Satzung der Jüdischen Turngesellschaft Włocławek
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Transkription (Russisch)
а/ Людовикъ Германовичъ Дыстылiеръ /купецъ II-ой гильдiи/
б/ Маркусъ Шоеловичъ Волковичъ /владѣлецъ типо-литографiи/
в/ Маврикiй Левиновичъ Варшавскiй /купецъ/ всѣ проживающiе въ городъ Влоцлавскъ.
§ 7/ Члены общества подраздѣляются на почетныхъ и обыкновенныхъ первые уплачиваютъ ежегодно взносъ въ размѣрѣ 9 рублей и вторые въ размѣрѣ 6 рублей, уплачиваемыхъ помѣсячно, независимо отъ вписныхъ въ размѣрѣ I рубля, причемъ тѣ и другiе имѣютъ право голоса общихъ собранiяхъ.
Вѣдѣнiе общаго собранiя: 1/ принятiе и исключенiе членовъ, 2/ избранiе членовъ правленiя, кандидатовъ и ревизiонной коммисiи, З/ разсмотрѣнiе и утвержденiе отчета о дъятельности общества за истекшiй годъ и смѣты на предстоящiй годъ, а равно правилъ и инструкцiи, касающихся дѣятельности общества, 4/ предложенiе объ измѣненiи и дополненiи устава, 5/ разрѣшенiе вопросовъ о прiобрѣтенiи и отчужденiи необходимыхъ имуществъ, 6/ разрѣшенiе жалобъ членовъ на правленiе общества, 7/ назначенiе вознагражденiя врачамъ, преподавателямъ гимнастики, [и] другимъ лицамъ служащимъ при обществѣ, 8/ разсмотрѣнiе и разрѣщенiе вообще вопросовъ не предоставленныхъ рѣшенiю правленiя общества.
Translations
Übersetzung (Deutsch)
Satzung der Jüdischen Turngesellschaft Włocławek
der Jüdischen1 Turngesellschaft von Włocławek
b/ Markus Šoelovič Volkovič (Inhaber einer Typolithographie-Werkstatt)
c/ Mavrikij Levinovič Varšavskij (Kaufmann), alle wohnhaft in der Stadt Włocławek.
◊◊◊10 ¦Notar¦11 {K. Potržobovskij}12
Fußnoten
Kommentar
Kommentar zur Satzung der Jüdischen Turngesellschaft Włocławek
Włocławek (Bevölkerungszahl 2022: 102.102) liegt in der Woiwodschaft Kujawien-Pommern etwa 50 km südöstlich von Thorn (Toruń) an der Weichsel und gehört zu den ältesten polnischen Städten. Im 10. Jahrhundert war Włocławek das administrative Zentrum der historischen Landschaft Kujawien. Im 13. Jahrhundert verlor die Stadt diese Funktion, vermutlich auch wegen der zahlreichen Angriffe der Deutschen Ordensritter, die bis ins 15. Jahrhundert die Stadt bedrohten. Noch im 15. Jahrhundert etablierte sich Włocławek als ein wichtiger Ort für den Getreidehandel über die Weichsel nach Danzig.
Im Zuge der Teilungen Polen-Litauens gehörte Włocławek zunächst ab 1793 zu Preußen und ab 1807 nach dem Frieden von Tilsit zum Herzogtum Warschau. Ab 1815 war die Stadt bis zur Gründung der Republik Polen 1918 Teil des Russland zugehörigen Kongresspolens. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt zu einem bedeutenden Industriestandort.
Im Zweiten Weltkrieg gehörte Włocławek bzw. dt. Leslau zum Reichsgau Wartheland. Die Stadt erlitt starke Zerstörungen. Ihre Entwicklung in der Nachkriegszeit konnte nicht an die frühere Bedeutung anschließen, auch wenn sie weiterhin zu den wichtigsten Städten der Region gehört.

Das Russländische Kaiserreich (auch Russisches Reich, Russisches Kaiserreich oder Kaiserreich Russland) war ein von 1721 bis 1917 existierender Staat in Osteuropa, Zentralasien und Nordamerika. Das Land war Mitte des 19. Jahrhunderts das größte zusammenhängende Reich der Neuzeit. Es wurde nach der Februarrevolution im Jahr 1917 aufgelöst. Der Staat galt als autokratisch regiert und wurde von ungefähr 181 Millionen Menschen bewohnt.
