Die Ukraine im Ersten Weltkrieg – eine Nation kommt auf die Landkarte
Einführung
Österreich-Ungarn (ung. Osztrák-Magyar Monarchia), auch als k. u. k. Monarchie bekannt, war ein historischer Staat in Mittel- und Südosteuropa, der von 1867 bis 1918 bestand.

Das Russländische Kaiserreich (auch Russisches Reich, Russisches Kaiserreich oder Kaiserreich Russland) war ein von 1721 bis 1917 existierender Staat in Osteuropa, Zentralasien und Nordamerika. Das Land war Mitte des 19. Jahrhunderts das größte zusammenhängende Reich der Neuzeit. Es wurde nach der Februarrevolution im Jahr 1917 aufgelöst. Der Staat galt als autokratisch regiert und wurde von ungefähr 181 Millionen Menschen bewohnt.
Westukrainische Volksrepublik war ein kurzlebiger Staat etwa im Südwesten der heutigen Ukraine. Er beanspruchte Gebiete die Gebiete der im Zerfall begriffenen Habsburgermonarchie mit einem hohen Anteil an ukrainischen bzw. russinischen Bevölkerung wie Galizien, Bukowina und Transkarpatien. Die Westukrainische Volksrepublik wurde am 1. November 1918 in Lemberg gegründet, doch schon am 22. November musste die Regierung wegen der einrückenden polnischen Truppen die Hauptstadt verlassen. Am längsten diente Stanislau als Regierungssitz. Bukowina wurde bald von den rumänischen und Transkarpatien, von den tschechoslowakischen Truppen besetzt. Am 22. Januar 1922 schloss sich die Westukrainische Volksrepublik der Ukrainischen Volksrepublik an.
Die Ukrainische Volksrepublik wurde 1918 gegründet und stand in Opposition zur bolschewistischen UdSSR. Nach der Eroberung durch die UdSSR 1920 wurde die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik gegründet.
Wien ist die Bundeshauptstadt und politisches, kulturelles und wirtschaftliches Zentrum Österreichs. Allein im Stadtgebiet leben rund 1,9 Millionen Einwohner:innen und damit ein Fünftel der Landesbevölkerung, im Großraum insgesamt sogar ein Drittel aller Österreicher:innen. Historisch bedeutend ist Wien insbesondere als Hauptstadt und mit Abstand wichtigste Residenzstadt der ehemaligen Habsburgermonarchie.
Der Erste Weltkrieg war auch eine Schule des ukrainischen Nationalismus und führte zu dessen schrittweiser Radikalisierung. Diese erfolgte nicht nur innerhalb der Intelligenz, sondern auch im Militär. Ukrainische Aktivisten gründeten Freiwilligeneinheiten, betrieben intensive Propaganda in Wort, Bild und Musik und engagierten sich bei der ‚nationalen Aufklärung‘ in Kriegsgefangenenlagern. Die Ukrajins’ki Sičovi Stril’ci (USS) waren eine Freiwilligenlegion innerhalb der Habsburgermonarchie, die sich kurz nach dem Beginn des Ersten Weltkrieges bildete und der k.k. Landwehr zugeordnet wurde. Die Rekruten stammten aus Galizien und basierten – ähnlich dem polnischen Pendant – auf dem gleichnamigen, 1913 gegründeten Schützenverband. Später wurde ihnen auch die ruthenische bzw. huzulische Freiwilligeneinheit aus der Bukowina zugeteilt. Diese Einheiten entstanden jedoch nicht in hurrapatriotischer Aufwallung, wie dies aus Zentraleuropa bekannt ist; häufig handelte es sich um rasch mobilisierte junge Männer (und vereinzelt auch Frauen), die vor allem ihre Heimatregion verteidigen wollten und sich gegen einen auswärtigen Einsatz zu wehren suchten. Mit einer Truppenstärke zwischen ca. 2.000–5.000 Soldaten war ihre Kampfstärke mit Blick auf das gesamte Imperium eher unbedeutend. Im Sinne der Außenwirkung wie auch der nationalen Selbstorganisation waren die USS allerdings nicht zu unterschätzen. Zunächst gelang es durch sie, trotz der weiterhin bestehenden russophilen Tendenzen unter den Ruthenen der Habsburgermonarchie, das Image der reichstreuen Ukrainer zu vertiefen; so wurde es auch auf der Kriegsausstellung 1916 propagiert.7 Darüber hinaus gelang es der ukrainischen politischen Führung, für die Verwaltung der USS und den Dienst in ihrer Propagandaabteilung wichtige Intellektuelle und Propagandisten abstellen zu lassen.8 Diese wollten sie zur Politikberatung, aber auch zur Generierung internationaler Aufmerksamkeit für das ukrainische Projekt einsetzen. Dafür sollten sie vom Kriegsdienst an der Front befreit werden. Nach dem Zerfall der Habsburgermonarchie wurden die USS zu einem wichtigen Faktor im ukrainischen Staatsbildungskampf. Ende 1918 waren sie eine geübte Einheit mit Organisations- und Führungserfahrung, die die Basis für die spätere Ukrainische Galizische Armee (Ukraïns’ka Halyc’ka Armija, UHA) darstellte. Diese wurde nach Ausbruch des polnisch-ukrainischen Kriegs in kürzester Zeit rekrutiert und organisiert.9





