Erster jüdischer Sportklub in Kutno
Download
Die Quelle steht unter der Lizenz
Transkriptionen
Transkription (Jiddisch)
Translations
Übersetzung (Deutsch)
Erster jüdischer Sportklub in Kutno
(Eine Erinnerung)
Kutno (Bevölkerungszahl 2023: 40.723) ist eine Kreisstadt in der zentralpolnischen Woiwodschaft Łódź. Ab 1386 bis in die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts sowie im 16. und 17. Jahrhundert war Kutno eine Privatstadt. Vollständige Stadtrechte erhielt Kutno erst 1766. Der Anschluss an das Eisenbahnnetz 1862 führte zum industriellen Aufbau der Stadt. Die in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts ausgebaute Elektrotechnik spielt bis heute eine wesentliche Rolle. Ab dem 18. Jahrhundert bis zum Ersten Weltkrieg stellte die jüdische Bevölkerung die Mehrheit in Kutno dar. Das jüdische Charakter der Stadt ging erst nach dem Holokaust verloren. 1942 wurde das Ghetto in Kutno aufgelöst, und die jüdische Bevölkerung ins Vernichtungslager Kulmhof abtransportiert oder vor Ort umgebracht.
Warschau ist die Hauptstadt Polens und zugleich die größte Stadt des Landes (Bevölkerungszahl 2024: 1.863.845). Sie liegt in der Woiwodschaft Masowien an Polens längstem Fluss, der Weichsel. Warschau wurde erstmals Ende des 16. Jahrhunderts Hauptstadt der polnisch-litauischen Adelsrepublik und löste damit Krakau ab, das zuvor polnische Hauptstadt gewesen war. Im Rahmen der Teilungen Polen-Litauens wurde Warschau mehrfach besetzt und schließlich für elf Jahre Teil der preußischen Provinz Südpreußen. Von 1807 bis 1815 war die Stadt Hauptstadt des Herzogtums Warschau, einem kurzlebigen napoleonischen Satellitenstaat; im Anschluss des Königreichs Polen unter russischer Oberherrschaft (dem sog. Kongresspolen). Erst mit Gründung der Zweiten Polnischen Republik nach Ende des Ersten Weltkriegs war Warschau wieder Hauptstadt eines unabhängigen polnischen Staates.
Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde Warschau erst nach intensiven Kämpfen und einer mehrwöchigen Belagerung von der Wehrmacht erobert und besetzt. Schon dabei fand eine fünfstellige Zahl an Einwohnern den Tod und wurden Teile der nicht zuletzt für seine zahlreichen barocken Paläste und Parkanlagen bekannten Stadt bereits schwer beschädigt. Im Rahmen der anschließenden Unterdrückung, Verfolgung und Ermordung der polnischen und jüdischen Bevölkerung wurde mit dem Warschauer Ghetto das mit Abstand größte jüdische Ghetto unter deutscher Besatzung errichtet, das als Sammellager für mehrere hunderttausend Menschen aus Stadt, Umland und selbst dem besetzten Ausland diente und zugleich Ausgangspunkt für die Deportation in Arbeits- und Vernichtungslager war.
Infolge des Aufstandes im Warschauer Ghetto ab dem 18. April 1943 und dessen Niederschlagung Anfang Mai 1943 wurde das Ghettogebiet systematisch zerstört und seine letzten Bewohner verschleppt und ermordet. Im Sommer 1944 folgte der zwei Monate dauernde Warschauer Aufstand gegen die deutsche Besatzung, in dessen Folge fast zweihunderttausend Polen ums Leben kamen und nach dessen Niederschlagung auch das restliche Stadtgebiet Warschaus von deutschen Einheiten weitgehend und planmäßig zerstört wurde.
In der Nachkriegszeit wurden zahlreiche historische Gebäude und Teile der Innenstadt, darunter das Warschauer Königsschloss und die Altstadt, wiederaufgebaut - ein Prozess, der bis heute andauert.
Die kreisfreie Stadt Łódź (Bevölkerung 2024: 645.693) liegt in der gleichnamigen Woiwodschaft im Zentrum Polens. Die bis in die 1820er Jahre unbedeutende Kleinstadt erfuhr einen enormen Aufschwung nach dem Ausbau zum führenden Industriezentrum im autonomen Königreich Polen und wurde zu einem der wichtigsten Industriezentren im gesamten Zarenreich. Wegen der dominierenden Textilindustrie, erhielt die Stadt den Beinamen "Manchester Polens". Allerdings hielt der Wohnungsbau und der Ausbau der Infrastruktur dem Ausbau der Industrie nicht Schritt, sodass in der Stadt neben prunkvollen Palästen breite Teile der Stadtbevölkerung in prekären Verhältnissen, oft ohne Kanalisation und ohne Zugang zu Bildung, lebten.
Nach Ende des Ersten Weltkriegs gehörte Łódź zum wiederhergestellten polnischen Staat. Neben dem Wiederaufbau der kriegszerstörten Industrie wurde auch verstärkt in die Verbesserung der Lebensbedingungen der Stadtbevölkerung investiert. Nach dem Deutschen Überfall auf Polen im September 1939 wurde die Stadt ins Deutsche Reich eingegliedert und ihr offizieller Name zunächst in Lodsch, dann in Litzmannstadt geändert. 1940-1944 existierte in der Stadt eins der größten Ghettos im Reichsgebiet, in dem neben der beinahe gesamten örtlichen jüdischen Bevölkerung (mit ca. 220.000 etwa ein Drittel der Stadteinwohnerschaft) auch jüdische Bevölkerungsteile aus anderen Gebieten Polens und des Auslands sowie Sinti und Roma auf kleinstem Raum interniert waren. Nur wenige Menschen haben das Ghetto bzw. den Ort der anschließenden Verschleppung überlebt.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 stellte Łódź eine intakte Stadt dar. Als die zu diesem Zeitpunkt größte Stadt Polens und wegen ihrer Nähe zur formellen, aber fast komplett zerstörten Hauptstadt Warschau, fungierte sie für drei Jahre als Regierungssitz.
