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Frontgeist – Sportgeist – Disziplin!
Zur Gründung der R.J.F.-Sportgruppe in Düsseldorf
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Lippmann, Alwin: Frontgeist – Sportgeist – Disziplin!. Zur Gründung der R.J.F.-Sportgruppe in Düsseldorf. (05.01.1935). In: Gemeindezeitung für den Synagogenbezirk Düsseldorf. Amtlicher Anzeiger der Gemeindeverwaltung 5 (1935), Nr. 8. S. 6-7. Zitiert nach: Copernico. Geschichte und kulturelles Erbe im östlichen Europa. URL: https://www.copernico.eu/de/link/68ee2126980402.86849898 (14-07-2026)
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Der Zeitungsartikel „Frontgeist – Sportgeist – Disziplin!“, verfasst von Alwin Lippmann, dokumentiert die Gründung der Düsseldorfer Ortsgruppe des Sportbunds des Reichbunds jüdischer Frontsoldaten (RjF) im Jahr 1935.
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Transkription (Deutsch)
Frontgeist – Sportgeist – Disziplin!
Zur Gründung der R.J.F.-Sportgruppe in Düsseldorf.
Als im April 1933 der
R e i c h s b u n d j ü d i s c h er F r o n t s o l d a t e n
Reichsbund jüdischer Frontsoldaten
auch:
Der 1919 gegründete Reichsbund jüdischer Frontsoldaten (RjF) war eine Reaktion auf antisemitische Anfeindungen gegenüber den aus dem Ersten Weltkrieg zurückkehrenden jüdischen Soldaten. Obwohl ca. 85.000 jüdische Frontsoldaten am Krieg teilnahmen, von denen etwa 12.000 starben, wurde ihnen vorgeworfen, sie hätten sich vor dem Krieg gedrückt und somit die Niederlage Deutschlands verursacht. Der RjF informierte über die Leistungen jüdischer Soldaten und half ihnen, die gebührende Anerkennung zu erlangen. Darüber hinaus organisierte der RjF Selbstschutzeinheiten, um die jüdische Bevölkerung vor antisemitischen Angriffen zu schützen. Seine politische Einstellung war deutsch-national, und sein Presseorgan hieß „Schild“. Ab 1936 wurde dem RjF verboten, sich politisch zu engagieren. Zwei Jahre später wurde er aufgelöst.
seinen
Sportbund
Sportbund
Die Gründung des „Sportbund des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten“ ist auf den 30. Mai 1933 datiert. Es bleibt offen, weshalb Alwin Lippmann in seinem Artikel den April als Gründungsmonat für den Sportbund nennt. Zwar wurde im April bereits über die Planung eines Sportbundes berichtet, jedoch fand die Gründung erst Ende Mai statt. Aus den Quellen geht hervor, dass die Bundesleitung am 29. Mai die Gründung des Sportbundes beschloss und einen Tag später mit seinem Aufbau begann.
gründete, hörten wir manchen Zweifel hinsichtlich der Legitimität des Bundes zu solchem Beginnen. Die Zweifel waren unberechtigt. Wer sonst – so darf man fragen – wäre berechtigt, die jüdische Jugend aufzurufen und aufzurütteln, zu Disziplin und Gehorsam anzuhalten, zu körperlichen Höchstleistungen anzuspornen, als der jüdische Fronsoldat? Er, der selbst eine straffe körperliche Ausbildung genossen hat und ihre Vorteile zu schätzen weiß, er, der Strapazen und Gefahren kennt und ihnen getrotzt hat, er, der erfahren hat, daß sich k ö r p e r l i c h e K r a f t u n d e i s e r n e r W i l l e a n e r z i e h e n l a s s e n, er, der gehorchen gelernt hat und deshalb befähigt ist, zu befehlen, – er ist der berufene Berater und Führer der Jugend in sportlichen Dingen!RjF
