Lehrmodul
Jüdischer Sport unter nationalsozialistischer Herrschaft
Einführung
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Frühjahr 1933 richtete sich auch die bürgerliche Gesellschaft rasch gegen Jüdinnen und Juden. Sport ist ein gesellschaftliches Feld, in dem die Marginalisierung von Jüdinnen und Juden unter Beteiligung der gesamten Gesellschaft überaus deutlich wird. Dennoch trieben Jüdinnen und Juden auch unter diesen sich wandelnden Bedingungen weiterhin Sport. Der organisierte jüdische Sport erfuhr sogar während der 1930er Jahre sowohl in Deutschland als auch in anderen Ländern der Welt einen Aufschwung. Nach der Zweiten Makkabiah 1935 in Palästina und den Olympischen Spielen in Deutschland 1936 folgte allerdings der noch raschere Niedergang. Doch auch unter den Bedingungen von Entrechtung, Verfolgung, Verhaftung und Exil, unter den Umständen der Besatzung, ja sogar in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern finden wir Jüdinnen und Juden, die sich sportlich betätigen, und so zumindest in diesem Bereich ihre Handlungsfähigkeit bewahren.
Die Ernennung Adolf Hitlers am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler kann als erster Schritt der Machtübernahme gelten, die von einigen Historikern auch als Machtübertragung1 interpretiert wird. Der folgende Wahlkampf in Deutschland war von Terror gegen Andersdenkende, vor allem Kommunist:innen und Sozialdemokrat:innen geprägt, der Reichstagsbrand gab Anlass zu Notverordnungen und spätestens mit dem sogenannten Ermächtigungsgesetz vom 24. März 1933 schaffte die Weimarer Demokratie sich schließlich selber ab. Die ersten Schläge führten die Nationalsozialist:innen gegen die organisierte Arbeiterbewegung, aber nach der Ausschaltung der politischen Opposition richtete der Terror sich rasch gegen Jüdinnen und Juden. Sport zeigt besonders deutlich, wie Jüdinnen und Juden unter Beteiligung breiter gesellschaftlicher Kreise ausgegrenzt wurden. Dennoch betrieben sie weiterhin Sport, während der organisierte jüdische Sport in den 1930er Jahren sowohl in Deutschland als auch international einen Aufschwung erlebte. Unter den schwierigen Bedingungen in Deutschland entfaltete vor allem die Zweite Makkabiah, die 1935 in Palästina stattfand, eine große Anziehungskraft für die jüdischen Sportler:innen und Funktionäre im nationalsozialistischen Deutschland. Doch am Anfang dieses Aufschwungs stand die Ausgrenzung von Jüdinnen und Juden aus Turn- und Sportvereinen in Deutschland.
Bereits im März 1933 begann die Mehrheit der sportlichen Institutionen in Deutschland, allen voran die Deutsche Turnerschaft, jüdische Sportler:innen auszuschließen. Die meisten Sportvereine schwenkten freiwillig auf die nationalsozialistische Ideologie ein. Etwas später als andere Vereine schlossen auch einige Golf-Clubs, die zunächst gezögert hatten, ihre jüdischen Mitglieder aus. Mit der Übernahme des Führerprinzips verabschiedeten Turner:innen wie Sportler:innen sich in atemberaubender Geschwindigkeit von ihren demokratischen Traditionen. Die Ausgrenzung von jüdischen Vereinsmitgliedern war das erste und sichtbarste Zeichen der Entrechtung jüdischer Deutscher und diese Entrechtung ging von den Vereinen selber aus. Druck von oben war nicht notwendig, im Gegenteil versuchte der Reichssportführer
Hans von Tschammer und Osten
Hans von Tschammer und Osten
Hans von Tschammer und Osten (1887–1943) war von 1933 bis 1943 Reichssportführer. Er war bereits seit 1929 Mitglied der NSDAP und der SA, zudem Rittergutsbesitzer und in verschiedenen Adelsgremien organisiert. Am ersten Weltkrieg nahm er als Offizier teil. Er initiierte den DFB-Pokalwettbewerb, der früher als Tschammerpokal bekannt war.
noch 1934 die Sportfunktionäre bei der antisemitischen Ausgrenzung langjähriger Vereinsmitglieder zu bremsen.2 Kommunale Institutionen, wie z.B. die Stadt Hannover, waren zu diesem Zeitpunkt bereits bei der Arisierung des Sports vorgeprescht und verwehrten etwa Vereinen, die noch jüdische Mitglieder hatten, die Nutzung kommunaler Sportstätten. Die Bayerische Staatsregierung versuchte, die eingeführten
Makkabi
Makkabi
Der Deutsche Makkabikreis war der Verband zionistischer Sportvereine in Deutschland und Teil des Makkabiweltverbands. Er kritisierte anfangs die Gründung des VINTUS, da dies als Schritt gegen den Zionismus gesehen wurde. In den 1920er Jahren war die Anzahl von Vereinen in dem Verband eher gering, da es nicht sehr viele zionistische Vereine in Deutschland gab. Außerdem versuchten viele große zionistische Vereine, sich allgemeinen deutschen Verbänden anzuschließen. Nach 1933 war der Makkabikreis einer der zwei erlaubten jüdischen Sportverbände. Er organisierte verschiedene Sportveranstaltungen, z.B. Fußballspiele und Leichtathletikwettkämpfe. Während dieser Zeit gingen sehr viele Vereinsmitglieder ins Exil. Jugendliche wurden die größte Zielgruppe der Vereine im Makkabikreis. Nach den Novemberpogromen 1938 stellte der Makkabikreis seine Verbandstätigkeiten ein.
