Das Sorbische Institut ist eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung mit Fokus auf Sprache, Geschichte und Kultur der Lausitzer Sorben/Wenden sowie auf vergleichende Minderheitenforschung. Es verbindet Forschung, Dokumentation und Vermittlung.
Das Sorbische Institut / Serbski institut (SI) mit Sitz in Bautzen und zwei Standorten in Cottbus erforscht die Sprache, Geschichte und Kultur der Sorben/Wenden in der Ober- und der Niederlausitz in Vergangenheit und Gegenwart. Es sammelt und archiviert die dafür notwendigen Materialien, bereitet sie für die Forschung auf und macht sie zugleich der Öffentlichkeit zugänglich. Darüber hinaus richten sich die interdisziplinären Forschungen des SI auf die aktuelle Situation, die Spezifik und den Vergleich kleiner Sprachen und Kulturen in Europa. Die Mitarbeiter:innen wirken mit ihrer Tätigkeit auf die Praxis der Bewahrung und Entfaltung von sorbischer Sprache und Kultur gezielt ein.
Die disziplinär breit gefächerte Forschungstätigkeit des SI ist in zwei standortübergreifenden Abteilungen „Kulturwissenschaften“ und „Sprachwissenschaft“ sowie der seit 2022 bestehenden, durch Drittmittel finanzierten Abteilung „Regionalentwicklung und Minderheitenschutz“ organisiert. Jede Abteilung erschließt ihr spezifisches Aufgabenfeld in interdisziplinärer Perspektive und vielfältiger Kooperation. Das SI arbeitet mit wissenschaftlichen Einrichtungen im In- und Ausland zusammen. Die Wissenschaftler:innen übernehmen Lehraufträge an Universitäten und Hochschulen, vor allem in Sachsen und Brandenburg.
Zum Institut gehören die Sorbische Zentralbibliothek und das Sorbische Kulturarchiv mit Forschungs- und Serviceaufgaben. Die Bibliothek sammelt – vergleichbar einer Nationalbibliothek – sämtliche sorbischsprachigen und sorbenkundlichen Veröffentlichungen, das Archiv bewahrt und erschließt wesentliche Dokumente sorbischer Kulturentwicklung aus fast 500 Jahren. Mit gegenwärtig (2025) etwa 110.000 Medieneinheiten, rund 685 laufenden Metern Aktenbestand, rund 80.000 Bilddokumenten sowie über 2.200 audiovisuellen Medien bilden sie die größten Spezialsammlungen für sorbisches und sorabistisches Bibliotheks- und Archivgut. Beide Sammlungen sind öffentlich zugänglich. Zusätzlich befindet sich seit 2024 am SI ein Digitalisierungszentrum im Aufbau.
Das SI gibt mehrere Publikationsreihen heraus. Sie erscheinen sowohl im Druck als auch online (inzwischen durchweg im Open Access):
Die disziplinär breit gefächerte Forschungstätigkeit des SI ist in zwei standortübergreifenden Abteilungen „Kulturwissenschaften“ und „Sprachwissenschaft“ sowie der seit 2022 bestehenden, durch Drittmittel finanzierten Abteilung „Regionalentwicklung und Minderheitenschutz“ organisiert. Jede Abteilung erschließt ihr spezifisches Aufgabenfeld in interdisziplinärer Perspektive und vielfältiger Kooperation. Das SI arbeitet mit wissenschaftlichen Einrichtungen im In- und Ausland zusammen. Die Wissenschaftler:innen übernehmen Lehraufträge an Universitäten und Hochschulen, vor allem in Sachsen und Brandenburg.
Zum Institut gehören die Sorbische Zentralbibliothek und das Sorbische Kulturarchiv mit Forschungs- und Serviceaufgaben. Die Bibliothek sammelt – vergleichbar einer Nationalbibliothek – sämtliche sorbischsprachigen und sorbenkundlichen Veröffentlichungen, das Archiv bewahrt und erschließt wesentliche Dokumente sorbischer Kulturentwicklung aus fast 500 Jahren. Mit gegenwärtig (2025) etwa 110.000 Medieneinheiten, rund 685 laufenden Metern Aktenbestand, rund 80.000 Bilddokumenten sowie über 2.200 audiovisuellen Medien bilden sie die größten Spezialsammlungen für sorbisches und sorabistisches Bibliotheks- und Archivgut. Beide Sammlungen sind öffentlich zugänglich. Zusätzlich befindet sich seit 2024 am SI ein Digitalisierungszentrum im Aufbau.