Der Erfolg ist der beste Prüfstein! In Scharen eilte die jüdische Jugend den neugegründeten Sportverein zu, über 16000 a k t i v e S p o r t l e r i n 152 S p o r t g r u p p e n u m f a ß t d e r R.J.F. s c h o n h e u t e nach 1 ½ Jahre [sic!] seines Bestehens. In eifriger kameradschaftlicher Sportarbeit finden sich jüdische Fronsoldaten mit der Jugend zusammen. Frei von allem, was man als „militärischen Drill“ zu bezeichnen pflegt, i n f r e i w i l l i g e r E i n o r d n u n g und f r e u d i g e r D i s z i p l i n , beseelt von frohem Willen zur Gesamtheit, fühlen Alte und Junge die gleich hohe Verantwortung, die einst die Frontsoldaten ausgezeichnet hat. An der Spitze aller unserer Sportorganisationen stehen Frontsoldaten; gern folgen unsere jugendlichen Sportkameraden ihnen. Sie „gedenken der Taten ihrer Väter“, eifern ihnen nach und suchen ihnen in jugendlicher Sportbegeisterung und kameradschaftlicher Gesinnung gleichzutun. „Makkabäergeist“, der Geist, den Mattathias seinen Söhnen als schönstes Vermächtnis hinterließ, Gemeinschaftsgeist, der einst die Makkabäer erfüllt und zu ruhmvollen Taten begeistert hat, er herrscht in unseren Sportvereinen…
W i r w e r b e n u m u n s e r e J u g e n d u n d z i e h e n s i e a n u n s. Warmen Herzens und erfüllt von ehr- |7| lichem Wollen fühlen wir tiefstes Verstehen für unsere Jugend und ihre besondere Lage. Wir wissen, was sie durchlebt, wir kennen ihre Sorgen und Nöte, ihre Hoffnungen. W i r m a c h e n s i e – seelisch und körperlich – s t a n d h a f t u n d t a p f e r, wir geben ihr Gelegenheit, Freunsdchaften [sic!] zu schließen, schaffen ihr Entspannung, Lebensfreude, wir lassen sie im Sport und friedlichen Wettkampf Kraftgefühl und Selbstsicherheit wiederfinden und neu gewinnen. Wir freuen uns, wenn ihre Augen strahlen! U n s e r e j u n g e n S p o r t k a m e r a d e n s o l l e n z u r i t t e r l i c h e n , c h a r a k t e r f e s t e n , d e u t s c h b e w u ß t e n J u d e n , z u w e r t v o l l e n G l i e d e r n d e s G a n z e n h e r a n g e b i l d e t w e r d e n.
Wir haben ein klares Ziel vor Augen, wer in unseren Reihen mitmarschieren will, sei uns willkommen – als Kamerad.
A. L. A. L. Alwin Lippmann (1892–1944) errang im Ersten Weltkrieg den Rang eines Oberleutnants (Luftwaffe) und erhielt insgesamt acht Kriegsauszeichnungen. Nach dem Krieg war er als Kaufmann und Immobilienmakler tätig. 1919 war er Gründungsmitglied der R.j.F-Ortsgruppe in Düsseldorf und war im Vorstand vertreten. Außerdem war er im Vorstand des Schild Düsseldorf aktiv. Nach den Pogromen im November 1938 zog die Familie mehrfach um, bis sie sich 1940 in Düsseldorf abmeldeten und nach Dortmund zogen. Am 30. April 1942 wurde die Familie Lippmann in das Ghetto Zamość deportiert. Im Ghetto wurde Lippmann zum Kommandeur des jüdischen Ordnungsdienstes bestimmt. Lippmann saß mehrfach im Gefängnis und musste in Stryj Zwangsarbeit leisten. Über das KZ Plaszow kam er in das KZ Mauthausen. Von dort wurde Lippmann am 24. August 1944 nach Auschwitz deportiert und vermutlich dort nach seiner Ankunft ermordet. Lippmanns Frau und seine beiden Töchter wurden in der Shoa ermordet.
A. L. A. L. Alwin Lippmann (1892–1944) errang im Ersten Weltkrieg den Rang eines Oberleutnants (Luftwaffe) und erhielt insgesamt acht Kriegsauszeichnungen. Nach dem Krieg war er als Kaufmann und Immobilienmakler tätig. 1919 war er Gründungsmitglied der R.j.F-Ortsgruppe in Düsseldorf und war im Vorstand vertreten. Außerdem war er im Vorstand des Schild Düsseldorf aktiv. Nach den Pogromen im November 1938 zog die Familie mehrfach um, bis sie sich 1940 in Düsseldorf abmeldeten und nach Dortmund zogen. Am 30. April 1942 wurde die Familie Lippmann in das Ghetto Zamość deportiert. Im Ghetto wurde Lippmann zum Kommandeur des jüdischen Ordnungsdienstes bestimmt. Lippmann saß mehrfach im Gefängnis und musste in Stryj Zwangsarbeit leisten. Über das KZ Plaszow kam er in das KZ Mauthausen. Von dort wurde Lippmann am 24. August 1944 nach Auschwitz deportiert und vermutlich dort nach seiner Ankunft ermordet. Lippmanns Frau und seine beiden Töchter wurden in der Shoa ermordet.