- und
Schild-Vereine
Sportbund Schild
Die Gründung des „Sportbund des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten“ ist auf den 30. Mai 1933 datiert. Es bleibt offen, weshalb Alwin Lippmann in seinem Artikel den April als Gründungsmonat für den Sportbund nennt. Zwar wurde im April bereits über die Planung eines Sportbundes berichtet, jedoch fand die Gründung erst Ende Mai statt. Aus den Quellen geht hervor, dass die Bundesleitung am 29. Mai die Gründung des Sportbundes beschloss und einen Tag später mit seinem Aufbau begann.
in einem jüdischen Einheitsverein aufzulösen.3 Der Reichssportführer machte angesichts dieses Übereifers seine Unzufriedenheit deutlich: „Es ist aus verschiedenen Gründen nicht erwünscht, dass irgendwelche amtlichen Stellen über meine auch in der Presse bekannt gegebenen Anordnungen hinausgehen und schärfere Bestimmungen erlassen. Ich bitte deshalb, Ihre diesbezüglichen Maßnahmen sofort rückgängig zu machen.“4Allerdings bremste von Tschammer und Osten nicht aus Skrupel gegenüber den jüdischen Athlet:innen. Seine Motivation hing vielmehr mit dem Plan zusammen, die Olympischen Spiele in Berlin 1936 zu einem Aushängeschild des neuen Deutschlands zu machen. Gegen diese Spiele formierte sich in den USA und auch in einigen europäischen Ländern eine Boykottbewegung, nicht zuletzt aufgrund des offenkundigen und teils gewaltsamen Antisemitismus in Deutschland. Angesichts dieser Proteste traf sich das Internationale Olympische Komitee (IOC) mit der deutschen Reichsregierung in Wien und ließ sich bescheinigen, dass „alle olympischen Vorschriften auf das genaueste beachtet“ und Jüdinnen und Juden nicht „aus der deutschen Mannschaft für die IX. Olympischen Spiele“ ausgeschlossen werden.5 Diese Erwägungen führten dazu, dass Sport für Jüdinnen und Juden im Rahmen von zwei jüdischen Sportverbänden, Makkabi und Schild, unter den hier dokumentierten Bedingungen in den 1930er Jahren möglich blieb und bis 1936 sogar einen Aufschwung erlebte. Deshalb sind aus den Jahren zwischen 1933 und 1938 eine Vielzahl von sportlichen Aktivitäten auf öffentlichen Sportplätzen belegt, oftmals durch Fotografien, wie etwa das Titelbild dieses Kapitels, das in den 1930ern auf dem Sportplatz Rellinghausen in Essen aufgenommen wurde, zeigt.
Gegenstand dieser Quellenedition sind Quellen der jüdischen Sportgeschichte und nicht die Quellen derjenigen, die Jüdinnen und Juden aus dem Sport ausgrenzen. Eine sorgfältige und umfangreiche Edition der Quellen, welche die rechtliche Ausgrenzung von Jüdinnen und Juden aus dem deutschen Sport nach dem 30. Januar 1933 belegen, haben Lorenz Peiffer und Henry Wahlig vorgelegt.6 Das ist überaus verdienstvoll, auch weil Ausgrenzung und Antisemitismus die jüdische Sportbewegung von Anfang an begleitet hat. In NS-Deutschland aber wurde die jüdische Erfahrung in den 1930er Jahren zunehmend von Antisemitismus und Ausgrenzung geprägt, und deshalb finden wir diese Ausgrenzung auch in wachsendem Maße in den Quellen jüdischer Provenienz wieder. Diese erzwungene Verflechtung von jüdischer Erfahrung und nationalsozialistischem Antisemitismus repräsentieren vor allem drei Quellen in diesem Kapitel: Die Kicker-Meldung über die berüchtigte Stuttgarter Erklärung vom 9. April 1933, die zugleich belegt, wie der Fußballpionier und Sportjournalist Walter Bensemann wegen seiner jüdischen Herkunft und seiner politischen Ansichten aus der Redaktion seiner eigenen Zeitung und aus Deutschland herausgedrängt wurde. Außerdem der Ausweis Nr. 11 des Reichsausschusses jüdischer Sportverbände, den
Max Klaymann
Max Klaymann
Max Klaymann, geboren am 17.03.1903 in Ostrowiec (Kongresspolen). Wohnhaft in Köln seit Ende der 1920er Jahre und als Schneidermeister im eigenen Geschäft tätig. Verheiratet mit der Kölnerin Anne Berber, das Paar hatte zwei gemeinsame Kinder (Alfred *1932 und Marion *1939). Der Familie gelang 1938 die Flucht nach Uruguay, 1940 zogen sie nach Argentinien. 1964 kehrten sie nach Köln zurück und 1966 gehörte Max Klaymann wieder zu den ersten Mitgliedern des offiziell erst 1967 erneut gegründeten Makkabi.
