Frauenanteil in „Morgnshtern“
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Transkriptionen
Transkription (Jiddisch)
קאָמיסיעס אָדער סעקציעס פאַר ספּאָרט־אַרבּעט צװישן פרױען איז בּײ אונז אַזאַ
מין סעקציע אָדער קאָמיסיע נישט נױטיק. די פרױען פאַרנעמען אן אונזער אַרבּעט
אַן אָנזעעװדיקן אָרט. אין דר גימנאַסטיק־סעקציע זענען בּערך אַ העלפט
מיטגל[י]דערינס‚ אַזױ אױך אין האַנטבּאָל און דאַן ריטמיק – װעלכע איז מיטן
אױסנאַם פון די קינדער־גרופּן‚ אַן אױסשליסלעכע פרױען־סעקציע.
און דער אַקטיװער אָנטײל פון די פרוען איז נישט נאָר צװישן די „ספּאָרט־
קאָנסומענטן׳׳ ד. ה. צװישן די מיטגלידער‚ נאָר אױך צװישן די „פּראָדוצענטן׳׳
ד. ה. צװײשן די אינסטרוקטאָרן‚ פאָרטונערן און אַקטיװע מיטאַרבּעטער פון דער
געזעלשאַפט.
דײטשלאַנד האָט די פאַרװאַלטונג בּאַשלאָסן אַװעקגעבּן אױף אַ קורצער צײט דעם
גאַנצן לאָקאַל צו דער דיספּאָזיציע פון די פּליטים‚ װעלכע האָבּן געזאָלט קומען
פון פּליטים־לאַגער אין זבּאָנשין. דאָס אַװעקגעבּן דעם לאָקאַל האָט בּאַדײט
אָפּצושעלן אױף אַ צײט די גאַנצע מאָרגנשטערן־אַרבּעט. די ערנסטקײט פ[ו]ן דער
זאַך‚ האָט געצװונגען אָננעמען אַזאַ בּאַשלוס.
די פאַרװאַלטונג האָט צוגעגרײט אַ געהעריקן אױפנאַם־אַפּאַראַט מיט װירטשאַפטלעכע‚
סאַניטארע און ענלעכע פונקציעס.
לײדער איז פון דעם דערװאַרטעטן טראַנספּאָרט זבּאָנשינער קײנער נישט
געקומען.
Translations
Übersetzung (Deutsch)
Frauenanteil im „Morgnshtern“
Und der aktive Anteil der Frauen ist nicht nur unter den "Sportkonsumenten", d.h. unter den Mitgliedern, sondern auch unter den "Produzenten", d.h. unter den Ausbildern, Vorturnern und aktiven Mitarbeitern des Vereins [zu finden].
Leider ist von dem erwarteten Transport aus Zbąszyń Transport aus Zbąszyń Hier eigtl. wörtl.: Transport Zbąszyńer. Bei dem Transport handelte es sich um Jüdinnen und Juden, die aus dem Deutschen Reich im Rahmen der sogenannten "Polenaktion" abgeschoben worden waren. keiner gekommen.
Kommentar
Warschau ist die Hauptstadt Polens und zugleich die größte Stadt des Landes (Bevölkerungszahl 2024: 1.863.845). Sie liegt in der Woiwodschaft Masowien an Polens längstem Fluss, der Weichsel. Warschau wurde erstmals Ende des 16. Jahrhunderts Hauptstadt der polnisch-litauischen Adelsrepublik und löste damit Krakau ab, das zuvor polnische Hauptstadt gewesen war. Im Rahmen der Teilungen Polen-Litauens wurde Warschau mehrfach besetzt und schließlich für elf Jahre Teil der preußischen Provinz Südpreußen. Von 1807 bis 1815 war die Stadt Hauptstadt des Herzogtums Warschau, einem kurzlebigen napoleonischen Satellitenstaat; im Anschluss des Königreichs Polen unter russischer Oberherrschaft (dem sog. Kongresspolen). Erst mit Gründung der Zweiten Polnischen Republik nach Ende des Ersten Weltkriegs war Warschau wieder Hauptstadt eines unabhängigen polnischen Staates.
Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde Warschau erst nach intensiven Kämpfen und einer mehrwöchigen Belagerung von der Wehrmacht erobert und besetzt. Schon dabei fand eine fünfstellige Zahl an Einwohnern den Tod und wurden Teile der nicht zuletzt für seine zahlreichen barocken Paläste und Parkanlagen bekannten Stadt bereits schwer beschädigt. Im Rahmen der anschließenden Unterdrückung, Verfolgung und Ermordung der polnischen und jüdischen Bevölkerung wurde mit dem Warschauer Ghetto das mit Abstand größte jüdische Ghetto unter deutscher Besatzung errichtet, das als Sammellager für mehrere hunderttausend Menschen aus Stadt, Umland und selbst dem besetzten Ausland diente und zugleich Ausgangspunkt für die Deportation in Arbeits- und Vernichtungslager war.