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Kommentar
von Pia Ollech
Der Zeitungsartikel „Frontgeist – Sportgeist – Disziplin“, verfasst von Alwin Lippmann, dokumentiert die Gründung der Düsseldorfer Ortsgruppe des Sportbundes des
Reichbundes jüdischer Frontsoldaten (RjF)
Reichsbund jüdischer Frontsoldaten
auch:
Der 1919 gegründete Reichsbund jüdischer Frontsoldaten (RjF) war eine Reaktion auf antisemitische Anfeindungen gegenüber den aus dem Ersten Weltkrieg zurückkehrenden jüdischen Soldaten. Obwohl ca. 85.000 jüdische Frontsoldaten am Krieg teilnahmen, von denen etwa 12.000 starben, wurde ihnen vorgeworfen, sie hätten sich vor dem Krieg gedrückt und somit die Niederlage Deutschlands verursacht. Der RjF informierte über die Leistungen jüdischer Soldaten und half ihnen, die gebührende Anerkennung zu erlangen. Darüber hinaus organisierte der RjF Selbstschutzeinheiten, um die jüdische Bevölkerung vor antisemitischen Angriffen zu schützen. Seine politische Einstellung war deutsch-national, und sein Presseorgan hieß „Schild“. Ab 1936 wurde dem RjF verboten, sich politisch zu engagieren. Zwei Jahre später wurde er aufgelöst.
im Jahr 1935. Der Sportbund des RjF wurde bereits am
30. Mai 1933
30. Mai 1933
Die Gründung des „Sportbund des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten“ ist auf den 30. Mai 1933 datiert. Es bleibt offen, weshalb Alwin Lippmann in seinem Artikel den April als Gründungsmonat für den Sportbund nennt. Zwar wurde im April bereits über die Planung eines Sportbundes berichtet, jedoch fand die Gründung erst Ende Mai statt. Aus den Quellen geht hervor, dass die Bundesleitung am 29. Mai die Gründung des Sportbundes beschloss und einen Tag später mit seinem Aufbau begann.
gegründet. Dabei war die sportliche Aktivität im RjF keinesfalls ein Produkt des Nationalsozialismus. Bereits seit 1925 führte der RjF eine Sportabteilung, welche dem Schutz des jüdischen Soldatentums und der Bekämpfung antisemitischer Vorurteile diente. Zudem sollte dem Stereotypen vom „krummen Juden“ entgegengewirkt und eine körperlich starke und gesunde Jugend herangezogen werden.1 Die Sportabteilung war jedoch nur locker an den RjF angeschlossen und auf ehemalige Frontkämpfer beschränkt, weshalb sie im öffentlichen Raum kaum in Erscheinung trat und keine Teilnahme an Wettkämpfen stattfand. Dies änderte sich mit der Gründung des Sportbundes 1933. Dieser erhielt fortan eine feste organisatorische Funktion im Reichsbund und wurde für alle jüdischen Sportler geöffnet.2 Ziel war es eine „Einheitsfront der deutsch-jüdischen Sportler“3 zu bilden.RjF
In der praktischen Umsetzung bedeutete dies, dass sich der Sportbund zur Aufgabe machte „heimatlos gewordenen […] jüdischen Turnern und Sportlern die Möglichkeit zur Ausübung von Turnen und Sport zu geben“4. Hiermit wurde er ab 1933 zum Auffangbecken ausgeschlossener jüdischer Sportler. Mit dem Zustrom neuer Mitglieder erreichte der Breitensport neue Ausmaße und der Sportbund trat erstmals mit sportlicher Leistung in Erscheinung. In eigenen Ligen traten die Mannschaften des Sportbundes gegen die Mannschaften des
Deutschen Makkabikreises
Deutschen Makkabikreises
Der Deutsche Makkabikreis war der Verband zionistischer Sportvereine in Deutschland und Teil des Makkabi-Weltverbands. Er kritisierte anfangs die Gründung des VINTUS, da diese als Schritt gegen den Zionismus gesehen wurde. In den 1920er Jahren war die Anzahl von Vereinen in dem Verband eher gering, da es nicht sehr viele zionistische Vereine in Deutschland gab. Außerdem versuchten viele große zionistische Vereine, sich deutschen Verbänden anzuschließen. Nach 1933 war der Makkabikreis einer der zwei erlaubten, jüdischen Sportverbände. Er organisierte verschiedene Sportveranstaltungen, z.B. Fußballspiele und Leichtathletikwettkämpfe. Während dieser Zeit gingen sehr viele Vereinsmitglieder ins Exil. Jugendliche wurden die größte Zielgruppe der Vereine im Makkabikreis. Nach den Novemberpogromen 1938 stellte der Makkabikreis seine sportlichen Aktivitäten ein.
an.