, ein jüdischer Boxer aus Köln, stets als Dokument der Entrechtung mit sich herum trug, und der die Zeit der Flucht, der Emigration nach Argentinien und die Rückkehr nach Köln überdauerte. Schließlich haben wir auch noch einen Filmstill aus einem Propagandafilm, der Sport im Konzentrationslager dokumentiert, in die Edition aufgenommen, weil wir auf die komplexen Realitäten von jüdischem Sport im Lager besonders aufmerksam machen wollen.
Tatsächlich ist der jüdische Sport in Deutschland in der Zeit des Nationalsozialismus nicht von dem Rassismus und Antisemitismus, der im deutschen Alltag und in nahezu allen gesellschaftlichen Gruppen stets präsent war, zu trennen. Denn es war dieser Ausschluss der jüdischen Mitglieder aus den allgemeinen Turn- und Sportvereinen, der zunächst die Blüte der jüdischen Vereine zur Folge hatte. Dass dieser Aufschwung der jüdischen Vereine auf die Herausdrängung der jüdischen Sportler aus den nicht-jüdischen Vereinen folgte, erinnert an die Anfänge der jüdischen Turn- und Sportbewegung im späten 19. Jahrhundert. Denn genau wie damals mussten sich die jüdischen Aktiven, die aus den allgemeinen Turn- und Sportvereinen ausgeschlossen worden waren, wenn sie weiter Sport treiben wollten, den Verbänden anschließen, die Jüdinnen und Juden offen standen: In den 1930er Jahren waren das der Deutsche Makkabikreis oder der Sportbund „Schild“ des
Reichsbunds jüdischer Frontsoldaten (RjF)
Doch unter den Umständen des Jahres 1933 musste Makkabi diese restriktive Politik rasch aufgeben. Ende 1933 zählte der Deutsche Makkabikreis bereits 53 Vereine mit insgesamt 10.000 Mitgliedern. Im Jahr 1934 verdoppelte sich die Mitgliederzahl noch einmal auf 21.500 in 134 Vereinen. Auf diesem Niveau stagnierten die Zahlen im Jahr 1935, bevor sie sich, auch aufgrund der vermehrten Auswanderung der Makkabim stark rückläufig entwickelten.Hinzu kam der Schild als Sportvereinigung des Reichsbunds jüdischer Frontsoldaten (RjF), der Mitte der 1930er Jahre innerhalb kurzer Zeit auf rund 20.000 Mitglieder anwuchs und 1936 sogar bereits 216 Vereine umfasste.8 Die vergleichsweise große Zahl der Schild-Vereine lag auch daran, dass die Athlet:innen des Schild viel weniger geneigt waren, ihre Ausreise aktiv anzustreben, als die Makkabim, die bereits Mitte der 1930er Jahre eine hohe Zahl von Aktiven durch Emigration verloren.
Reichsbund jüdischer Frontsoldaten
auch:
Der 1919 gegründete Reichsbund jüdischer Frontsoldaten (RjF) war eine Reaktion auf antisemitische Anfeindungen gegenüber den aus dem Ersten Weltkrieg zurückkehrenden jüdischen Soldaten. Obwohl ca. 85.000 jüdische Frontsoldaten am Krieg teilnahmen, von denen etwa 12.000 starben, wurde ihnen vorgeworfen, sie hätten sich vor dem Krieg gedrückt und somit die Niederlage Deutschlands verursacht. Der RjF informierte über die Leistungen jüdischer Soldaten und half ihnen, die gebührende Anerkennung zu erlangen. Darüber hinaus organisierte der RjF Selbstschutzeinheiten, um die jüdische Bevölkerung vor antisemitischen Angriffen zu schützen. Seine politische Einstellung war deutsch-national, und sein Presseorgan hieß „Schild“. Ab 1936 wurde dem RjF verboten, sich politisch zu engagieren. Zwei Jahre später wurde er aufgelöst.
