Schreiben von Yosef Yekutieli an die Société Sportive Orientale vom 2. Oktober 1928
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Transkription (Englisch)
Societe Sportif Orientale Societe Sportif Orientale Über die Société Sportive Orientale ist nichts bekannt. Sehr wahrscheinlich handelte es sich um einen der Kairoer Sportvereine, dessen französischsprachiger Name nicht der englisch- oder arabischsprachigen Bezeichnung entspricht. Yekutieli sah im Aufbau internationaler Kontakte die Möglichkeit, seine zunächst gescheiterten Bemühungen um eine internationale Anerkennung des jüdischen Sports in Eretz Israel, vor allem durch die Repräsentation des Jischuw bei den Olympischen Spiele, mit neuer Relevanz zu versehen und schließlich zum Erfolg zu führen. Der Fußball als Zuschauermagnet erschien ihm dabei als besonders geeignet und die erfolgreichen Auslandsspiele des Hakoah Wien, u. a. in den USA 1926 und in Ägypten 1924, dienten als Vorbild. Eine Palästina-Auswahl bereiste die USA im Sommer 1927. Eine Ägypten-Reise wurde parallel dazu vorbereitet, Ende 1926 hatten Makkabi-Funktionäre hierzu Gespräche im ägyptischen Konsulat in Jerusalem geführt. ,
CAIRO
In reply to your kind favour of the 18th inst., I am pleased to give a scetch [sic!] of the present football situation in
Das Mandatsgebiet Palästina wurde infolge des Ersten Weltkriegs und der in den Nachkriegsjahren vorgenommenen territorialen Neuordnung der östlichen Mittelmeergebiete (Levante) geschaffen, die zuvor zum unterlegenen Osmanischen Reich gehört hatten. Im Kriegsverlauf waren die Gebiete westlich und östlich des Jordan, die historisch auch als Cis- bzw. Transjordanien bezeichnet wurden und den heutigen Staaten Israel, Jordanien sowie dem Westjordanland und dem Gazastreifen entsprechen, unter britische Herrschaft gekommen. Großbritannien hatte ab 1916 die regionale arabische Unabhängigkeitsbewegung in der Arabischen Revolte (1916–1918) entscheidend unterstützt, die militärisch eroberten Gebiete jedoch im Anschluss zwischen sich und Frankreich aufgeteilt. Noch vor Kriegsende hatte Großbritannien zudem nicht nur der arabischen, sondern auch der jüdischen Bevölkerung der Region Unterstützung in der Erlangung politischer Unabhängigkeit bzw. der Schaffung eigener Staaten zugesichert (Balfour-Erklärung, 1917). Die Konferenz von San Remo, die im April 1920 über die Aufteilung des Osmanischen Reiches entschied, bestätigte die britischen Gebietsansprüche. 1922 erteilte auch der Völkerbund Großbritannien offiziell das Mandat über das Gebiet.
Bereits 1923 teilte Großbritannien dieses erste „Mandatsgebiet Palästina“ in zwei Gebiete auf: „Transjordanien“, das 1946 unabhängig wurde und seit 1950 offiziell den Namen Jordanien trägt; sowie das erneut als Mandatsgebiet „Palästina“ bezeichnete Gebiet, das nun das historische Cisjordanien bzw. den westlich des Jordans gelegenen Teil der historischen Region Palästina und die südlich gelegene Negev-Wüste umfasste und nach wie vor einen Zugang zum Golf von Akaba und damit zum Roten Meer besaß.
Die Zeit des Mandats war von anhaltenden Unruhen zwischen den arabischen und jüdischen Bevölkerungsteilen des Mandatsgebietes geprägt, nach Ende des Zweiten Weltkriegs gab Großbritannien das Mandat auf und an die Vereinten Nationen (als Nachfolgeeinrichtung des Völkerbundes) zurück, die daraufhin einen Teilungsplan für die Region entwickelten. Zu dessen Implementierung kam es jedoch nie, da die Spannungen im Mandatsgebiet zum Palästinakrieg (1947–1949) eskalierten, in dessen Verlauf Israel seine Unabhängigkeit ausrufen und erfolgreich durchsetzen konnte.