Warschau ist die Hauptstadt Polens und zugleich die größte Stadt des Landes (Bevölkerungszahl 2024: 1.863.845). Sie liegt in der Woiwodschaft Masowien an Polens längstem Fluss, der Weichsel. Warschau wurde erstmals Ende des 16. Jahrhunderts Hauptstadt der polnisch-litauischen Adelsrepublik und löste damit Krakau ab, das zuvor polnische Hauptstadt gewesen war. Im Rahmen der Teilungen Polen-Litauens wurde Warschau mehrfach besetzt und schließlich für elf Jahre Teil der preußischen Provinz Südpreußen. Von 1807 bis 1815 war die Stadt Hauptstadt des Herzogtums Warschau, einem kurzlebigen napoleonischen Satellitenstaat; im Anschluss des Königreichs Polen unter russischer Oberherrschaft (dem sog. Kongresspolen). Erst mit Gründung der Zweiten Polnischen Republik nach Ende des Ersten Weltkriegs war Warschau wieder Hauptstadt eines unabhängigen polnischen Staates.
Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde Warschau erst nach intensiven Kämpfen und einer mehrwöchigen Belagerung von der Wehrmacht erobert und besetzt. Schon dabei fand eine fünfstellige Zahl an Einwohnern den Tod und wurden Teile der nicht zuletzt für seine zahlreichen barocken Paläste und Parkanlagen bekannten Stadt bereits schwer beschädigt. Im Rahmen der anschließenden Unterdrückung, Verfolgung und Ermordung der polnischen und jüdischen Bevölkerung wurde mit dem Warschauer Ghetto das mit Abstand größte jüdische Ghetto unter deutscher Besatzung errichtet, das als Sammellager für mehrere hunderttausend Menschen aus Stadt, Umland und selbst dem besetzten Ausland diente und zugleich Ausgangspunkt für die Deportation in Arbeits- und Vernichtungslager war.
Infolge des Aufstandes im Warschauer Ghetto ab dem 18. April 1943 und dessen Niederschlagung Anfang Mai 1943 wurde das Ghettogebiet systematisch zerstört und seine letzten Bewohner verschleppt und ermordet. Im Sommer 1944 folgte der zwei Monate dauernde Warschauer Aufstand gegen die deutsche Besatzung, in dessen Folge fast zweihunderttausend Polen ums Leben kamen und nach dessen Niederschlagung auch das restliche Stadtgebiet Warschaus von deutschen Einheiten weitgehend und planmäßig zerstört wurde.
In der Nachkriegszeit wurden zahlreiche historische Gebäude und Teile der Innenstadt, darunter das Warschauer Königsschloss und die Altstadt, wiederaufgebaut - ein Prozess, der bis heute andauert.
Die Vorgängerterritorien des Königreichs Polen konstituierten sich bereits im 9. bzw. 10. Jahrhundert unter der Dynastie der Piasten. Im 10. und 11. Jahrhundert wurde das Königreich christianisiert. Im 11. Jahrhundert verstetigte sich die Monarchie, wobei das Reich im 12. Jahrhundert in mehrere Fürstentümer zerfiel, und seit 1227 hatte das Seniorat nur eine formelle Bedeutung. 1320 vereinigten sich die Fürstentümer wieder zu einem Königreich Polen. Dieses Königreich ging ab 1386 eine Personalunion mit Litauen ein um dann 1569 zur Realunion mit Litauen zu fusionieren.
Im 10. Jahrhundert wird Polen Civitas Schinesghe (etwa "Gnesner Land") genannt. Bis 1025, tlw. im 11-13. Jahrhundert, bezeichnen die Urkunden das Land als Ducatus Poloniae ("Herzogtum Polen"). 1386–1795 wird als Königreich Polen einen Teil der Doppelmonarchie Polen-Litauen bezeichnet.
Częstochowa ist eine Großstadt in der polnischen Woiwodschaft Schlesien. Sie liegt im Süden des Landes und wird von knapp 217.000 Einwohner:innen bewohnt. Sie ist neben Kattowitz die zweitgrößte Stadt der Woiwodschaft. Częstochowa liegt an der Warthe und ist Sitz des Klosters Jasna Góra (Heller Berg).