. Der Deutsche Makkabikreis zählte im Januar 1933 noch 17 Vereine mit 3.000 Mitgliedern. Im April 1933 versuchten die zionistischen Sportler:innen zunächst allerdings, die Mitglieder der Arbeitersportverbände aus ihren Reihen herauszuhalten. Ausgerechnet in dem Moment, als der Zulauf zu den Makkabi-Vereinen wegen des Ausschlusses aus den nicht-jüdischen Vereinen groß war, verhängte der Makkabi eine A u f n a h m e s p e r r e: „Da die Nachrichten sich mehren, dass die Mitglieder verbotener und aufgelöster Organisationen, insbesondere der kommunistischen Arbeitersportbewegung, versuchen, Aufnahme in die Vereine der Makkabi-Bewegung zu erlangen, hat das Präsidium des deutschen Makkabikreises sich veranlasst gesehen, eine absolute A u f n a h m e s p e r r e für alle Vereine anzuordnen.“7 Diese Notiz verweist darauf, dass es sich beim Makkabi zumindest in Deutschland um einen bürgerlichen Verband handelte, der keine besonderen Sympathien für die Sportvereine der Arbeiterbewegung hatte. Zudem zeigt sich hier, dass in den ersten Monaten nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler zunächst vor allem die Kommunist:innen und Sozialdemokrat:innen im Fokus der nationalsozialistischen Verfolgung standen. In diesem Moment jedenfalls gab es im Makkabi für die Sportler:innen aus der Arbeiterbewegung keine Solidarität. RjF
Doch unter den Umständen des Jahres 1933 musste Makkabi diese restriktive Politik rasch aufgeben. Ende 1933 zählte der Deutsche Makkabikreis bereits 53 Vereine mit insgesamt 10.000 Mitgliedern. Im Jahr 1934 verdoppelte sich die Mitgliederzahl noch einmal auf 21.500 in 134 Vereinen. Auf diesem Niveau stagnierten die Zahlen im Jahr 1935, bevor sie sich, auch aufgrund der vermehrten Auswanderung der Makkabim stark rückläufig entwickelten.Hinzu kam der Schild als Sportvereinigung des Reichsbunds jüdischer Frontsoldaten (RjF), der Mitte der 1930er Jahre innerhalb kurzer Zeit auf rund 20.000 Mitglieder anwuchs und 1936 sogar bereits 216 Vereine umfasste.8 Die vergleichsweise große Zahl der Schild-Vereine lag auch daran, dass die Athlet:innen des Schild viel weniger geneigt waren, ihre Ausreise aktiv anzustreben, als die Makkabim, die bereits Mitte der 1930er Jahre eine hohe Zahl von Aktiven durch Emigration verloren.
Der Ausreisewunsch der Mitglieder war nicht die einzige Meinungsverschiedenheit, die Schild und Makkabi trennte. Zwar organisierten sie sich in einer Art Solidarität der Verfolgten im Reichsausschuss jüdischer Sportverbände, aber sie standen sich überaus misstrauisch gegenüber, weil beide unter ihrer Zugehörigkeit „jüdisch“ etwas völlig anderes verstanden. Während Makkabi sich als zionistische Organisation verstand, die ihre Mitglieder, aus ihrer Sicht Glieder des modernen jüdischen Volkskörpers, auf die Ausreise nach Palästina vorbereiten wollte und als Ziel die Gründung eines jüdischen Nationalstaats vorsahen, verstanden sich die Mitglieder des Schild immer noch als deutsche Patrioten, auch wenn das nationalsozialistische Deutschland sie nicht mehr als solche sah. Erste Turnverbände im RjF hatten sich zwar bereits in den 1920er Jahren angesichts antijüdischer Pogrome als eine Art Selbstwehrgruppen gegründet. Aber aufgrund der generellen deutsch-nationalen Haltung vieler der ehemaligen jüdischen Frontsoldaten, gab es vor der nationalsozialistischen Verfolgung keinen Grund säkularer jüdischer Selbstorganisation für diejenigen, die sich allerhöchstens im religiösen Sinne als Jüdinnen und Juden verstanden. Ab 1933 allerdings gründeten sich dann Sportgruppen des RjF, um den jüdischen Deutschen, die aus den nicht-jüdischen Vereinen heraus gedrängt worden waren, eine Möglichkeit zu geben, Sport im Verein zu treiben. Ein Beispiel für die Schild-Athleten und -Funktionäre ist etwa Heimann „Harry“ Goldstein, der 1919 bereits die Hamburger Ortsgruppe des RjF und 1933 den Hamburger Schild gegründet hatte. Er organisierte unter immer schwierigeren Umständen jüdischen Sport in Hamburg bis 1943. Die Schild-Vereine blieben, so wie
Goldstein
Goldstein
