Tapfer kämpfende AHV verliert gegen Sokol im Finale des „Sport-Cup“

Ferdinand Eisfelders Spielbericht aus der deutschsprachigen jüdischen Zeitung „Sport“ eröffnet eine einmalige Perspektive auf die Exilgemeinde im japanisch besetzten Shanghai des Jahres 1943. Im Zentrum steht das Finale des „Sport-Cup“, welches die lokalen Vereine AHV und Sokol untereinander austrugen und der Sokol mit 4:3 gewann.

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Tapfer kaempfende AHV verliert gegen Sokol im Finale des „Sport-Cup“
Das war ein Fussballsonntag so recht nach dem Herzen eines Sportfreunds! Herrliches Wetter, grosse Zuschauermassen. Kampf, Aufregung bis zur letzten Minute. Es war zweifellos der beste Fussballsonntag der letzten Wochen, und es gab bestimmt niemanden, der unbefriedigt vom Platz gegangen waere. Auch die A H V A H V Die AHV war die erfolgreichste unter den jüdischen Fußballmannschaften in Shanghai und gewann die Meisterschaft der Jüdischen Liga in den Saisons 1941/42, 1943/44 und 1944/45. Die Buchstaben AH standen Albert Lichtblau zufolge für „Alte Herren“, so dass die deutschsprachige Bezeichnung auf erfahrene Fußballer verweist, die bereits vor ihrer Flucht in Deutschland bzw. Österreich aktiv gewesen waren. Guggenheims Artikelverwendung legt nahe, dass die Abkürzung als Alte Herren Vereinigung aufgelöst werden kann. In einer Annonce vom Juli 1943 bezeichnete sich die AHV als Sektion des Jewish Recreation Club (JRC) und rief interessierte Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche zur Teilnahme an Gymnastik, Leichtathletik und Schwimmen auf. hat keinerlei Grund den Kopf hängen zu lassen, denn es ist keine Schande gegen eine solch gute Mannschaft wie Sokol Sokol Der Sokol war ein russischer Fußballverein in Shanghai, der vermutlich im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts im Geiste der national und panslawisch gesinnten, ursprünglich tschechischen Sokolbewegung entstand. Ab den 1930er Jahren spielte der Sokol in der ersten Division der lokalen Shanghai League. Im Laufe der Jahre kam es sehr oft zu Begegnungen des Sokol mit jüdischen Teams, sodass ihn der 1923 in Harbin geborene und später in Shanghai lebende Yaacov Liberman als deren „main rival“ bezeichnete. mit nur einem Tore Unterschied zu verlieren. Lange Zeit sah es sogar so aus als ob A H V den Cup Cup Der Pokal der Zeitung „Sport“ wurde dem Jewish Recreation Club 1943 von Ludwig Guggenheim gestiftet. Das erklärte Ziel war es, „die Saison bis zum Beginn der Meisterschaftschaftsspiele interessant und anregend zu gestalten“ (vgl.: Um den Cup des „Sport“. Ein vielversprechender Fußballwettbewerb, in: Sport 89 (1943), S. 1). Zur Teilnahme berechtigt waren die Vereine der ersten Spielklassen der Jüdischen Liga sowie zwei nichtjüdische Mannschaften aus der Shanghai League. Für 1943 waren zunächst ein skandinavisches und ein chinesisches Team angekündigt. Der Pokal wurde an vier aufeinanderfolgenden Sonntagen nach dem K.O.-System ausgespielt. nach Hause bringen würde denn nach ausgezeichnetem Spiel führten sie bereits nach 20 Minuten 2:0. Das erste Tor köpfte Tschaplizki auf eine hervorragende Leistung Sterns ein und nicht lange danach schoss Heinz Mayer nach einem wohlgelung###m Trick Sterns zum 2. Tor#e #ein. Bis dahin hatte A H V das bessere Spiel gezeigt und es sah ganz danach aus als wäre ihnen der Sieg nicht zu nehmen. Sokol kommt zwar nach dem 2. Tore erheblich auf aber die glänzende Form Mame Korns der ganz an seine früheren Tage erinnerte sowie Schussunfähigkeit der Sokolstürmer änderte bis zur Halbzeit nichts mehr.
Die zweite Halbzeit zeigte ein vollständig verändertes Bild. Angriff auf Angriff rollt auf das A H V Tor die den Fehler macht zu stark defensiv zu spielen und auch keine Luft mehr zu haben scheint. So gelingt es dem Halblinken Sokols sch#iesslich ein Tor aufzuholen u#d bald darauf ist es derselbe Spieler der zum Ausgleich einschiesst und wieder dauert es nicht lange da führt ein direkt verwandelter Freistoss zum Fü#rungstore für Sokol. A H V ist deprimiert und muss sich noch ein 4. Tor gefallen lassen. Noch einmal scheint A H V ein# Chance zu haben doch Tschaplizki schiesst einen 11 Meter an die Latte. Aber kurz darauf gelingt Heinz Mayer doch das dritte Tor. Noch einmal rafft sich A H V auf drängt stark aber es ist zu spät und an dem 4:3 Ergebnis ändert sich nichts mehr. Schiedsr. Spiegel leitete das äusserst faire Spiel korrekt.