Infolge des Aufstandes im Warschauer Ghetto ab dem 18. April 1943 und dessen Niederschlagung Anfang Mai 1943 wurde das Ghettogebiet systematisch zerstört und seine letzten Bewohner verschleppt und ermordet. Im Sommer 1944 folgte der zwei Monate dauernde Warschauer Aufstand gegen die deutsche Besatzung, in dessen Folge fast zweihunderttausend Polen ums Leben kamen und nach dessen Niederschlagung auch das restliche Stadtgebiet Warschaus von deutschen Einheiten weitgehend und planmäßig zerstört wurde.
In der Nachkriegszeit wurden zahlreiche historische Gebäude und Teile der Innenstadt, darunter das Warschauer Königsschloss und die Altstadt, wiederaufgebaut - ein Prozess, der bis heute andauert.
Die kreisfreie Stadt Łódź (Bevölkerung 2024: 645.693) liegt in der gleichnamigen Woiwodschaft im Zentrum Polens. Die bis in die 1820er Jahre unbedeutende Kleinstadt erfuhr einen enormen Aufschwung nach dem Ausbau zum führenden Industriezentrum im autonomen Königreich Polen und wurde zu einem der wichtigsten Industriezentren im gesamten Zarenreich. Wegen der dominierenden Textilindustrie, erhielt die Stadt den Beinamen "Manchester Polens". Allerdings hielt der Wohnungsbau und der Ausbau der Infrastruktur dem Ausbau der Industrie nicht Schritt, sodass in der Stadt neben prunkvollen Palästen breite Teile der Stadtbevölkerung in prekären Verhältnissen, oft ohne Kanalisation und ohne Zugang zu Bildung, lebten.
Nach Ende des Ersten Weltkriegs gehörte Łódź zum wiederhergestellten polnischen Staat. Neben dem Wiederaufbau der kriegszerstörten Industrie wurde auch verstärkt in die Verbesserung der Lebensbedingungen der Stadtbevölkerung investiert. Nach dem Deutschen Überfall auf Polen im September 1939 wurde die Stadt ins Deutsche Reich eingegliedert und ihr offizieller Name zunächst in Lodsch, dann in Litzmannstadt geändert. 1940-1944 existierte in der Stadt eins der größten Ghettos im Reichsgebiet, in dem neben der beinahe gesamten örtlichen jüdischen Bevölkerung (mit ca. 220.000 etwa ein Drittel der Stadteinwohnerschaft) auch jüdische Bevölkerungsteile aus anderen Gebieten Polens und des Auslands sowie Sinti und Roma auf kleinstem Raum interniert waren. Nur wenige Menschen haben das Ghetto bzw. den Ort der anschließenden Verschleppung überlebt.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 stellte Łódź eine intakte Stadt dar. Als die zu diesem Zeitpunkt größte Stadt Polens und wegen ihrer Nähe zur formellen, aber fast komplett zerstörten Hauptstadt Warschau, fungierte sie für drei Jahre als Regierungssitz.
Die Krise der Textilindustrie begann in den 1980er Jahren, um kurz nach Beginn der politischen Transformation Anfang der 1990er Jahre zusammenzubrechen. Die Stadt stürzte in eine tiefe Krise, in deren Folge ihre Bevölkerung zwischen 1989 und 2022 um 200.000 Einwohner sank. Vom zweiten Platz im Ranking der größten Städte des Landes ist Łódź an die vierte Stelle nach Krakau und Breslau zurückgefallen. Die Investitionen in die Sanierung, den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und den Kultursektor trugen im 21. Jahrhundert zu einem deutlich besseren Image der Stadt bei, die heute als einer der wichtigsten Standorte für Bildung, Kultur, die Designbranche und Filmindustrie in Polen gilt.
Zbąszyń (Bevölkerungszahl 2024: 7.006) ist eine Kleinstadt in der Woiwodschaft Großpolen im Westen Polens. Mit der zweiten Teilung Polens 1793 ging Zbąszyń an Preußen. Nach der Verabschiedung des Versailler Vertrags kam die Stadt an Russland. 1920 wurde sie wieder polnisch.
Metadaten
- Haupttitel
- פרױען-אָנטײל אין „מאָרגנשטערן׳׳
- Datierung
- 1939
- Sprachen
- Jiddisch
- Quelle
- Anonymus: Froyen-onteyl in „Morgnshtern“. In: Jahresbericht 1938. S. 7.
- Quellentyp
- Zeitungsartikel
- Bestandshaltende Einrichtung
- YIVO Institute for Jewish Research
- Signatur
- YIVO Archives RG 1467/69
- Rechteinformation (Übersetzung)
- CC BY-NC-SA 4.0
- Rechteinformation (Kommentar)
- CC BY-NC-SA 4.0
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