Der Zustrom neuer Sportler wird auch in den steigenden Mitgliederzahlen des Sportbundes deutlich. Bereits Ende 1933 verzeichnete der Sportbund 7.000 Mitglieder in insgesamt 90 Vereinen. Dies bedeutete eine Verdoppelung der ursprünglichen Mitgliederzahlen innerhalb des ersten Jahres. Die Zahlen stiegen auch in den folgenden Jahren immer weiter an. Anfang 1935 waren es bereits 16.000 Mitglieder (S. 6). Bis 1936 verdreifachten sich die Zahlen auf 21.000 Mitglieder und 216 Sportgruppen. Hiermit zog der Sportbund mit dem bereits etablierten Deutschen Makkabikreis gleich.5
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 sah der RjF seine Existenz zunehmend gefährdet, weshalb er sich bemühte, seine Loyalität gegenüber den Nationalsozialisten zu demonstrieren, in der Hoffnung sein Bestehen vorübergehend zu sichern. Ziel war es, die Rolle einer „ehrlichen und loyalen Opposition“ zu übernehmen. Leo Löwenstein Leo Löwenstein Leo Löwenstein (1879–1956) war ein deutscher Physiker, Chemiker und Sportfunktionär. Er dienste im Ersten Weltkrieg und schied nach Ende des Krieges als Hauptmann der Reserve aus dem Militär aus. Er wurde u.a mit dem Eisernen Kreuz Erster Klasse ausgezeichnet. Nach dem Krieg war er als Physiker und Chemiker tätig. 1919 gründete er den „Reichsbund jüdischer Frontsoldaten“ und wurde zugleich dessen Vorsitzender. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten und der Novemberpogrome 1938 blieb er zunächst von Verfolgung und Bedrohung verschont, der RjF wurde hingegen aufgelöst. Seit dem Jahr 1940 musste das Ehepaar Löwenstein Zwangsarbeit leisten, 1943 wurden sie in das KZ Theresienstadt deportiert. Sie überlebten die Shoa und emigrierten in der frühen Nachkriegszeit nach Schweden und später in die Schweiz. Löwenstein verstarb 1956 auf einer Reise in Israel. , Vorsitzender des RjF, richtete sich mehrfach direkt an Hitler und bekundete seine Solidarität. Er versicherte, dass der RjF mit all seiner Kraft beim „nationalen Wiederaufbau Deutschlands“ mithelfen werde. Vor allem die Jugend müsse „im Sinne des heutigen Staates erzogen werden“. Zudem stellte er die positiven Effekte des jüdischen Sports für den deutschen Staat heraus. Durch eine frühe körperliche Ausbildung mit militärischem Drill und strengem Gehorsam sei die jüdische Jugend bestens für den Einsatz im Militär vorbereitet. Somit könnten, so Löwenstein, auch die Nationalsozialisten von der Arbeit des Sportbundes profitieren. Ziel war es „deutschbewußte Juden“ zu erziehen, so Lippmann (S. 7). Auch mit der Etablierung des „Führerprinzips“ im Sportbund näherte man sich den Nationalsozialisten auf ideologischer Ebene an.6 Die Versuche blieben jedoch ohne große Erfolge. Mit der Zeit wurden die sportlichen Handlungsspielräume des Sportbundes immer weiter eingeschränkt und immer mehr Mitglieder traten die Flucht ins Ausland an. Das Novemberpogrom 1938 besiegelte schließlich das Ende des Sportbund Schild.
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 sah der RjF seine Existenz zunehmend gefährdet, weshalb er sich bemühte, seine Loyalität gegenüber den Nationalsozialisten zu demonstrieren, in der Hoffnung sein Bestehen vorübergehend zu sichern. Ziel war es, die Rolle einer „ehrlichen und loyalen Opposition“ zu übernehmen. Leo Löwenstein Leo Löwenstein Leo Löwenstein (1879–1956) war ein deutscher Physiker, Chemiker und Sportfunktionär. Er dienste im Ersten Weltkrieg und schied nach Ende des Krieges als Hauptmann der Reserve aus dem Militär aus. Er wurde u.a mit dem Eisernen Kreuz Erster Klasse ausgezeichnet. Nach dem Krieg war er als Physiker und Chemiker tätig. 1919 gründete er den „Reichsbund jüdischer Frontsoldaten“ und wurde zugleich dessen Vorsitzender. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten und der Novemberpogrome 1938 blieb er zunächst von Verfolgung und Bedrohung verschont, der RjF wurde hingegen aufgelöst. Seit dem Jahr 1940 musste das Ehepaar Löwenstein Zwangsarbeit leisten, 1943 wurden sie in das KZ Theresienstadt deportiert. Sie überlebten die Shoa und emigrierten in der frühen Nachkriegszeit nach Schweden und später in die Schweiz. Löwenstein verstarb 1956 auf einer Reise in Israel. , Vorsitzender des RjF, richtete sich mehrfach direkt an Hitler und bekundete seine Solidarität. Er versicherte, dass der RjF mit all seiner Kraft beim „nationalen Wiederaufbau Deutschlands“ mithelfen werde. Vor allem die Jugend müsse „im Sinne des heutigen Staates erzogen werden“. Zudem stellte er die positiven Effekte des jüdischen Sports für den deutschen Staat heraus. Durch eine frühe körperliche Ausbildung mit militärischem Drill und strengem Gehorsam sei die jüdische Jugend bestens für den Einsatz im Militär vorbereitet. Somit könnten, so Löwenstein, auch die Nationalsozialisten von der Arbeit des Sportbundes profitieren. Ziel war es „deutschbewußte Juden“ zu erziehen, so Lippmann (S. 7). Auch mit der Etablierung des „Führerprinzips“ im Sportbund näherte man sich den Nationalsozialisten auf ideologischer Ebene an.6 Die Versuche blieben jedoch ohne große Erfolge. Mit der Zeit wurden die sportlichen Handlungsspielräume des Sportbundes immer weiter eingeschränkt und immer mehr Mitglieder traten die Flucht ins Ausland an. Das Novemberpogrom 1938 besiegelte schließlich das Ende des Sportbund Schild.