A H V hatte seine besten Leute in Korn, Krämer, Litmanowitz und Heinz Mayer, während Engel erst in der 2. Halbzeit besser wurde. Wind und Müller liessen in der 2. Hälfte stark nach und vom Innenstrum[sic!] bekam man sehr wenig zu sehen.
Wenn das Publikum auch lieber gesehen hätte dass eine jüdische Mannschaft den Cup erringt so muss doch anerkannt werden dass in Sokol die beste Mannschaft Sieger wurde und zweifellos hat sich dieses Team durch ihr faires schönes Spiel viele Sympathien erworben.
Nach dem Spiele strömte alles zur Mitte um der Ueberreichung des „SPORT“ Cup durch den Leiter der jüd. Liga jüd. Liga Die Jüdische Fußballliga nahm Gestalt an, als 1938/39 zunehmend mehr fußballaffine jüdische Flüchtlinge aus Europa in Shanghai ankamen und innerhalb des bestehenden JRC neue Mannschaften bildeten. Ab der Spielzeit 1940/41 wurden fünf Meisterschaftssaisons abgeschlossen. Es gab drei Spielklassen sowie zusätzlich eine Jugendliga. Die Spiele fanden zunächst auf einem Sportplatz an der Kinchow Road statt, der bald für ein Schulgebäude geräumt werden musste. Ab November 1941 wurde der Sportplatz an der Chaoufoong Road zur neuen Spielstätte, deren Unzulänglichkeiten beständig Anlass zu Platzarbeiten gab. Herrn Ing. Defries beizuwohnen. Herr Defries dankte dem Herausgeber des SPORT Herrn Guggenheim für die Stiftung d. Cup , und bedankte sich bei beiden Mannschaften für das faire Spiel wobei er erwähnte, dass durch dieses Spiel die schon lange bestehende Freundschaft zwischen JRC JRC Der Jewish Recreation Club (JRC) wurde 1912 von russischen Juden in Shanghai gegründet, wo Fußball seit den 1870er Jahren verbreitet war. In die erste Spielklasse (Division) der Shanghai League stieg der JRC 1933 auf. Ab 1938 engagierte sich der Club bei der Betreuung der Flüchtlinge aus Europa, was zur Gründung einer eigenen jüdischen Liga führte. Möglichweise diente er als mutmaßlich einziger offizieller jüdischer Sportverein als eine Dachorganisation, innerhalb derer sich die einzelnen Mannschaften der Liga als Sektionen mit eigenen Namen formierten. Darauf deutet die Tatsache hin, dass die Vollversammlungen des JRC zugleich diejenigen der jüdischen Fußballliga waren. Außer für Fußball hatte der JRC auch Sektionen für Boxen, Tennis, Tischtennis, Handball, Hockey und Leichtathletik. und Sokol gefestigt worden sei. Ausserdem überreichte erA H V [sic!] den ebenfalls vom SPORT gespendeten Wimpel.
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Kommentar

Bei der vorliegenden Quelle handelt es sich um einen Spielbericht von Ferdinand Eisfelder (1919–2004) Ferdinand Eisfelder (1919–2004) Ferdinand Eisfelder (1919–2004), später Fred Fields, war ein jüdischer Fußballspieler und Journalist aus Berlin. 1938 gelang ihm die Flucht nach Shanghai, wo er für deutschsprachige Exilzeitungen arbeitete. 1943 musste er in das jüdische Ghetto Hongkew ziehen. Seine Eltern wurden in der Shoa ermordet. 1947 emigrierte er in die USA, baute in New York ein erfolgreiches Unternehmen auf und erhielt 1990 das Bundesverdienstkreuz. aus der deutschsprachigen Shanghaier Zeitung „Sport“ aus dem Jahr 1943. Im Zentrum steht das Finale des „Sport-Cup“ „Sport-Cup“ Der Pokal der Zeitung „Sport“ wurde dem Jewish Recreation Club 1943 von Ludwig Guggenheim gestiftet. Das erklärte Ziel war es, „die Saison bis zum Beginn der Meisterschaftschaftsspiele interessant und anregend zu gestalten“ (vgl.: Um den Cup des „Sport“. Ein vielversprechender Fußballwettbewerb, in: Sport 89 (1943), S. 1). Zur Teilnahme berechtigt waren die Vereine der ersten Spielklassen der Jüdischen Liga sowie zwei nichtjüdische Mannschaften aus der Shanghai League. Für 1943 waren zunächst ein skandinavisches und ein chinesisches Team angekündigt. Der Pokal wurde an vier aufeinanderfolgenden Sonntagen nach dem K.O.