Heimann „Harry“ Goldstein (1880–1977) stammte aus Posen und siedelte mit seiner strenggläubigen jüdischen Familie Mitte der 1900er Jahre nach Hamburg. Er war dort als Kaufmann tätig und leistete ab 1914 Kriegsdienst. Nach Kriegsende heiratete er die zum Judentum konvertierte Clara Rohweder (?–1960). Goldstein engagierte sich im Reichsbund Jüdischer Frontsoldaten und war 1919 maßgeblich an der Gründung der Hamburger Ortsgruppe beteiligt, die er bis zur Auflösung auch leitete. 1933 gründete er die RjF-Sportgruppe „Schild“ in Hamburg mit. Nach seiner beruflichen Entlassung aus der Firma Goldina-Hauswaldt-Gaedke G.m.b.H. 1934 wirkte er besonders im „Schild“. 1939 wurden RjF und Schild verboten, Goldstein bot weiterhin sportliche Aktivitäten für jüdische Jugendliche an. Zunehmend engagierte er sich in der allgemeinen Wohlfahrtsabteilung des „Jüdischen Religionsverbands in Hamburg e.V.“, der 1943 aufgelöst wurde. Der gemeinsame Sohn des Ehepaars, Heinz Goldstein (1880–1997), war 1939 nach Schweden emigriert. Goldstein wurde unter Polizeirecht gestellt und entging den Deportationen durch die Hilfe von Verwandten sowie Hamburger Freunden. In der frühen Nachkriegszeit setzte er sich für den Wiederaufbau der jüdischen Gemeinde Hamburgs ein. Am 18. September 1945 wurde die Jüdische Gemeinde wiederbelebt und Goldstein übernahm für zehn Jahre den Vorsitz. In dieser Zeit setzte er sich für die Wiedereinweihung der Stiftssynagoge und des Jüdischen Friedhofs ein. Er arbeitete mit der „Notgemeinschaft der von den Nürnberger Gesetzen Betroffenen“ zusammen und unterhielt Kontakte zu jüdischen Hilfsorganisationen im Ausland. 1946 wurde Goldstein Mitglied in der SPD und Abgeordneter in der „Ernannten Hamburgischen Bürgerschaft“. 1960 wurde er zum Ehrenvorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Hamburgs und war bis 1975 stellvertretender Vorsitzender der „Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Hamburg“ und danach Ehrenmitglied. Bis zu seinem Tod setzte er sich in Hamburg für das öffentliche Gedenken der jüdischen Opfer der Shoa ein.
selbst, deutsch-national oder zumindest unpolitisch und interessierten sich vor allem für Jugendfreizeiten, aber auch für Wettbewerb und sportliche Höchstleistungen. Doch weil der Schild noch relativ jung war, lagen die Wettbewerbsvorteile zunächst deutlich bei den Makkabi-Vereinen. Die Konkurrenz der beiden Verbände untereinander spricht aus zahlreichen Quellen der Zeit. Makkabi war in diesem Konkurrenzkampf grundsätzlich im Vorteil, verlor allerdings viele der erfolgreichen Wettkampfathlet:innen vor allem ab 1936 in rasantem Tempo. Demgegenüber gewannen die Auswanderung, Berichte aus Palästina sowie die Jugendarbeit und die damit verbundene zionistische Erziehung zunehmend an Bedeutung.
Die Olympischen Spiele im Jahr 1936 waren ein Grund gewesen, warum jüdischer Sport im nationalsozialistischen Deutschland überhaupt zugelassen war, aber die Spiele selbst fanden fast ausschließlich ohne die Beteiligung deutscher Jüd:innen statt, obwohl das Deutsche Olympische Komitee etwas anderes versprochen hatte. Ein Beispiel für die Heuchelei, mit der die deutschen Sportfunktionäre den halbherzigen Boykottdrohungen des IOC begegneten, war das Schicksal von Margaret „Gretel“ Bergmann Margaret „Gretel“ Bergmann Margarete „Gretel“ Bergmann, verh. Lambert (1914–2017), war eine deutsch-US-amerikanische Athletin. Sie trieb seit frühester Kindheit Sport in paritätischen Vereinen. Besonders erfolgreich war Bergmann im Hochsprung, wurde durch ihre Leistungen zu einer der besten Hochspringerinnen Deutschlands. Nach der Machtübernahme erfolgte der Ausschluss aus ihrem Sportverein. Bergmann emigrierte nach London und nahm in der Folge an britischen Wettkämpfen teil. Als Reaktion auf die Boykottbewegung gegen die Olympischen Spiele, wurde Bergmann seitens des NS-Regimes gezwungen nach Deutschland zurückzukehren und für Olympia zu trainieren. Sollte sie dem nicht nachkommen, drohte das Regime ihrer in Deutschland verbliebenen Familie mit Repressalien. In Deutschland durfte sie in keinem paritätischen Verein starten und trat so dem jüdischen Sportbund „Schild“ bei. Obwohl sie 1936 ihren Meistertitel verteidigte und sogar einen deutschen Rekord aufstellte, wurde sie von der Teilnahme an der Olympiade ausgeschlossen. Bergründet wurde dies mit ihrer angeblich unzureichenden Leistung. Bergmann konnte in die USA emigrieren und heiratete dort den aus Deutschland stammenden Arzt Bruno Lambert. Auch in den USA gewann sie nationale Meisterschaften. In Deutschland wurden ihre sportlichen Leistungen erst ab 1999 wieder anerkannt. Im Jahr 2017 verstarb sie im Alter von 103 Jahren in New York. . Bergmann war eine der besten deutschen Hochspringerinnen der 1930er Jahre. Am 12. April 1933, Gretel Bergmann war 17 Jahre alt, wurde