Die Düsseldorfer Ortsgruppe des Sportbund Schild wurde erst sehr spät gegründet. Der vorliegende Artikel von Alwin Lippmann datiert die Gründung der Ortsgruppe in den Januar 1935. Erstmals ins öffentliche Gespräch kam die Ortsgruppe Ende 1934. Im Dezember hieß es hierzu im
Düsseldorfer Gemeindeblatt
Düsseldorfer Gemeindeblatt
Nach dem Krieg wurde die Gemeindezeitung des Synagogenbezirks Düsseldorf nicht offiziell weitergeführt. Stattdessen entstanden in Düsseldorf neue jüdische Publikationen, darunter das „Jüdisches Gemeindeblatt für die Nordrhein-Provinz und Westfalen". Diese Zeitung war die erste jüdische Publikation in Deutschland, die nach dem Krieg offiziell lizenziert wurde, und ging im Jahr 2002 in der „Jüdische Allgemeine" auf.
: „Auf die vielen Anfragen, die aus allen Kreisen der Gemeinde an uns gerichtet werden, teilen wir mit, daß die Bildung unserer Sportgruppe nunmehr bevorsteht“7. Im Januar 1935 kam es zur offiziellen Gründung des Schild Düsseldorf unter der Leitung von Alwin Lippmann. Die Ortsgruppe wurde in die Abteilungen Fußball, Leichtathletik, Handball, Jugendwandern, Motorsport und Wintersport unterteilt, welche jeweils von Vorstandsmitgliedern der Ortsgruppe geleitet wurden. Zudem wurden Angebote in den Sportarten Tischtennis, Tennis und Turnen angeboten.
Sportliche Erfolge erzielte der Schild Düsseldorf vor allem im Fußball. Bereits im ersten Jahr seines Bestehens belegte die Fußballmannschaft den zweiten Platz in der Mittelrheinliga und verpasste nur knapp die Meisterschaft. Der schnelle Erfolg war auf die langjährige Erfahrung der einzelnen Spieler zurückführen, welche aus ihren Heimatvereinen ausgeschlossen wurden und im Schild zusammenkamen. Auch in der Leichtathletik verzeichneten die Düsseldorfer Sportler erste Erfolge.8 Die anfängliche Euphorie hielt jedoch nicht lange an. Bereits Anfang 1936 wurden der Ortsgruppe die Sportplätze an der Golzheimer Heide entzogen. Als Ersatz bekamen sie eine Sportanlage in Reisholz zugewiesen, welche weit außerhalb lag und für viele Sportler nur schwer zu erreichen war. Auch die sportlichen Erfolge ließen mit der Zeit nach und es konnte nicht mehr an die anfänglichen Erfolge angeknüpft werden.
Ab 1936 rückte der Sport teilweise in den Hintergrund des Vereinslebens. Immer stärker beschäftigte sich die Ortsgruppe mit dem Thema der Auswanderung. So organisierte sie im November 1936 Sprachkurse für ihre Mitglieder, welche sie auf eine bevorstehende Auswanderung vorbereiten sollten. In Düsseldorf wurden Kurse für Englisch und Spanisch angeboten, welche sich einer großen Beliebtheit bei den Mitgliedern erfreuten.9 Immer mehr Mitglieder traten die Flucht ins Ausland an, wodurch die Mitgliederzahlen stark zurück gingen und die Mannschaften
aus dem Spielbetrieb zurückgezogen
aus dem Spielbetrieb zurückgezogen
Viele Vereine zogen ab 1937 ihre zweiten Mannschaften vom Spielbetrieb ab aufgrund fehlender Sportler, bevor sie endgültig den Spielbetrieb einstellten. Mitte 1937 waren von 52 Vereinen in der westdeutschen Schild Fußballliga nur noch 13 verblieben.