-System ausgespielt. , welches die lokalen Vereine AHV AHV Die AHV war die erfolgreichste unter den jüdischen Fußballmannschaften in Shanghai und gewann die Meisterschaft der Jüdischen Liga in den Saisons 1941/42, 1943/44 und 1944/45. Die Buchstaben AH standen Albert Lichtblau zufolge für „Alte Herren“, so dass die deutschsprachige Bezeichnung auf erfahrene Fußballer verweist, die bereits vor ihrer Flucht in Deutschland bzw. Österreich aktiv gewesen waren. Guggenheims Artikelverwendung legt nahe, dass die Abkürzung als Alte Herren Vereinigung aufgelöst werden kann. In einer Annonce vom Juli 1943 bezeichnete sich die AHV als Sektion des JRC und rief interessierte Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche zur Teilnahme an Gymnastik, Leichtathletik und Schwimmen auf. , Alte Herren Vereinigung, und Sokol Sokol Der Sokol war ein russischer Fußballverein in Shanghai, der vermutlich im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts im Geiste der national und panslawisch gesinnten, ursprünglich tschechischen Sokolbewegung entstand. Ab den 1930er Jahren spielte der Sokol in der ersten Division der lokalen Shanghai League. Im Laufe der Jahre kam es sehr oft zu Begegnungen des Sokol mit jüdischen Teams, so dass ihn der 1923 in Harbin geborene und später in Shanghai lebende Yaacov Liberman als deren „main rival“ bezeichnete. untereinander austrugen und der Sokol mit 4:3 gewann.
Zu jener Zeit war Shanghai bereits eine Millionenmetropole. Von den über 3,5 Millionen Einwohnern der Stadt im Jahr 1937 machten die knapp 60.000 Ausländer nur einen Bruchteil von unter zwei Prozent der Population aus. Zu Beginn des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges eroberte die japanische Armee nach der Schlacht um Shanghai am 9. November 1937 die Stadt und besetzte sie. Unter der Verwaltung des japanischen Militärs war es möglich, die Stadt ohne Visum oder Passkontrolle zu erreichen. China hatte auf Grund der Besatzung keinen Einfluss auf die Einreiseregelungen der Stadt, und Japan verfolgte trotz seines Status als Verbündeter des nationalsozialistischen Deutschland kein Interesse, die Einreise von Ausländern, auch nicht von Juden aus Europa, zu unterbinden. Die visumfreie, ungehinderte Einreisemöglichkeit war zu diesem Zeitpunkt auf der Welt einzigartig, was Shanghai zu einem Ziel jüdischer und anderer Flüchtlinge aus Europa machte.1
Dies fiel mit dem starken Anstieg der Flüchtlingszahlen 1938 infolge des Anschlusses Österreichs an das Deutsche Reich, der gescheiterten Konferenz von Évian und der Novemberpogrome 1938 zusammen. Bis April 1939 erreichten bereits 7.000 Flüchtende Shanghai und die Zahl stieg bis zum Ende des Jahres noch deutlich an. Die Reise von Europa erfolgte zumeist auf dem Seeweg, da von Italien aus regelmäßig Passagierschiffe nach Shanghai verkehrten, bis das Land 1940 in den Zweiten Weltkrieg eintrat und das letzte italienische Schiff am 6. Juni Shanghai erreichte. Danach war eine Flucht nur noch über Land möglich, sodass die Zahl jüdischer Neuankömmlinge in Shanghai sank. Denn der Landweg war lang und beschwerlich, erforderte zudem Transitvisa, was Shanghai als Fluchtziel unattraktiv machte, bevor der deutsche Angriff auf die 
Sowjetunion
eng. Soviet Union, deu. Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, rus. Sovetskiy Soyuz, rus. Советский Союз, . Совет Ушем, . Советонь Соткс, rus. Sovetskij Soûz, . Советий Союз, yid. ראַטן־פֿאַרבאַנד, yid. סאוועטן פארבאנד, yid. sovətn farband, yid. sovʿtn-farband, yid. sovətn-farband, . Советтер Союзу, . Совет Союзы, . Советон Цæдис, . Совет Эвилели

Die Sowjetunion (SU oder UdSSR) war ein von 1922 bis 1991 bestehender Staat in Osteuropa, Zentral- und Nordasien. Sie ist aus dem sog. Sowjetrussland hervorgegangen, dem Nachfolgestaat des Russländischen Kaiserreichs. Den Kern der Union und zugleich ihren größten Teil bildete die Russische Sowjetrepublik, hinzu kamen weitere Teilrepubliken. Ihre Zahl variiert über die Zeit hinweg und steht im Zusammenhang mit der Besatzung anderer Länder (Estland, Lettland, Litauen), nur kurzzeitig bestehenden Sowjetrepubliken (Karelo-Finnland) oder mit der Teilung bzw. Zusammenlegung von Sowjetrepubliken. Zusätzlich gab es zahlreiche autonome Republiken oder sonstige Gebietseinheiten mit einem Autonomiestatus, der sich im Wesentlichen auf eine sprachliche Autonomie der Minderheiten beschränkte.