Die Krise der Textilindustrie begann in den 1980er Jahren, um kurz nach Beginn der politischen Transformation Anfang der 1990er Jahre zusammenzubrechen. Die Stadt stürzte in eine tiefe Krise, in deren Folge ihre Bevölkerung zwischen 1989 und 2022 um 200.000 Einwohner sank. Vom zweiten Platz im Ranking der größten Städte des Landes ist Łódź an die vierte Stelle nach Krakau und Breslau zurückgefallen. Die Investitionen in die Sanierung, den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und den Kultursektor trugen im 21. Jahrhundert zu einem deutlich besseren Image der Stadt bei, die heute als einer der wichtigsten Standorte für Bildung, Kultur, die Designbranche und Filmindustrie in Polen gilt.
Włocławek (Bevölkerungszahl 2022: 102.102) liegt in der Woiwodschaft Kujawien-Pommern etwa 50 km südöstlich von Thorn (Toruń) an der Weichsel und gehört zu den ältesten polnischen Städten. Im 10. Jahrhundert war Włocławek das administrative Zentrum der historischen Landschaft Kujawien. Im 13. Jahrhundert verlor die Stadt diese Funktion, vermutlich auch wegen der zahlreichen Angriffe der Deutschen Ordensritter, die bis ins 15. Jahrhundert die Stadt bedrohten. Noch im 15. Jahrhundert etablierte sich Włocławek als ein wichtiger Ort für den Getreidehandel über die Weichsel nach Danzig.
Im Zuge der Teilungen Polen-Litauens gehörte Włocławek zunächst ab 1793 zu Preußen und ab 1807 nach dem Frieden von Tilsit zum Herzogtum Warschau. Ab 1815 war die Stadt bis zur Gründung der Republik Polen 1918 Teil des Russland zugehörigen Kongresspolens. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt zu einem bedeutenden Industriestandort.
Im Zweiten Weltkrieg gehörte Włocławek bzw. dt. Leslau zum Reichsgau Wartheland. Die Stadt erlitt starke Zerstörungen. Ihre Entwicklung in der Nachkriegszeit konnte nicht an die frühere Bedeutung anschließen, auch wenn sie weiterhin zu den wichtigsten Städten der Region gehört.
Płock ist eine Stadt in Zentralpolen mit etwa 100.000 Einwohnern. Ihre Geschichte reicht bis ins 10. Jahrhundert zurück, als sie als Festung angelegt wurde. Die an der Weichsel gelegene Stadt diente mehr als einmal als polnische Königsresidenz und regionale Hauptstadt. Zu den wichtigsten Denkmälern der Stadt gehören das Schloss Płock aus dem vierzehnten Jahrhundert und die Kathedrale von Płock aus dem zwölften Jahrhundert.
Kommentar
Kutno (Bevölkerungszahl 2023: 40.723) ist eine Kreisstadt in der zentralpolnischen Woiwodschaft Łódź. Ab 1386 bis in die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts sowie im 16. und 17. Jahrhundert war Kutno eine Privatstadt. Vollständige Stadtrechte erhielt Kutno erst 1766. Der Anschluss an das Eisenbahnnetz 1862 führte zum industriellen Aufbau der Stadt. Die in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts ausgebaute Elektrotechnik spielt bis heute eine wesentliche Rolle. Ab dem 18. Jahrhundert bis zum Ersten Weltkrieg stellte die jüdische Bevölkerung die Mehrheit in Kutno dar. Das jüdische Charakter der Stadt ging erst nach dem Holokaust verloren. 1942 wurde das Ghetto in Kutno aufgelöst, und die jüdische Bevölkerung ins Vernichtungslager Kulmhof abtransportiert oder vor Ort umgebracht.
Metadaten
- Haupttitel
- ערשטער יידישער ספארט־קלוב אין קוטנע
- Untertitel
- (אַ דערינערונג)
- Sprachen
- Jiddisch
- Quelle
- Kohn, Menakem: Ershter yidisher sport-klub in Kutne. In: Shtokfish, David (Hrsg.): Kutno Memorial Book. Sefer Kutnah veha-seviva. Tel Aviv 1968. S. 216–217.
- Quellentyp
- Bericht
- Bestandshaltende Einrichtung
- New York Public Library
- Rechteinformation (Übersetzung)
- CC BY-NC-SA 4.0
- Rechteinformation (Kommentar)
- CC BY-NC-SA 4.0
Informations-Bereich
Fußnoten
Lizenz
- Für abweichende Lizenzen und Rechte von Bildern siehe den jeweiligen Bildnachweis.
- Wir bemühen uns um die Klärung aller Nutzungsrechte von digitalisierten Quellen und Abbildungen auf Copernico, gleichwohl kann es Unsicherheiten und Unklarheiten geben. Sollten Sie Rechte an einem hier gezeigten Werk haben, bitten wir darum, mit uns Kontakt aufzunehmen.