werden mussten.10 Der letzte Nachweis zur Düsseldorfer Ortsgruppe findet sich im Oktober 1938.11
Eine zentrale Person in der Düsseldorfer Ortsgruppe war Alwin Lippmann. Lippmann wurde am 22. Januar 1892 als Sohn des Kaufmannes Friedrich Lippmann und Johanna Lippmann, geborene Vogelsang, in Düsseldorf geboren.12 Er kämpfte als Soldat im ersten Weltkrieg. Zu seinem Kriegseinsatz meldete sich Lippmann 1914 freiwillig. Hier war er zunächst im bayrischen Reserve-Ersatzregiment 19 eingeteilt, bevor er kurze Zeit später an die Fliegerschule in Hasselt wechselte. Der Einsatz bei der Luftwaffe war nur von kurzer Dauer, da Lippmann das Fliegen aufgrund einer schweren Verletzung aufgeben musste. Daraufhin kehrte er 1916 zur Infanterie zurück, wo er bis Kriegsende kämpfte. Während seiner Zeit beim Militär stieg er bis in den Rang des Oberleutnants auf. Für seinen Einsatz während des Krieges erhielt Lippmann acht hohe Kriegsauszeichnungen, unter anderem das Eiserne Kreuz und das bayrische Militärverdienstkreuz. Nach Kriegsende wurde ihm ein eigenes Detachement beim Grenzschutz in Oberschlesien zugeteilt. Hier wurde er während eines Einsatzes schwer am Kopf verletzt, was das Ende seiner militärischen Karriere bedeutete.13
Nach seiner Genesung kehrte Lippmann in seine Heimatstadt Düsseldorf zurück. Hier arbeitete er als Kaufmann und war Mitinhaber der Metallverarbeitungsfirma Vogelsang. Neben seiner beruflichen Tätigkeit trat Lippmann dem Reichsbund jüdischer Frontsoldaten bei und wurde Mitglied in der Bundesleitung. Im Jahr 1919 gehörte er zu den Gründern der Düsseldorfer Ortsgruppe. Nach der Gründung übernahm er den Vorsitz der Ortsgruppe und später der Sportgruppe Schild. In einem Artikel über das 10-jährige Bestehen der Ortsgruppe sprach sich Lippmann für die Ziele des RjFs aus:
„Als wir im Jahre 1919 den Reichsbund gründeten, wollten wir keine Trennungsmauer errichten zwischen uns und den anderen Kameraden. Sondern aus der Not geboren kam dieser Zusammenschluß, denn es galt abzuwehren ein Wahngebilde des Hasses, es galt mit allen Mitteln zu bekämpfen die Lüge: Daß die Juden im Kriege ihre Pflicht nicht erfüllt, daß der jüdische Soldat an der Front versagt hätte. Es galt, unsere Ehre und vor allem die Ehre unserer toten Kameraden, die sich selbst nicht mehr rechtfertigen konnten, vor diesen Beschimpfungen zu beschützen und zu bewahren“14.
Bereits 1929 stellte er sich gegen die antisemitischen Vorurteile, die gegen die jüdische Bevölkerung erhoben wurden.
Im Jahre 1921 heiratete Alwin Lippmann seine Frau Rosa Cahn. Die beiden bekamen zwei Töchter. Beruflich war Lippmann als Grundstücksmakler tätig. Zusammen mit seiner Frau gründete er 1929 die Handelsgesellschaft „A. Lippmann & Co“ mit Sitz in Düsseldorf.15 Die Familie führte ein bescheidenes Leben in Düsseldorf und bezog ein Haus in der Steinstraße 66. Nach den Ereignissen der Novemberpogrome verließ die Familie Düsseldorf und zog nach Dortmund.16
Im April 1942 waren Alwin Lippmann und seine Familie von den Deportationen der jüdischen Bevölkerung betroffen. Zusammen mit weiteren Dortmunder Juden wurden sie in das
Ghetto von Zamość
wo er einige Tage später verhaftet wurde. Während seiner
Haft
Haft
Während seiner Inhaftierung teilte er sich eine Zelle mit dem polnischen Juden Thomas Blatt. Dieser hielt das erlebte später nach seiner Befreiung fest.
berief sich Lippmann mehrfach auf seine Verdienste während des ersten Weltkriegs und versuchte eine „arische“ Abstammung nachzuweisen, jedoch ohne Erfolg. Schließlich wurde Lippmann am 10. August 1944 in das
Konzentrationslager Mauthausen
Ghetto von Zamość
auch:
Das Ghetto von Zamość wurde im Stadtteil Nowa Osada eingerichtet. Ab Mai 1941 wurden dort etwa 7.000 Menschen untergebracht, darunter Angehörige der lokalen jüdischen Bevölkerung sowie Menschen aus den okkupierten Gebieten Polens, aus Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei. Sie durften das offene Ghetto nachts nicht verlassen. Die ansässige polnische Bevölkerung wurde erst im Juni 1942 vertrieben.