Die UdSSR bestand vor ihrer formellen Auflösung aus 15 Sowjetrepubliken mit einer Bevölkerung von ungefähr 290 Millionen Menschen. Mit ca. 22,4 Millionen km² bildete sie den damals größten Flächenstaat der Welt. Die Sowjetunion war eine sozialistische Räterepublik mit einem Einparteiensystem und einer fehlenden Gewaltenteilung.

 im Juni 1941 auch diesen Weg versperrte.2
Schon in der ersten Jahreshälfte 1939 waren allerdings deutsche und japanische Diplomaten übereingekommen, den Zustrom jüdischer Flüchtlinge zu begrenzen, um die wirtschaftlichen Interessen der in Shanghai ansässigen Nichtjuden zu schützen. In der Folge mussten Neuankömmlinge ab August 1939 einen Arbeitsvertrag in der Stadt vorweisen oder eine Garantieleistung in Höhe von 400 US-Dollar aufbringen. Angesichts der fehlenden Registrierung der zuströmenden Menschen, woraus auch die starke Divergenz der Schätzungen zur Flüchtlingszahl resultiert, scheint eine systematische Prüfung dieser Voraussetzungen und damit ein wirksames Verbot nicht umgesetzt worden zu sein. Darauf deuten auch Erinnerungen wie diese hin: „Am Anfang des Krieges in Europa merkten wir in Shanghai kaum etwas davon. Es kamen weiter sehr viele Flüchtlinge an, erst über Italien, später […] über 
Sibirien
rus. Sibir, rus. Сибирь, eng. Siberia

Sibirien erstreckt sich über eine Fläche von 12,8 Mio. km² zwischen dem Ural, dem Pazifik, dem Nordpolaarmeer, China und der Mongolei. 1581/82 begann die russische Eroberung Sibiriens. Zur Zeit der Aufklärung vor allem Rohstoffquelle und Raum für den Handel mit Asien, gewann Sibirien ab dem 19. Jahrhundert Bedeutung als Ort für Strafkolonien und Verbannte. Mit der Erschließung durch die Transsibirische Eisenbahn und der Dampfschifffahrt am Ende des 19. Jahrhunderts kamen Industrialisierung und damit neue Siedler nach Sibirien. Weitere Industrialisierungsbemühungen unter Stalin wurde vor allem mit der Arbeitskraft von Gulag-Häftlingen und Kriegsgefangenen umgesetzt.

Die Karte zeigt Nordasien, zentral gelegen Sibirien. CIA World Factbook, bearbeitet von Veliath (2006) und Ulamm (2008). CC0 1.0.

.“3
Insgesamt hielten sich während des Zweiten Weltkriegs mindestens 25.000 jüdische Geflüchtete für längere Zeit in Shanghai auf, die mehrheitlich aus Deutschland und Österreich, aber auch etwa aus dem bereits von den Deutschen besetzten 
Republik Polen
eng. Second Polish Republic, deu. Zweite Polnische Republik, pol. II. Rzeczpospolita, pol. II Rzeczpospolita

Zweite Polnische Republik (Polnisch: II. Rzeczpospolita) ist die gängige Bezeichnung für den wiedererrichteten polnischen Staat (Republik Polen), der am 11.11.1918, nach Ende des Ersten Weltkriegs und 123jähriger Teilungszeit, seine Unabhängigkeit wiedererlangte. Seine Ausdehnung vor allem nach Osten war wesentlich kleiner als zur Zeit der sogenannten 1. Republik (Adelsrepublik), die 1795 mit der dritten Teilung Polens zwischen der Habsburgermonarchie, Preußen und Russland zu existieren aufgehört hatte.

Die Grenzen der Zweiten Polnischen Republik zu den Nachbarstaaten wurden erst 1921/22 und infolge bewaffneter Konflikte festgelegt, wobei sie auch im Nachgang (und teils während der gesamten Existenz der Zweiten Polnischen Republik) umstritten bleiben konnten. Dem deutschen Angriff auf Polen am 1.9.1939 und dem sowjetischen Einmarsch in Polen am 17.9.1939 folgte am 28.9.1939 die Kapitulation in Warschau, was dem funktionalen Ende der Zweiten Republik gleichkam. Als ihr formelles Ende wird oft die Rücknahme der Anerkennung der polnischen Exilregierung durch die britischen und US-amerikanischen Regierungen am 5.7.1945 angesehen, allerdings wurden die Organe der späteren Volksrepublik Polen von der Sowjetunion bereits am 24.6.1944 als offizielle Vertretung Polens anerkannt. Der Präsident der polnischen Exilregierung in London, Ryszard Kaczorowski, übergab am 22.12.1990 als letztem, symbolischem Akt der Zweiten Polnischen Republik deren Insignien an den damaligen polnischen Präsidenten in Warschau, Lech Wałęsa.

