigt eine Stadtansicht von Olsztyn /Allenstein auf einer Postkarte von vor 1945.