Das Bild zeigt eine Karte des britischen Mandatsgebiets in Palästina zwischen 1945 und 1947. (Public Domain, via Wikimedia Commons)
The football has been introduced in Palestine as far back as before the war, when the “MACCABEEN” Clubs played it in 1912/13. The first regular team was organized in Jaffa (Tel-Avivi) Jaffa (Tel-Avivi) Im Jahr 1906 erfolgte in Jaffa die Gründung des ersten Sportvereins in Palästina unter dem Namen Rishon Letzion. Nach der Gründung der neuen Stadt 1909 wurde der Club in Maccabi Tel Aviv umbenannt. Fußball war bereits in der Frühphase die beliebteste Sportart. . But the real impetus to the
A. Division: 4 british (military)4 jewish (Maccabeen)
2 ̎ ( Hapoél-Labourers Hapoél-Labourers Hapoel (hebr., der Arbeiter) ist die Selbstbezeichnung der sich ab 1923 formierenden jüdischen Arbeitersportbewegung im Mandatsgebiet Palästina. Diese Entwicklung nahm zunächst innerhalb des Makkabi, welcher sich als politisch neutral verstand, ihren Anfang. 1924 beschlossen die Hapoel-Vereinigungen ihre Herauslösung aus dem Makkabi, der damit zwangsläufig auf das bürgerliche Lager festgelegt wurde. Die Umsetzung der Trennung erfolgte jedoch erst im Mai 1926 mit der Gründung des Hapoel-Verbandes in Tel Aviv, der an die Gewerkschaft Histadrut angegliedert war. Im Juli 1927 trat Hapoel der SASI (s. union of Maccabeen football teams) bei und unterzeichnete mit Makkabi ein Abkommen über die Zusammenarbeit, woraus in der Praxis Widersprüche und Konflikte erwuchsen. )
B. Division: ? british (unknown)10 Jewish (Maccabeen)
4 ̎ (Hapoél)
5 Arab
C. Division: 25 jewish (Maccabeen)8 ̎ (Hapoel)
6 arab
Translations
Übersetzung (Deutsch)
[Yosef Yekutieli an die Société Sportive Orientale]
[Unterschrift]
Das Mandatsgebiet Palästina wurde infolge des Ersten Weltkriegs und der in den Nachkriegsjahren vorgenommenen territorialen Neuordnung der östlichen Mittelmeergebiete (Levante) geschaffen, die zuvor zum unterlegenen Osmanischen Reich gehört hatten. Im Kriegsverlauf waren die Gebiete westlich und östlich des Jordan, die historisch auch als Cis- bzw. Transjordanien bezeichnet wurden und den heutigen Staaten Israel, Jordanien sowie dem Westjordanland und dem Gazastreifen entsprechen, unter britische Herrschaft gekommen. Großbritannien hatte ab 1916 die regionale arabische Unabhängigkeitsbewegung in der Arabischen Revolte (1916–1918) entscheidend unterstützt, die militärisch eroberten Gebiete jedoch im Anschluss zwischen sich und Frankreich aufgeteilt. Noch vor Kriegsende hatte Großbritannien zudem nicht nur der arabischen, sondern auch der jüdischen Bevölkerung der Region Unterstützung in der Erlangung politischer Unabhängigkeit bzw. der Schaffung eigener Staaten zugesichert (Balfour-Erklärung, 1917). Die Konferenz von San Remo, die im April 1920 über die Aufteilung des Osmanischen Reiches entschied, bestätigte die britischen Gebietsansprüche. 1922 erteilte auch der Völkerbund Großbritannien offiziell das Mandat über das Gebiet.
Bereits 1923 teilte Großbritannien dieses erste „Mandatsgebiet Palästina“ in zwei Gebiete auf: „Transjordanien“, das 1946 unabhängig wurde und seit 1950 offiziell den Namen Jordanien trägt; sowie das erneut als Mandatsgebiet „Palästina“ bezeichnete Gebiet, das nun das historische Cisjordanien bzw. den westlich des Jordans gelegenen Teil der historischen Region Palästina und die südlich gelegene Negev-Wüste umfasste und nach wie vor einen Zugang zum Golf von Akaba und damit zum Roten Meer besaß.
Die Zeit des Mandats war von anhaltenden Unruhen zwischen den arabischen und jüdischen Bevölkerungsteilen des Mandatsgebietes geprägt, nach Ende des Zweiten Weltkriegs gab Großbritannien das Mandat auf und an die Vereinten Nationen (als Nachfolgeeinrichtung des Völkerbundes) zurück, die daraufhin einen Teilungsplan für die Region entwickelten. Zu dessen Implementierung kam es jedoch nie, da die Spannungen im Mandatsgebiet zum Palästinakrieg (1947–1949) eskalierten, in dessen Verlauf Israel seine Unabhängigkeit ausrufen und erfolgreich durchsetzen konnte.