 und dem 
Baltikum
eng. Baltics, lat. Balticum, deu. Baltische Staaten, deu. Baltische Provinzen

Das Baltikum ist eine Region im Nordosten Europas und setzt sich aus den drei Staaten Estland, Lettland und Litauen zusammen. Das Baltikum wird von knapp 6 Millionen Menschen bewohnt.

 stammten. Die Deutschsprachigen waren größtenteils zwischen 30 und 60 Jahren alt und gehörten der Mittelschicht an. Shanghai war für sie zumeist eine Zwischenstation, die sie über kurz oder lang wieder zu verlassen beabsichtigten. Daher strebten sie zumeist nur in geringem Maße eine Integration oder Assimilation in die asiatische Stadtgesellschaft an, was sich beispielsweise darin äußerte, dass nur wenige der Exilierten überhaupt Chinesisch lernten. Vielmehr versuchten sie, die aus der Heimat gewohnten Lebensweisen auch in Shanghai aufrechtzuerhalten. Dem Sport kam hierbei eine besondere Bedeutung zu, da er sowohl eine emotionale Verbindung zur verlorenen Heimat bot als auch das Ankommen in der neuen Stadt erleichterte, indem er im Exil Gemeinschaft und Zugehörigkeit schuf und für Ablenkung, Beschäftigung, moralische Orientierung und nicht zuletzt für ein Gefühl der Selbstwirksamkeit sorgte. Manche der Sportler konnten sich durch ihre Leistungen sogar zukünftigen Arbeitgebern empfehlen. Auch ist ein Fall dokumentiert, in welchem der Sport als Sprungbrett diente, außerhalb der Flüchtlingsgemeinschaft beruflich Fuß zu fassen und zu Wohlstand kommen.4 
Eine deutliche Verschlechterung für die Exilgemeinde trat jedoch im Februar 1943 ein, als nach 1937 angekommene staatenlose Immigranten – größtenteils, aber nicht ausschließlich europäische Juden – bis Mai des Jahres in eine 2,5 km² große „designated area“ im Bezirk Hongkou zwangsumgesiedelt wurden, wodurch die von Misstrauen gegenüber den europäischen Neuankömmlingen getriebenen Japaner bessere Kontroll- und Überwachungsmöglichkeiten erreichen wollten. Nicht zuletzt hatten deutsche Diplomaten Anteil daran, deren Spionagefurcht zu befeuern. Hongkou war ein Zwangsquartier mit geringer Lebensqualität und einer Bausubstanz, die nicht auf die große Menge an zuströmenden Menschen ausgerichtet war. Im Zusammenspiel mit den schlechten hygienischen Verhältnissen führte die Überfüllung zur schnellen Ausbreitung von zum Teil lebensbedrohlichen Krankheiten, bei gleichzeitiger medizinischer Unterversorgung.5 
Die räumliche Segregation wurde als sozialer Abstieg und Zwangsmaßnahme erlebt, zumal das Ghetto, wie es von den Exilanten genannt wurde, nicht ohne Genehmigung verlassen werden durfte. Bezeichnenderweise tauchten in der Februar-Proklamation die Begriffe „Jude“ oder „Ghetto“ gar nicht auf, und die Anordnung zielte ebensowenig auf jene jüdischen Personen, die etwa nach 1918 aus dem Russischen Reich geflohen waren. Zudem war diese Maßnahme in Shanghai, anders als die von den Deutschen im östlichen Europa umgesetzte Ghettoisierung, trotz der Härten nicht Teil eines Prozesses, der auf den Massenmord an den Betroffenen zielte. Und doch: Im April 1941 kam der „Schlächter von Warschau“ Josef Meisinger (1899–1947) Josef Meisinger (1899–1947) Josef Albert Meisinger (1899-1947) begann seine Laufbahn als junger Freiwilliger im Ersten Weltkrieg und war anschließend im Freikorps Epp aktiv. Er beteiligte sich unter anderem bei der Niederschlagung der Münchner Räterepublik sowie beim Hitler-Ludendorff-Putsch. Ab 1922 arbeitete er bei der Münchner Polizei. Nach 1933 stieg er im NS-Staat schnell in leitende Positionen der Polizei und Gestapo auf und übernahm Aufgaben im Bereich politischer Verfolgung. Im Zweiten Weltkrieg war er in Polen in führender Funktion an schweren NS-Verbrechen beteiligt und leitete unter anderem Polizeieinheiten im Distrikt Warschau. Später war er als Polizeiattaché in Tokio eingesetzt. Nach Kriegsende wurde er verhaftet, nach Polen überstellt, dort verurteilt und hingerichtet. als SD-Vertreter an die Botschaft in Tokio, nachdem er sich in den ersten beiden Kriegsjahren seinen blutigen Ruf erworben hatte, zunächst als stellvertretender Kommandeur der Einsatzgruppe IV, die Tausende Menschen in Polen ermordete, dann als Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD im Distrikt Warschau. Als Polizeiattaché in Diensten