Das SI gibt mehrere Publikationsreihen heraus. Sie erscheinen sowohl im Druck als auch online (inzwischen durchweg im Open Access):
- Schriften des Sorbischen Insituts / Spisy Serbskeho instituta
- Kleine Reihe des Sorbischen Instituts / Mały rjad Serbskeho instituta
- Lětopis. Zeitschrift für Sorabistik und vergleichende Minderheitenforschung
- Sorabistische Arbeitspapiere / Sorabistiske źěłowe papjery
Daneben betreibt das SI mehrere Onlineportale:
- sorabicon.de als historisch-kulturwissenschaftliches Informationsangebot
- niedersorbisch.de für Ressourcen rund um die niedersorbische Sprache
- obersorbisch.de für Ressourcen rund um die obersorbische Sprache
- lausitz.hypotheses.org als Wissenschaftsblog
Das SI richtet regelmäßig wissenschaftliche Konferenzen und Vortragsveranstaltungen aus. Alle zwei Jahre ist es Gastgeber eines internationalen Sommerkurses für sorbische Sprache und Kultur.
Mit der Ausrichtung auf eine breite sorabistisch-kulturwissenschaftliche Forschung und die dadurch erzielte praktische Wirkung zugunsten sorbischer Sprache und Kultur erweist sich die Konzeption des SI, das fest in die deutsche Wissenschaftslandschaft eingebettet ist, als bundesweit singulär. Das Institut trägt nicht nur zur Forschung in Theorie und Methode bei, sondern es bestärkt die ehrenamtlichen Kräfte in den sorbischen Vereinen ebenso wie die in Politik, Bildungswesen, Kulturinstitutionen und Medien tätigen Menschen bei ihren Bemühungen um den Erhalt und die Entwicklung der sorbischen Sprache und Kultur in der Lausitz.
Mit der Ausrichtung auf eine breite sorabistisch-kulturwissenschaftliche Forschung und die dadurch erzielte praktische Wirkung zugunsten sorbischer Sprache und Kultur erweist sich die Konzeption des SI, das fest in die deutsche Wissenschaftslandschaft eingebettet ist, als bundesweit singulär. Das Institut trägt nicht nur zur Forschung in Theorie und Methode bei, sondern es bestärkt die ehrenamtlichen Kräfte in den sorbischen Vereinen ebenso wie die in Politik, Bildungswesen, Kulturinstitutionen und Medien tätigen Menschen bei ihren Bemühungen um den Erhalt und die Entwicklung der sorbischen Sprache und Kultur in der Lausitz.
Geschichte
Seinen Ursprung hat das SI in dem 1951 in Bautzen gegründeten Institut für sorbische Volksforschung / Institut za serbski ludospyt. Bis zur Auflösung der Länder in der DDR unterstand es dem Sächsischen Ministerium für Volksbildung, ab dem 1. August 1952 war es der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin (ab 1972 Akademie der Wissenschaften der DDR) zugeordnet. Unter deren Dach entwickelte es sich zu einer anerkannten Forschungseinrichtung mit zuletzt insgesamt 24 wissenschaftlichen Mitarbeiter:innen (1989). Nach der Abwicklung der Akademie der Wissenschaften der DDR wurde das Institut für sorbische Volksforschung auf Empfehlung des Wissenschaftsrats zum 1. Januar 1992 in das Sorbische Institut / Serbski institut überführt – mit neuer Rechtsform, neuer Leitung, veränderter Abteilungsstruktur sowie einer neu eingerichteten Zweigstelle im brandenburgischen Cottbus. Seit 1993 wird das SI als länderübergreifende außeruniversitäre Forschungseinrichtung institutionell von der Stiftung für das sorbische Volk / Załožba za serbski lud gefördert, die jährlich Zuwendungen des Bundes, des Freistaates Sachsen und des Landes Brandenburg erhält. Mit einer durchgängigen Forschungstätigkeit über mehr als sieben Jahrzehnte zählt das SI heute zu den ältesten Einrichtungen auf dem Gebiet der Sorabistik sowie der interdisziplinären Minderheitenforschung in Deutschland.