sie mit allen anderen jüdischen Sportler:innen aus dem Ulmer Fußballverein (UFV), für den sie zahlreiche Medaillen gewonnen hatte, ausgeschlossen. Mithilfe der Verbindungen ihres Vaters ging sie zunächst nach England, wo sie rasch schulisch und sportlich Fuß fasste und 1934 die britischen Meisterschaften im Hochsprung gewann. Doch ihre Hoffnung, sich für die Olympia-Teilnahme mit der britischen Mannschaft zu qualifizieren, wurde durch den Druck der Nationalsozialisten auf ihre in Deutschland verbliebene Familie zerstört. Die deutschen Sportfunktionäre zwangen sie zur Rückkehr nach Deutschland. Aber an der Teilnahme bei den Olympischen Spiele wurde sie gehindert, weil man sie nicht zu den Qualifikationswettbewerben, wie etwa den Deutschen Meisterschaften, zuließ. In Deutschland trainierte sie mit den Athlet:innen des Sportbundes „Schild“ des RjF. Sie nahm auch am Olympia-Kurs des Schild auf Wilhelmshöhe bei Ettlingen teil. Doch obwohl sie im Juni 1936 den deutschen Hochsprungrekord von 1,60 m einstellte, teilte ihr der Reichssportführer am 16. Juli 1936 mit, dass sie nicht für die deutsche Olympia-Mannschaft aufgestellt werde. Am Tag zuvor hatte die amerikanische Olympia-Mannschaft das Schiff nach Europa bestiegen. Die Gefahr eines Boykotts war gebannt. Im Mai 1937 emigrierte Gretel Bergmann in die USA, wo sie noch im selben Jahr die Meisterschaften gewann. Sie wurde amerikanische Staatsbürgerin und lebte bis 2017 in New York.9
Die einzige Sportlerin in der deutschen Olympia-Mannschaft von 1936, die nach den rassistischen Kriterien der Nationalsozialisten als jüdisch galt, war die erfolgreiche Florettfechterin Helene Mayer, die in Berlin die Silbermedaille im Fechten gewann und bei der Ehrung den Hitlergruß zeigte.10
Die Olympischen Spiele im Jahr 1936 waren ein Grund gewesen, warum jüdischer Sport im nationalsozialistischen Deutschland überhaupt zugelassen war, aber die Spiele selbst fanden fast ausschließlich ohne die Beteiligung deutscher Jüd:innen statt, obwohl das Deutsche Olympische Komitee etwas anderes versprochen hatte. Ein Beispiel für die Heuchelei, mit der die deutschen Sportfunktionäre den halbherzigen Boykottdrohungen des IOC begegneten, war das Schicksal von Margaret „Gretel“ Bergmann Margaret „Gretel“ Bergmann Margarete „Gretel“ Bergmann, verh. Lambert (1914–2017), war eine deutsch-US-amerikanische Athletin. Sie trieb seit frühester Kindheit Sport in paritätischen Vereinen. Besonders erfolgreich war Bergmann im Hochsprung, wurde durch ihre Leistungen zu einer der besten Hochspringerinnen Deutschlands. Nach der Machtübernahme erfolgte der Ausschluss aus ihrem Sportverein. Bergmann emigrierte nach London und nahm in der Folge an britischen Wettkämpfen teil. Als Reaktion auf die Boykottbewegung gegen die Olympischen Spiele, wurde Bergmann seitens des NS-Regimes gezwungen nach Deutschland zurückzukehren und für Olympia zu trainieren. Sollte sie dem nicht nachkommen, drohte das Regime ihrer in Deutschland verbliebenen Familie mit Repressalien. In Deutschland durfte sie in keinem paritätischen Verein starten und trat so dem jüdischen Sportbund „Schild“ bei. Obwohl sie 1936 ihren Meistertitel verteidigte und sogar einen deutschen Rekord aufstellte, wurde sie von der Teilnahme an der Olympiade ausgeschlossen. Bergründet wurde dies mit ihrer angeblich unzureichenden Leistung. Bergmann konnte in die USA emigrieren und heiratete dort den aus Deutschland stammenden Arzt Bruno Lambert. Auch in den USA gewann sie nationale Meisterschaften. In Deutschland wurden ihre sportlichen Leistungen erst ab 1999 wieder anerkannt. Im Jahr 2017 verstarb sie im Alter von 103 Jahren in New York. . Bergmann war eine der besten deutschen Hochspringerinnen der 1930er Jahre. Am 12. April 1933, Gretel Bergmann war 17 Jahre alt, wurde sie mit allen anderen jüdischen Sportler:innen aus dem Ulmer Fußballverein (UFV), für den sie zahlreiche Medaillen gewonnen hatte, ausgeschlossen. Mithilfe der Verbindungen ihres Vaters ging sie zunächst nach England, wo sie rasch schulisch und sportlich Fuß fasste und 1934 die britischen Meisterschaften im Hochsprung gewann. Doch ihre Hoffnung, sich für die Olympia-Teilnahme mit der britischen Mannschaft zu qualifizieren, wurde durch den Druck der Nationalsozialisten auf ihre in Deutschland verbliebene Familie zerstört. Die deutschen Sportfunktionäre zwangen sie zur Rückkehr nach Deutschland. Aber an der Teilnahme bei den Olympischen