Die erste Deportation aus dem Ghetto erfolgte am 11. April 1942, als 2.500 Menschen in das Vernichtungslager Belzec gebracht wurden. Mehr als 500 weitere Personen kamen während dieser Aktion im Ghetto ums Leben. Am 27. Mai 1942 fand die nächste Deportation statt, diesmal ins Vernichtungslager Sobibor. Nach der dritten Deportation von ca. 300 bis 350 Personen am 11. August 1942 ins KZ Majdanek begann die Auflösung des Ghettos, das zunächst flächenmäßig deutlich verkleinert wurde. Es fanden auch Massenerschießungen statt. Am 16. Oktober wurden die Verbliebenen schließlich nach Izbica getrieben und später in den nahegelegenen Konzentrationslagern umgebracht.
deportiert. Hier wurde Lippmann zum Kommandeur des jüdischen Ordnungsdienstes ernannt. Er soll sich dort stark für die Insassen eingesetzt und diese mit Lebensmitteln versorgt haben. Bei der Auflösung des Ghettos gelang Lippmann die Flucht. Er flüchtete in die Stadt Getto Zamość, Ghetto Zamość
Stryj
rus. Стрый, ukr. Стрий, pol. Stryj
Stryj ist eine Stadt in der westukrainischen Oblast Lwiw (Bevölkerungszahl 2021: 59.425). Sie liegt am Fuße der Ostkarpaten am gleichnamigen Fluss.
Bis zum 2. Weltkrieg war sie etwa in gleichem Maße von jüdischer, polnischer und ukrainischer Bevölkerung geprägt. Die Erstgenannte, zahlenmäßig stärkste Gruppe wurde im Zweiten Weltkrieg von den deutschen Besatzern vor Ort und in Vernichtungslagern exterminiert. Die polnische Bevölkerung wurde während des Krieges in den asiatischen Teil der Sowjetunion deportiert oder nach dem Krieg in die Volksrepublik Polen umgesiedelt. Sie ist heute ebenfalls aus dem Stadtbild verschwunden.
Konzentrationslager Mauthausen
auch:
Das Konzentrationslager Mauthausen lag östlich der oberösterreichischen Stadt Linz und war das größte nationalsozialistische Konzentrationslager auf dem Gebiet des ehemaligen österreichischen Staates. Die Vorbereitungen zu seiner Errichtung begannen bereits im Frühjahr 1938; nur wenige Wochen nach dem sogenannten Anschluss Österreichs. Ihr voraus ging die Einrichtung eines benachbarten Granitsteinbruchs unter Einsatz von Zwangsarbeitern im Mai 1938. Die ersten Lagerhäftlinge wurden am 8. August 1938 aus dem Konzentrationslager Dachau nach Mauthausen verlegt. Sie mussten sowohl am Aufbau des Lagers mitarbeiten als auch im Steinbruch Zwangsarbeit leisten. Die systematische Deportation und Inhaftierung von Jüdinnen und Juden in das Konzentrationslager Mauthausen begann 1941 mit Transporten aus dem heutigen Tschechien. Durch den enormen Anstieg an inhaftierten Personen wurden für das Konzentrationslager etliche Nebenlager errichtet. War der Haupteinsatzort der Gefangenen bis zum Kriegsbeginn der Steinbruch gewesen, wurde später der Großteil der Gefangenen in der Rüstungsproduktion eingesetzt. Die sogenannte Evakuierung des Lagers begann am 16. April 1945, am 3. Mai 1945 verließen die letzten SS-Einheiten das Lager, das am 5. Mai 1945 von amerikanischen Truppen befreit wurde. Insgesamt waren im Konzentrationslager Mauthausen 199.404 Menschen inhaftiert, ungefähr 119.000 von ihnen wurden getötet, davon 38.120 Jüdinnen und Juden. Neben der Tötung der Inhaftierten durch Arbeit wurden Häftlinge auch durch Giftgas ermordet.
deportiert. Sein Gesundheitszustand war zu diesem Zeitpunkt bereits sehr schlecht, weshalb er direkt nach der Ankunft in das Sanitätslager des Konzentrationslagers gebracht wurde. Am 24. August wurde Lippmann weiter nach
Auschwitz
KZ Mauthausen
Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz
auch:
Die Konzentrations- und Vernichtungslager in und bei Auschwitz stellen den größten Lager-Komplex dar, der durch das nationalsozialistische Deutschland errichtet worden ist. Es handelt sich eigentlich um drei große Konzentrations- und Vernichtungslager sowie rund 50 Außenlager, die meist der Zwangsarbeit dienten. Die Lager wurden ab 1940 eingerichtet und am 27. Januar 1945 durch die Rote Armee befreit. Die drei Hauptlager sind: Das ab Frühjahr 1940 eingerichtete sog. ‚Stammlager‘ Auschwitz I; das großflächige Vernichtungslager Birkenau, formal Auschwitz II, bekannt als Auschwitz-Birkenau; und das Konzentrations- und Arbeitslager Auschwitz III im nahen Monowitz, das durch die I. G. Farben AG errichtet worden war und ab 1943 selbst als Stammlager für zahlreiche Außenlager fungierte.