Die kreisfreie Stadt Łódź (Bevölkerung 2024: 645.693) liegt in der gleichnamigen Woiwodschaft im Zentrum Polens. Die bis in die 1820er Jahre unbedeutende Kleinstadt erfuhr einen enormen Aufschwung nach dem Ausbau zum führenden Industriezentrum im autonomen Königreich Polen und wurde zu einem der wichtigsten Industriezentren im gesamten Zarenreich. Wegen der dominierenden Textilindustrie, erhielt die Stadt den Beinamen "Manchester Polens". Allerdings hielt der Wohnungsbau und der Ausbau der Infrastruktur dem Ausbau der Industrie nicht Schritt, sodass in der Stadt neben prunkvollen Palästen breite Teile der Stadtbevölkerung in prekären Verhältnissen, oft ohne Kanalisation und ohne Zugang zu Bildung, lebten.
Nach Ende des Ersten Weltkriegs gehörte Łódź zum wiederhergestellten polnischen Staat. Neben dem Wiederaufbau der kriegszerstörten Industrie wurde auch verstärkt in die Verbesserung der Lebensbedingungen der Stadtbevölkerung investiert. Nach dem Deutschen Überfall auf Polen im September 1939 wurde die Stadt ins Deutsche Reich eingegliedert und ihr offizieller Name zunächst in Lodsch, dann in Litzmannstadt geändert. 1940-1944 existierte in der Stadt eins der größten Ghettos im Reichsgebiet, in dem neben der beinahe gesamten örtlichen jüdischen Bevölkerung (mit ca. 220.000 etwa ein Drittel der Stadteinwohnerschaft) auch jüdische Bevölkerungsteile aus anderen Gebieten Polens und des Auslands sowie Sinti und Roma auf kleinstem Raum interniert waren. Nur wenige Menschen haben das Ghetto bzw. den Ort der anschließenden Verschleppung überlebt.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 stellte Łódź eine intakte Stadt dar. Als die zu diesem Zeitpunkt größte Stadt Polens und wegen ihrer Nähe zur formellen, aber fast komplett zerstörten Hauptstadt Warschau, fungierte sie für drei Jahre als Regierungssitz.
Die Krise der Textilindustrie begann in den 1980er Jahren, um kurz nach Beginn der politischen Transformation Anfang der 1990er Jahre zusammenzubrechen. Die Stadt stürzte in eine tiefe Krise, in deren Folge ihre Bevölkerung zwischen 1989 und 2022 um 200.000 Einwohner sank. Vom zweiten Platz im Ranking der größten Städte des Landes ist Łódź an die vierte Stelle nach Krakau und Breslau zurückgefallen. Die Investitionen in die Sanierung, den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und den Kultursektor trugen im 21. Jahrhundert zu einem deutlich besseren Image der Stadt bei, die heute als einer der wichtigsten Standorte für Bildung, Kultur, die Designbranche und Filmindustrie in Polen gilt.
Tomaszów Mazowiecki (Bevölkerung 2022: 58.089) ist eine Industriestadt in der zentralpolnischen Woiwodschaft Łódź. Sie liegt im Grenzgebiet zweier historischer Landschaften: Während der Großteil der Stadt in Masowien liegt, gehören seine östlichen Stadtteile rechts des Flusses Pilica zu Kleinpolen. Die heutige Stadt geht auf ein Hammerwerk zurück, an dem 1788 die Siedlung Kuźnice Tomaszowskie entstand. 1830 erhielt der Ort Stadtrechte und den heutigen Namen. Neben der Eisengewinnung und -verarbeitung etablierte sich Tomaszów Mazowiecki auch als bedeutender Standort der Textilindustrie, für deren Entwicklung Siedler unter anderem aus Görlitz angeworben worden waren.
Zgierz (Bevölkerung 2022: 54.012) ist eine Stadt in der Woiwodschaft Łódź und liegt unmittelbar nördlich von dessen Hauptstadt. Sie gehört zu den ältesten Städten der Woiwodschaft, blühte allerdings erst im 19. Jahrhundert auf, als sich infolge der Industriellen Revolution in Łódź und Umgebung die Textilbranche niederließ. 1940 wurde Zgierz in den Warthegau eingegliedert und in Görnau umbenannt. Nach der Befreiung der Stadt 1945 wurde wieder ihr alter polnischer Name verwendet.
Metadaten
- Haupttitel
- Уставъ Влоцлавскаго еврейскаго гимнастическаго общества
- Datierung
- Sprachen
- Russisch
- Quellentyp
- Satzung
- Bestandshaltende Einrichtung
- Archiwum Państwowe w Warszawie
- Signatur
- Archiwum Państwowe w Warszawie, 1155/1028, Bl. 22–23
- Rechteinformation (Übersetzung)
- CC BY-NC-SA 4.0
- Rechteinformation (Kommentar)
- CC BY-NC-SA 4.0
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