Spiele wurde sie gehindert, weil man sie nicht zu den Qualifikationswettbewerben, wie etwa den Deutschen Meisterschaften, zuließ. In Deutschland trainierte sie mit den Athlet:innen des Sportbundes „Schild“ des RjF. Sie nahm auch am Olympia-Kurs des Schild auf Wilhelmshöhe bei Ettlingen teil. Doch obwohl sie im Juni 1936 den deutschen Hochsprungrekord von 1,60 m einstellte, teilte ihr der Reichssportführer am 16. Juli 1936 mit, dass sie nicht für die deutsche Olympia-Mannschaft aufgestellt werde. Am Tag zuvor hatte die amerikanische Olympia-Mannschaft das Schiff nach Europa bestiegen. Die Gefahr eines Boykotts war gebannt. Im Mai 1937 emigrierte Gretel Bergmann in die USA, wo sie noch im selben Jahr die Meisterschaften gewann. Sie wurde amerikanische Staatsbürgerin und lebte bis 2017 in New York.9
Die einzige Sportlerin in der deutschen Olympia-Mannschaft von 1936, die nach den rassistischen Kriterien der Nationalsozialisten als jüdisch galt, war die erfolgreiche Florettfechterin Helene Mayer, die in Berlin die Silbermedaille im Fechten gewann und bei der Ehrung den Hitlergruß zeigte.10
Nach dem für die Nationalsozialisten erfolgreichen Verlauf der Olympischen Spiele schien es den NS-Sportfunktionären nicht mehr nötig, bei der Diskriminierung jüdischer Sportler:innen Rücksicht auf die öffentliche Meinung in anderen Ländern zu nehmen. Zwar wurden die rechtlichen Rahmenbedingungen des jüdischen Sports nicht weiter verschärft, aber die strengere Umsetzung der Maßnahmen erschwerte den jüdischen Sportbetrieb zusehends. Bis Sommer 1936 waren jüdische Sportinstitutionen und ihre Veranstaltungen von der allgemeinen antisemitischen Diskriminierung noch ausgenommen gewesen, nun wurden sie zusammen mit anderen „jüdischen“ Veranstaltungen verboten. So wurde etwa in der Schlussphase der Saison 1936/37 der Spielbetrieb jüdischer Verbände für zwei Monate komplett von der Gestapo verboten. Das Finale der Reichsmeisterschaft der Makkabi-Fußballvereine der Saison 1936/37 fand deshalb erst im Februar 1938 statt. Die Jahre von 1936 bis 1938 waren vom Niedergang des jüdischen Sports in Deutschland gekennzeichnet. 1938 wurden neue „Richtlinien für die Betätigung jüdischer Sportvereine“ erlassen, die der Selbstorganisation des jüdischen Sports endgültig die Grundlage entzogen. Dennoch blieben jüdische Sportler:innen weiter aktiv. Das Jahr 1938 war vor allem für die Makkabim ein Jahr großer Umbrüche. Während etwa im März 1938 die Mitglieder des Hakoah Essen sich noch auf eine Turnfahrt nach Berlin begaben und dort sowohl das gemeinsame Turnen, als auch die touristischen Höhepunkte einer solchen Fahrt genossen, bedeutete dieses Jahr für alle von ihnen eine Zäsur. Viele verließen Deutschland 1938, einige emigrierten noch im Sommer nach Palästina, andere wurden nach der Pogromnacht am 9. November 1938 verhaftet. Einer Reihe von ihnen gelang im Anschluss daran die Ausreise aus Deutschland. Wieder andere blieben und wurden in den 1940er Jahren deportiert und ermordet.
Nach der Pogromnacht von 1938 begann eine neue Phase der Entrechtung der jüdischen Deutschen, und damit einher ging auch das Ende des organisierten jüdischen Sports in Deutschland. Der Sportunterricht an jüdischen Schulen, wie etwa in Hamburg, und in den Hachschara-Zentren, in denen jüdische Jugendliche auf die Ausreise nach Palästina vorbereitet wurden, war nun eine der letzten verbliebenen Möglichkeiten für Jüdinnen und Juden Sport zu treiben.
Nach dem Kriegsausbruch im September 1939 wurde die Entrechtung und Diskriminierung der europäischen Jüdinnen und Juden in den besetzten Gebieten sehr viel schneller umgesetzt, als das in Deutschland zuvor geschehen war. Die Bedingungen des jüdischen Sports wurden immer prekärer. In den besetzten Niederlanden vollzog sich etwa ein Prozess, wie er in Deutschland 1933 stattgefunden hatte. Jüdische Sportler:innen wurden aus den allgemeinen Vereinen hinausgedrängt und organisierten sich daraufhin in jüdischen Vereinen, die in Deutschland zu diesem Zeitpunkt bereits aufgelöst wurden. Aber oftmals waren es gerade die Sportvereine, die ihren Mitgliedern bei der Flucht aus Deutschland halfen und häufig bildeten diese Vereine sich an den Transit- oder Zielorten der Geflüchteten neu. So gründeten Mitglieder von Hakoah Wien in London „Hakoah in Emigration“. Und auch in Schanghai spielten europäische Juden Fußball, während sie dort verzweifelt auf die Weiterreise warteten.