Heinrich Himmlers unterbreitete Meisinger japanischen Dienststellen konkrete Vorschläge zur physischen Vernichtung der jüdischen Shanghailänder jüdischen Shanghailänder Die sogenannten „Shanghailänder“ bezeichneten die überwiegend aus westlichen Staaten stammenden Bewohner der exterritorialen Zonen Shanghais, die sich seit der Öffnung Chinas infolge des Vertrags von Nanking (1842) etablierten. Innerhalb dieser Gemeinschaft spielten jüdische Familien, insbesondere die sephardische Familie Sassoon, eine wichtige wirtschaftliche Rolle. Daneben kamen ab dem frühen 20. Jahrhundert viele aschkenasische Juden aus Russland nach Shanghai, die vor Pogromen und politischen Umbrüchen flohen. Besonders wichtig wurde Shanghai während der nationalsozialistischen Unterdrückung und Verfolgung in Europa. Unter japanischer Kontrolle war Shanghai einer der wenigen Orte weltweit, an denen jüdische Flüchtlinge ohne Visum einreisen konnten. Deshalb flohen rund 25.000 Juden, vor allem aus Deutschland und Österreich, nach Shanghai, um der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu entkommen. Viele lebten unter schwierigen Bedingungen. 1943 mussten die jüdischen Flüchtlinge im sogenannten Shanghaier Ghetto leben. Nach Kriegsende verließen die meisten Überlebenden die Stadt und wanderten vor allem in die USA oder nach Israel aus. , wozu ein Massenertränken auf See oder ein Vernichtungslager auf der Insel Chongming Dao gehörten. Dass diese Initiativen kein Gehör fanden, war die Grundlage dafür, dass die jüdischen Exilanten selbst unter den Bedingungen des schließlich eingerichteten Ghettos ihr reiches Sportleben fortführen konnten.6
Denn Fußball war in Shanghai bereits spätestens seit den1870er Jahren verbreitet, als russische Juden 1912 den Jewish Recreation Club (JRC) Jewish Recreation Club (JRC) Der Jewish Recreation Club (JRC) wurde 1912 von russischen Juden in Shanghai gegründet, wo Fußball seit den 1870er Jahren verbreitet war. In die erste Spielklasse (Division) der Shanghai League stieg der JRC 1933 auf. Ab 1938 engagierte sich der Club bei der Betreuung der Flüchtlinge aus Europa, was zur Gründung einer eigenen jüdischen Liga führte. Möglichweise diente er als mutmaßlich einziger offizieller jüdischer Sportverein als eine Dachorganisation, innerhalb derer sich die einzelnen Mannschaften der Liga als Sektionen mit eigenen Namen formierten. Darauf deutet die Tatsache hin, dass die Vollversammlungen des JRC zugleich diejenigen der jüdischen Fußballliga waren. Außer für Fußball hatte der JRC auch Sektionen für Boxen, Tennis, Tischtennis, Handball, Hockey und Leichtathletik. gründeten. Die aschkenasischen Gründer waren vor den Pogromen 1905 geflohen und gehörten zur zweiten jüdischen Gemeinschaft der Stadt, wo seit den 1840er Jahren sephardische Juden vor allem im Handel aktiv waren. Im Jahr 1933 stieg der jüdische Verein in die erste Spielklasse der Shanghai League auf und engagierte sich ab 1938 bei der Betreuung der Flüchtlinge aus Europa, was schließlich zur Gründung einer eigenen jüdischen Liga jüdischen Liga Die Jüdische Fußballliga nahm Gestalt an, als 1938/39 zunehmend mehr fußballaffine jüdische Flüchtlinge aus Europa in Shanghai ankamen und innerhalb des bestehenden Jewish Recreation Club neue Mannschaften bildeten. Ab der Spielzeit 1940/41 wurden fünf Meisterschaftssaisons abgeschlossen. Es gab drei Spielklasse sowie zusätzlich eine Jugendliga. Die Spiele fanden zunächst auf einem Sportplatz an der Kinchow Road statt, der bald für ein Schulgebäude geräumt werden musste. Ab November 1941 wurde der Sportplatz an der Chaoufoong Road zur neuen Spielstätte, deren Unzulänglichkeiten beständig Anlass zu Platzarbeiten gab. führte. „The newcomers organized sport activities right away,“ erinnerte sich später auch der Wiener Alfred Zunterstein (1922–2005). Möglichweise diente der JRC als eine Dachorganisation, innerhalb derer sich Sektionen als einzelne Mannschaften mit eigenen Namen formierten, die die Liga bildeten. Darauf deutet die Tatsache hin, dass die Vollversammlungen des JRC zugleich auch diejenigen der jüdischen Fußballliga waren. Neben dem Fußball entstanden im JRC auch Sektionen für Boxen, Tennis, Tischtennis, Handball, Hockey und Leichtathletik.7
