Programm des Schauturnens des Jüdischen Turnvereins in Tomaszów 1913
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Transkriptionen
Transkription (Russisch)
въ Воскресенье 9 Iюня 1913 г.
Маршировка всѣхъ гимнастовъ.
- Волныя (Липскія) движенія дѣйствительныхъ гимнастовъ и воспитанниковъ
- Вольныя движенія дамскaго отдѣленія(салонныя)
- Фигуральныя упражненія активныхъ гимнастовъ
- Вольныя упражненія дамской секціи съ палочками
- Упражненія дамскaго отдѣленія на снарядахъ
- Школьныя упражненія дѣйствительныхъ гимнастовъ и воспитанниковъ
- Показныя упражненія дѣйствительныхъ гимнастовъ и воспитанниковъ
Антрактъ 1 частъ.
- Пирамиды дамскaго отдѣленія
- Пирамиды дѣйствительныхъ гимнастовъ и воспитанниковъ
Штабсъ-Капитанъ РАНЕТА
В. Гандвергера, въ Томашовѣ
Transkription (Polnisch)
w Niedzielę 22 Czerwca 1913 r.
Ogólny wymarsz.
- Wolne ćwiczenia (t. zw. Lipskie) czynnych członków i wychowańców
- Wolne ćwiczenia damskiej sekcyi (Salonowe)
- Figurowe ćwiczenia czynnych członków
- Wolne ćwiczenia damskiej sekcyi z pałkami
- Ćwiczenia damskiej sekcyi na przyrządach
- Ćwiczenia szkolne członków czynnych i wychowańców
- Ćwiczenia popisowe członków czynnych i wychowańców
- Piramidy sekcyi damskiej
- Piramidy członków czynnych i wychowańców (przy sztucznych ogniach)
Translations
Übersetzung (Deutsch)
Tomaszower Jüdischer Turnverein
- Freiübungen der Frauensektion (Gesellschaftsübungen6 )
- Akrobatische Übungen der aktiven Mitglieder
- Stabübungen der Damensektion
- Geräteübungen der Damensektion
- Pflichtübungen der aktiven Mitglieder und Zöglinge
- Kürübungen der aktiven Mitglieder und Zöglinge Pause 1 Stunde.
- Pyramidenaufstellung der Damensektion
- Pyramidenaufstellung der aktiven Mitglieder und Zöglinge
(mit bengalischem Feuer)
Gedruckt mit Genehmigung der Stadt Tomaszów vom 15. Juni 1913
Stabshauptmann RANETA
Fußnoten
Kommentar
Kommentar zum Programm Turnfest Tomaszów 1913
Tomaszów Mazowiecki (Bevölkerung 2022: 58.089) ist eine Industriestadt in der zentralpolnischen Woiwodschaft Łódź. Sie liegt im Grenzgebiet zweier historischer Landschaften: Während der Großteil der Stadt in Masowien liegt, gehören seine östlichen Stadtteile rechts des Flusses Pilica zu Kleinpolen. Die heutige Stadt geht auf ein Hammerwerk zurück, an dem 1788 die Siedlung Kuźnice Tomaszowskie entstand. 1830 erhielt der Ort Stadtrechte und den heutigen Namen. Neben der Eisengewinnung und -verarbeitung etablierte sich Tomaszów Mazowiecki auch als bedeutender Standort der Textilindustrie, für deren Entwicklung Siedler unter anderem aus Görlitz angeworben worden waren.

Das Russländische Kaiserreich (auch Russisches Reich, Russisches Kaiserreich oder Kaiserreich Russland) war ein von 1721 bis 1917 existierender Staat in Osteuropa, Zentralasien und Nordamerika. Das Land war Mitte des 19. Jahrhunderts das größte zusammenhängende Reich der Neuzeit. Es wurde nach der Februarrevolution im Jahr 1917 aufgelöst. Der Staat galt als autokratisch regiert und wurde von ungefähr 181 Millionen Menschen bewohnt.
Włocławek (Bevölkerungszahl 2022: 102.102) liegt in der Woiwodschaft Kujawien-Pommern etwa 50 km südöstlich von Thorn (Toruń) an der Weichsel und gehört zu den ältesten polnischen Städten. Im 10. Jahrhundert war Włocławek das administrative Zentrum der historischen Landschaft Kujawien. Im 13. Jahrhundert verlor die Stadt diese Funktion, vermutlich auch wegen der zahlreichen Angriffe der Deutschen Ordensritter, die bis ins 15. Jahrhundert die Stadt bedrohten. Noch im 15. Jahrhundert etablierte sich Włocławek als ein wichtiger Ort für den Getreidehandel über die Weichsel nach Danzig.
Im Zuge der Teilungen Polen-Litauens gehörte Włocławek zunächst ab 1793 zu Preußen und ab 1807 nach dem Frieden von Tilsit zum Herzogtum Warschau. Ab 1815 war die Stadt bis zur Gründung der Republik Polen 1918 Teil des Russland zugehörigen Kongresspolens. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt zu einem bedeutenden Industriestandort.
Im Zweiten Weltkrieg gehörte Włocławek bzw. dt. Leslau zum Reichsgau Wartheland. Die Stadt erlitt starke Zerstörungen. Ihre Entwicklung in der Nachkriegszeit konnte nicht an die frühere Bedeutung anschließen, auch wenn sie weiterhin zu den wichtigsten Städten der Region gehört.