Selbst in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern trieben jüdische Häftlinge Sport. Bekannt sind vor allem die propagandistischen Aufnahmen jüdischen Sports aus Terezin, besser bekannt als Theresienstadt. Zeugnisse etwa aus Mauthausen zeigen, dass jüdischer Sport im Lager nicht automatisch Zwang oder Missbrauch war, sondern oftmals eine Praxis nach selbstgewählten Regeln, an der Häftlinge sich beteiligten und sich dabei sogar Vorteile verschaffen konnten. Auch in Konzentrationslagern ist Sport eine Möglichkeit, die „ Agency
Nach dem Kriegsausbruch im September 1939 wurde die Entrechtung und Diskriminierung der europäischen Jüdinnen und Juden in den besetzten Gebieten sehr viel schneller umgesetzt, als das in Deutschland zuvor geschehen war. Die Bedingungen des jüdischen Sports wurden immer prekärer. In den besetzten Niederlanden vollzog sich etwa ein Prozess, wie er in Deutschland 1933 stattgefunden hatte. Jüdische Sportler:innen wurden aus den allgemeinen Vereinen hinausgedrängt und organisierten sich daraufhin in jüdischen Vereinen, die in Deutschland zu diesem Zeitpunkt bereits aufgelöst wurden. Aber oftmals waren es gerade die Sportvereine, die ihren Mitgliedern bei der Flucht aus Deutschland halfen und häufig bildeten diese Vereine sich an den Transit- oder Zielorten der Geflüchteten neu. So gründeten Mitglieder von Hakoah Wien in London „Hakoah in Emigration“. Und auch in Schanghai spielten europäische Juden Fußball, während sie dort verzweifelt auf die Weiterreise warteten.
Selbst in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern trieben jüdische Häftlinge Sport. Bekannt sind vor allem die propagandistischen Aufnahmen jüdischen Sports aus Terezin, besser bekannt als Theresienstadt. Zeugnisse etwa aus Mauthausen zeigen, dass jüdischer Sport im Lager nicht automatisch Zwang oder Missbrauch war, sondern oftmals eine Praxis nach selbstgewählten Regeln, an der Häftlinge sich beteiligten und sich dabei sogar Vorteile verschaffen konnten. Auch in Konzentrationslagern ist Sport eine Möglichkeit, die „ Agency
Agency
auch:
Mit dem sozialwissenschaftlichen Fachbegriff der Agency wird die Fähigkeit und Möglichkeit von einzelnen Menschen oder ganzen Gruppen bezeichnet, im Sinne der eigenen Interessen handeln und Einfluss auf die eigene Umgebung nehmen zu können. Ungeachtet seiner zentralen Rolle innerhalb der sozialwissenschaftlichen Handlungstheorie ist der Begriff jedoch nicht einheitlich definiert. Mangels einer exakten Übersetzung wird auch im Deutschen meist die englische Bezeichnung verwendet, die gelegentlich übersetzt wird als Handlungsfähigkeit, Handlungsmacht oder Handlungsvermögen.
" der Opfer der NS-Herrschaft zu untersuchen.11Handlungsmacht, Handlungsfähigkeit, Agencies, Handlungsvermögen
Informations-Bereich
Fußnoten
2.
Vgl. grundlegend zum jüdischen Sport im NS die frühe Arbeit von Hajo Bernett: Der jüdische Sport im nationalsozialistischen Deutschland, Schorndorf 1978. Eine konzise Literaturübersicht bietet zudem: Lorenz Peiffer, Henry Wahlig: Jüdischer Sport und Sport der Juden in Deutschland. Eine kommentierte Bibliographie, Göttingen 2009, sowie Lorenz Peiffer/Henry Wahlig: Jüdischer Sport und Sport der Juden in Deutschland. Eine kommentierte Bibliographie. Eine Weiterführung und Ergänzung, in: SportZeiten. Sport in Geschichte, Kultur und Gesellschaft 13 (2013/2), S. 55–86.
3.
Der Beauftragte des Reichssportkommissars bei der bayer. Staatsregierung an den Vorsitzenden der jüdischen Sportvereine Bayerns (15. Januar 1934), Dok 33, in: Peiffer, Lorenz/Wahlig, Henry (Hrsg.): „Unser Verein ist judenfrei!“ Ausgrenzung im deutschen Sport. Eine Quellensammlung. Berlin/Boston 2017. S. 24–25.
4.
5.
6.
8.
9.
10.