Die ab der Saison 1940/41 bestehende jüdische Fußballliga wurde um zwei weitere Spielklassen und eine Jugendliga erweitert. Insgesamt wurden fünf Meisterschaften abgeschlossen. Die Spiele fanden zunächst auf einem Sportplatz an der Kinchow Road statt, der bald für den Bau eines Schulgebäudes geräumt werden musste. Als Ersatz diente ab November 1941 ein Sportplatz an der Chaoufoong Road, dessen schlechte Beschaffenheit beständig Anlass zu immer neuen Platzarbeiten gab. Laut Alfred Kohn (1927–2019), der als Boxer und Fußballer unter dem Spitznamen „Lako“, der lange Kohn, lokale Berühmtheit erlangte, war dieser Sportplatz Teil eines Lagers, eines der fünf euphemistisch „Heime“ genannten, beengten Quartiere allerniedrigsten Standards, in welchen ca. 2.500 jüdische Exilantinnen und Exilanten ihre Shanghaier Jahre verleben mussten. Nichtsdestotrotz waren Zuschauerzahlen von 1.600 Personen an der Chaoufoong Road keine Seltenheit.8 
Die erfolgreichste unter den jüdischen Fußballmannschaften in Shanghai war „die AHV“, wobei die beiden ersten Buchstaben Albert Lichtblau zufolge für „Alte Herren“ standen: Die deutschsprachige Bezeichnung verweist auf erfahrene Fußballer im Alter zwischen 35 und 50 Jahren, die bereits vor ihrer Flucht in Deutschland und Österreich aktiv gewesen waren. Ludwig Guggenheims Artikelverwendung („die AHV“) legt nahe, dass die Abkürzung als Alte Herren Vereinigung aufgelöst werden kann. Trotz des fortgeschrittenen Spieleralters holte die AHV gleich dreimal – in den Saisons 1941/1942, 1943/1944 und 1944/1945 – die Meisterschaft der jüdischen Liga. Im Laufe der Jahre scheint sich der Club im Hinblick auf Zielgruppen und Programmatik geöffnet zu haben: In einer Annonce vom Juli 1943 rief die AHV, mit der Selbstbezeichnung als Sektion des JRC, neben Männern auch interessierte Frauen, Kinder und Jugendliche zur Teilnahme an Gymnastik, Leichtathletik und Schwimmen auf.9 
Andere Mannschaften wählten ihren Namen in Anlehnung an Gebäude oder Straßen in Hongkou, was unter den Bedingungen der Zwangsumsiedlung die Geste einer selbstemanzipatorischen Aneignung des ungeliebten Stadtraums zum Ausdruck brachte. Ebenso fiel Sponsoren eine tragende Rolle bei der Aufrechterhaltung des sportlichen Lebens im Exil zu, was eine Reihe von Vereinsnamen spiegelten. So finanzierte beispielsweise auch die wichtigste Zeitung des deutschsprachigen Exils in Shanghai, der Shanghai Jewish Chronicle (SJC), eine Fußballmannschaft gleichen Namens, in welcher der Autor des Spielberichts Eisfelder aktiv war.10 
Ferdinand Eisfelder wurde 1919 in Emden geboren und wuchs in Berlin auf, wo er zunächst bei Tennis Borussia Fußballerfahrung sammelte und nach seinem antisemitischen Ausschluss 1933 zur Jüdischen Sportgemeinschaft Berlin, dem örtlichen Ableger des  Sportbundes Schild
Sportbund Schild
Die Gründung des „Sportbund des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten“ ist auf den 30. Mai 1933 datiert. Es bleibt offen, weshalb Alwin Lippmann in seinem Artikel den April als Gründungsmonat für den Sportbund nennt. Zwar wurde im April bereits über die Planung eines Sportbundes berichtet, jedoch fand die Gründung erst Ende Mai statt. Aus den Quellen geht hervor, dass die Bundesleitung am 29. Mai die Gründung des Sportbundes beschloss und einen Tag später mit seinem Aufbau begann.
 des  Reichsbunds jüdischer Frontsoldaten
Reichsbund jüdischer Frontsoldaten
auch:
RjF
Der 1919 gegründete Reichsbund jüdischer Frontsoldaten (RjF) war eine Reaktion auf antisemitische Anfeindungen gegenüber den aus dem Ersten Weltkrieg zurückkehrenden jüdischen Soldaten. Obwohl ca. 85.000 jüdische Frontsoldaten am Krieg teilnahmen, von denen etwa 12.000 starben, wurde ihnen vorgeworfen, sie hätten sich vor dem Krieg gedrückt und somit die Niederlage Deutschlands verursacht. Der RjF informierte über die Leistungen jüdischer Soldaten und half ihnen, die gebührende Anerkennung zu erlangen. Darüber hinaus organisierte der RjF Selbstschutzeinheiten, um die jüdische Bevölkerung vor antisemitischen Angriffen zu schützen. Seine politische Einstellung war deutsch-national, und sein Presseorgan hieß „Schild“. Ab 1936 wurde dem RjF verboten, sich politisch zu engagieren. Zwei Jahre später wurde er aufgelöst.