Das Bild zeigt eine Karte des britischen Mandatsgebiets in Palästina zwischen 1945 und 1947. (Public Domain, via Wikimedia Commons)
4 jüdische („Maccabi“)
2 ̎ ( „Hapo‘el“ „Hapo‘el“ Hapoel (hebr., der Arbeiter) ist die Selbstbezeichnung der sich ab 1923 formierenden jüdischen Arbeitersportbewegung im Mandatsgebiet Palästina. Diese Entwicklung nahm zunächst innerhalb des Makkabi, welcher sich als politisch neutral verstand, ihren Anfang. 1924 beschlossen die Hapoel-Vereinigungen ihre Herauslösung aus dem Makkabi, der damit zwangsläufig auf das bürgerliche Lager festgelegt wurde. Die Umsetzung der Trennung erfolgte jedoch erst im Mai 1926 mit der Gründung des Hapoel-Verbandes in Tel Aviv, der an die Gewerkschaft Histadrut angegliedert war. Im Juli 1927 trat Hapoel der SASI) bei und unterzeichnete mit Makkabi ein Abkommen über die Zusammenarbeit, woraus in der Praxis Widersprüche und Konflikte erwuchsen. – Arbeiter)
10 jüdische (Maccabi)
4 ̎ (Hapo‘el)
5 arabische
8 ̎ („Hapoel“)
6 arabische
Fußnoten
Kommentar
Das Osmanische Reich war der Staat der osmanischen Dynastie von ca. 1299 bis 1922. Der Name leitet sich vom Gründer der Dynastie, Osman I., ab. Zur Blütezeit umfasste das Imperium Kleinasien und Teile des Arabiens, den Ägypten und den gesamten Balkan. Darüber hinaus brachte es viele weitere Länder bzw. Gebiete in Osteuropa, Ostasien und Nordafrika in seine Abhängigkeit. Seine Hauptstadt war zuletzt Konstantinopel (heute Istanbul). Der Nachfolgestaat des Osmanischen Reichs ist die Republik Türkei.
In dieser explosiven Gemengelage trieb Yosef Yekultieli sein Vorhaben der internationalen Anerkennung des palästinensisch-jüdischen Sports voran, was er nicht zuletzt als Unterstützung des zionistischen Projekts als Ganzes begriff. Das zionistische Lager war in sich in verschiedene politische Strömungen differenziert, was sich auch auf den Sport auswirkte.7 Der Makkabi verstand sich als unabhängig und allgemein-zionistisch, sodass sich nach dem ersten kurzlebigen Versuch 1923, einen Arbeitersportverband namens Ha-Po’el
Bereits 1925, anderen Angaben zufolge 1926, hatte Yekutieli versucht, mit dem palästinensischen Makkabi in den Fußballweltverband FIFA (Fédération Internationale de Football Association) aufgenommen zu werden, war allerdings an der Vorgabe gescheitert, alle am Fußball Beteiligten des Territoriums zu repräsentieren, folglich auch Araber und Briten.14 Ein anderes – innerzionistisches – Problem war die Beteiligung der Arbeitersportvereine, die sich zwischenzeitlich in einem eigenen Verband, dem im Mai 1926 gegründeten Ha-Po’el, organisiert hatten, welcher zu der Gewerkschaft Histadrut Klalit gehörte, und damit die vorgebliche Neutralität des Makkabi in Zweifel zogen.15 Yekutieli verhandelte mehrere Übereinkommen, um das Verhältnis zwischen seinem Verband und dem Ha-Po’el zu bestimmen. Dessen Mitgliedschaft in der Luzerner Sport-Internationale (LSI, ab 1928: Sozialistische Arbeitersport-Internationale, SASI
Metadaten
- Haupttitel
- [Yosef Yekutieli to the Société Sportive Orientale]
- Datierung
- 2. Oktober 1928
- Sprachen
- Englisch
- Quellentyp
- Brief
- Bestandshaltende Einrichtung
- The Yosef Yekutieli Maccabi Archive
- Signatur
- 5-1-23, 3251
- Rechteinformation (Übersetzung)
- CC BY-NC-SA 4.0
- Rechteinformation (Kommentar)
- CC BY-NC-SA 4.0
Informations-Bereich
Fußnoten
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