Tomaszów Mazowiecki (Bevölkerung 2022: 58.089) ist eine Industriestadt in der zentralpolnischen Woiwodschaft Łódź. Sie liegt im Grenzgebiet zweier historischer Landschaften: Während der Großteil der Stadt in Masowien liegt, gehören seine östlichen Stadtteile rechts des Flusses Pilica zu Kleinpolen. Die heutige Stadt geht auf ein Hammerwerk zurück, an dem 1788 die Siedlung Kuźnice Tomaszowskie entstand. 1830 erhielt der Ort Stadtrechte und den heutigen Namen. Neben der Eisengewinnung und -verarbeitung etablierte sich Tomaszów Mazowiecki auch als bedeutender Standort der Textilindustrie, für deren Entwicklung Siedler unter anderem aus Görlitz angeworben worden waren.

Kongresspolen ist die Bezeichnung für das von 1815 bis 1916 unter russischer Oberherrschaft stehende Königreich Polen. Nach den drei Teilungen und der endgültigen Auflösung der alten Adelsrepublik Polen-Litauen (1772, 1793, 1795) hatte zunächst kein polnischer Staat mehr existiert, bis 1807-1815 der napoleonische Satellitenstaat des Herzogtums Warschau eingerichtet wurde. Im Rahmen des Wiener Kongresses (1815) wurde zwar wieder ein polnisches Königreich errichtet. Polnischer König war allerdings in Personalunion der russische Zar und Kaiser.
In der Folge kam es mehrfach zu erfolglosen Aufständen der polnischen Bevölkerung und Elite gegen die russische Oberherrschaft (u. a. Novemberaufstand 1830/1831, Januaraufstand 1863/1864), die allerdings nur zu wachsender Repression, massiven Auswanderungs- und Fluchtwellen (Große Emigration/Wielka Emigracja) und schließlich der auch administrativen Eingliederung in den russischen Staat führten.
Das Bild zeigt eine Karte eines 1871 in Braunschweig publizierten Schulatlas. Hervorgehoben sind die preußische Provinz Preußen sowie (blassrot) Kongresspolen (CC 1.0).
Die kreisfreie Stadt Łódź (Bevölkerung 2024: 645.693) liegt in der gleichnamigen Woiwodschaft im Zentrum Polens. Die bis in die 1820er Jahre unbedeutende Kleinstadt erfuhr einen enormen Aufschwung nach dem Ausbau zum führenden Industriezentrum im autonomen Königreich Polen und wurde zu einem der wichtigsten Industriezentren im gesamten Zarenreich. Wegen der dominierenden Textilindustrie, erhielt die Stadt den Beinamen "Manchester Polens". Allerdings hielt der Wohnungsbau und der Ausbau der Infrastruktur dem Ausbau der Industrie nicht Schritt, sodass in der Stadt neben prunkvollen Palästen breite Teile der Stadtbevölkerung in prekären Verhältnissen, oft ohne Kanalisation und ohne Zugang zu Bildung, lebten.
Nach Ende des Ersten Weltkriegs gehörte Łódź zum wiederhergestellten polnischen Staat. Neben dem Wiederaufbau der kriegszerstörten Industrie wurde auch verstärkt in die Verbesserung der Lebensbedingungen der Stadtbevölkerung investiert. Nach dem Deutschen Überfall auf Polen im September 1939 wurde die Stadt ins Deutsche Reich eingegliedert und ihr offizieller Name zunächst in Lodsch, dann in Litzmannstadt geändert. 1940-1944 existierte in der Stadt eins der größten Ghettos im Reichsgebiet, in dem neben der beinahe gesamten örtlichen jüdischen Bevölkerung (mit ca. 220.000 etwa ein Drittel der Stadteinwohnerschaft) auch jüdische Bevölkerungsteile aus anderen Gebieten Polens und des Auslands sowie Sinti und Roma auf kleinstem Raum interniert waren. Nur wenige Menschen haben das Ghetto bzw. den Ort der anschließenden Verschleppung überlebt.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 stellte Łódź eine intakte Stadt dar. Als die zu diesem Zeitpunkt größte Stadt Polens und wegen ihrer Nähe zur formellen, aber fast komplett zerstörten Hauptstadt Warschau, fungierte sie für drei Jahre als Regierungssitz.
Die Krise der Textilindustrie begann in den 1980er Jahren, um kurz nach Beginn der politischen Transformation Anfang der 1990er Jahre zusammenzubrechen. Die Stadt stürzte in eine tiefe Krise, in deren Folge ihre Bevölkerung zwischen 1989 und 2022 um 200.000 Einwohner sank. Vom zweiten Platz im Ranking der größten Städte des Landes ist Łódź an die vierte Stelle nach Krakau und Breslau zurückgefallen. Die Investitionen in die Sanierung, den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und den Kultursektor trugen im 21. Jahrhundert zu einem deutlich besseren Image der Stadt bei, die heute als einer der wichtigsten Standorte für Bildung, Kultur, die Designbranche und Filmindustrie in Polen gilt.
Metadaten
- Haupttitel
- Гимнастическое ТОРЖЕСТВОPopis Gimnastyczny
- Untertitel
- Томаш. Евр. Гимнаст. Общество
въ Воскресенье 9 Iюня 1913 г.Tomasz. Żyd. Tow. Gimnastyczne
w Niedzielę 22 Czerwca 1913 r.Учит. гимн. А. СТЕМПЕЛЬNaucz. Gimn. A. STEMPEL - Datierung
- Sprachen
- RussischPolnisch
- Quellentyp
- Programm
- Bestandshaltende Einrichtung
- YIVO Institute for Jewish Research
- Signatur
- YIVO, RG 28, Box 12, Folder 377.
- Rechteinformation (Übersetzung)
- CC BY-NC-SA 4.0
- Rechteinformation (Kommentar)
- CC BY-NC-SA 4.0
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