Aufgrund der enormen Zahl der hier in industrialisierter Form ermordeten Menschen, der zahllosen weiteren hier verübten Kriegsverbrechen (darunter Menschenversuche) sowie der gewaltigen Größe und organisatorischen Komplexität der Anlagen stehen der Lager-Komplex Auschwitz und vor allem Auschwitz-Birkenau heute vielfach auch symbolisch für den Holocaust bzw. die Shoah insgesamt und die besonders grausame und exzessive Form der Menschen-Vernichtung durch das nationalsozialistische Deutschland. Von den insgesamt mind. rund 1,3 Millionen nach Auschwitz deportierten Personen sind mind. rund 1,1 Millionen in den Lagern ums Leben gekommen, darunter rund 960.000 Jüdinnen und Juden. Die allermeisten von ihnen wurden direkt nach Ankunft in den Gaskammern ermordet. Exakte Opferzahlen konnten jedoch nie ermittelt werden. Kurz vor Ankunft der Roten Armee wurde ein Teil der KZ-Häftlinge noch über Todesmärsche aus den Lagern evakuiert und, sofern nicht bereits auf dem Marsch ermordet, in andere Lager verbracht.
deportiert, wo er direkt nach seiner Ankunft ermordet wurde.17KZ Auschwitz
Lippmanns Artikel verdeutlicht die Bemühungen des RjF zu Beginn des Nationalsozialismus eine Form der Selbstbehauptung durch körperliche Ertüchtigung und gemeinschaftliches Engagement für die jüdischen Sportler zu etablieren. Zudem wird das Spannungsverhältnis zwischen jüdischer Identitätsstiftung, deutschnationaler Loyalitätsbekundung und einer zunehmenden repressiven und antisemitischen Politik deutlich.
Metadaten
- Haupttitel
- Frontgeist – Sportgeist – Disziplin!
- Untertitel
- Zur Gründung der R.J.F.-Sportgruppe in Düsseldorf.
- Datierung
- 05.01.1935
- Sprachen
- Deutsch
- Quelle
- Lippmann, Alwin: Frontgeist – Sportgeist – Disziplin! Zur Gründung der R.J.F.-Sportgruppe in Düsseldorf. In: Gemeindezeitung für den Synagogenbezirk Düsseldorf. Amtlicher Anzeiger der Gemeindeverwaltung 5 (1935), Nr. 8. S. 6-7.
- Quellentyp
- Zeitungsartikel
- Bestandshaltende Einrichtung
- Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
- Rechteinformation (Kommentar)
- CC BY-NC-SA 4.0
Informations-Bereich
Fußnoten
1.
2.
3.
Beck, Walter: Klarheit. In: Die Kraft: Blatt für Berufsumschichtung, Siedlung, Arbeitsdienst, Jugendertüchtigung und Sport. Beiblatt zu "Der Schild". Organ des Sportbundes des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten (Hrsg.), Jg. 12 (16), 31. 08. 1933. S. I. Beck spielt mit der Aussage auch auf die deutsch-nationale und assimilatorische Ausrichtung des RjF an.
4.
5.
6.
Schreiben von Leo Löwenstein an Adolf Hitler vom 6. Mai 1933, zitiert nach: Bernett, Hajo: Der jüdische Sport im nationalsozialistischen Deutschland 1933-1938, Schorndorf 1978, S. 157–159; Zur Einführung des „Führerprinzips“ siehe: Löwenstein, Leo: Führung! in: Der Schild. Organ des Sportbundes des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten (Hrsg.), Jg. 12 (12), 22.06.1933. S. 87.
8.
Bericht über das Endspiel der Meisterschaft, in: Die Kraft: Beiblatt des "Schild" für Jugendertüchtigigung und Sport. Der Schild. Organ des Sportbundes des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten (Hrsg.), Jg. 14 (40), 4.10.1935, S. I; Zu den Ergebnissen der Leichtathletik siehe O.A. : Verheißungsvoller Auftakt der Leichtathletik. Vier neue Reichsbund-Rekorde! in: Die Kraft: Blatt des für Jugendertüchtigigung und Sport. Organ des Sportbundes im RjF (Hrsg.); Beiblatt zu "Der Schild" , Jg. 14 (23), 7.6.1935, S. II sowie O.A.: Leichtathletik. Die westdeutschen RJF.-Meisterschaften, in: Israelitisches Familienblatt, Jg. 37 (32), 8.8.1935, S. 13f.
9.
Vgl. GB vom 21. November 1936 und 19. Dezember 1936. Das Thema der Auswanderung traf auch die Bundesleitung des RjF. Durch die Zunehmende nationalsozialistische Verfolgung befürwortete man die Auswanderung seiner Mitglieder und unterstütze sie bei ihrem Vorgehen. So kündigte Sportdezernent Walter Beck bereits Anfang 1936 die Einrichtung von Sprachkursen im Sportbund an. Beck, Walter: Aufbau und Ausbau. In: Die Kraft: Beiblatt des “Schild” für Sport und Jugenertüchtigung. Organ des Sportbundes im RjF (Hrsg.); Jg. 14 (1), 3.1.1936, S. 5.
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Literatur
- Wahlig, Henry: Sport im Abseits. Die Geschichte der jüdischen Sportbewegung im nationalsozialistischen Deutschland. Göttingen 2015.
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