, wechselte. Zu dieser Zeit schrieb er für Zeitungen wie das Jüdische Familienblatt erste Fußballberichte. Nachdem seinem Bruder Günther bereits 1934 die Emigration nach Brasilien gelungen war, erkannte Ferdinand angesichts des Münchner Abkommens die drohende Kriegsgefahr in Europa und konnte Ende 1938 per Schiff in das noch visumfreie Shanghai ausreisen, wo er am 15. Januar 1939 anlangte. Dort kam er zunächst als Aushilfe im Betrieb seines Onkels Louis (Leopold) Eisfelder (1893–1976) unter. Das für seine europäischen Spezialitäten berühmte Café Louis entwickelte sich rasch zu einem wichtigen Emigrantentreffpunkt und lag in der Bubbling Well Road, welche als „extra-settlement road“ quasi zum International Settlement und somit zu den ausländischen Konzessionen Shanghais gehörte. Nach einer Zwischenstation bei dem kurzlebigen Intellektuellenblatt „Gelbe Post“ des ehemaligen Leiters des Internationalen Psychoanalytischen Verlags und Freud-Verlegers Adolf Josef Storfer (1888–1944) kam er zum SJC, musste jedoch neben dem Schreiben weiterhin wechselnde Jobs annehmen, um seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können.11 
Schließlich nahm Eisfelder die Eröffnung des Chaoufoongsportplatzes Ende 1941 zum Anlass, mit „Sport“ seine eigene Zeitschrift zu launchen, die wöchentlich Neuigkeiten über die lokalen, nicht allein jüdischen, Teams und die aktuellen Sportveranstaltungen brachte. Auf Vermittlung seines Freundes „Blacky“ Schwarz hatte Eisfelder Ludwig Guggenheim als Financier des Unterfangens gewinnen können. Im Impressum ließ sich Guggenheim zwar als „Eigentümer, Herausgeber, Schriftleiter“ ankündigen, tatsächlich hielt er sich aus dem redaktionellen und operativen Geschäft heraus, ebenso wie Schwarz, der Eisfelder eigentlich seine Unterstützung zugesichert hatte. Faktisch handelte es sich um einen Ein-Mann-Betrieb, bei dem Eisfelder alle Texte schrieb, bearbeitete, die Zeitung erstellte und auch vertrieb. Anfangs gab er die nur vierseitige Zeitschrift als Beilage dem SJC bei, später wechselte er zum Direktmarketing und verkaufte die „Sport“ persönlich in den zahlreichen Kaffeehäusern und unmittelbar auf den Fußballplätzen.12
Unter den etwa ein Dutzend jüdischen Zeitschriften in Shanghai, welche meist nur kurze Zeit existierten, war sie die einzige Sportzeitung. Ihr wirtschaftlicher Erfolg hielt sich in Grenzen, doch konnte ihre Existenz immerhin über Jahre, vermutlich bis 1944, gesichert werden. Eigentlich hegte Ferdinand Eisfelder die Hoffnung, die Publikation zweisprachig ausbauen und sich damit berufliche Chancen in der englischsprachigen Presse erarbeiten zu können, doch gaben die Ressourcen das nicht her. Immerhin gelang es, Ludwig Guggenheim 1943 davon zu überzeugen, dem JRC einen eigenen Pokal zu stiften, den „Sport“-Cup. Der Pokal wurde an vier aufeinanderfolgenden Sonntagen nach dem K.O.-System ausgespielt und verfolgte das Ziel, „die Saison bis zum Beginn der Meisterschaftsspiele interessant und anregend zu gestalten.“ Zur Teilnahme berechtigt waren die Vereine der ersten Spielklasse der Jüdischen Liga sowie zwei nichtjüdische Mannschaften aus der Shanghai League. Schlimmstenfalls hätte sich es dabei sogar um einen deutschen, nichtjüdischen Verein handeln können, wo es, wie in der Shanghaier deutschen Community insgesamt, neben kommunistischen Flüchtlingen hauptsächlich stark vom Nationalsozialismus Beeinflusste gab; an eine solche Begegnung aus der Ghettozeit erinnerte sich Alfred Kohn. Als nichtjüdische Teilnehmer für 1943 waren jedenfalls zunächst ein skandinavisches und ein chinesisches Team angekündigt.13
Offenbar kam es anders, denn im Finale gegen die AHV stand nun mit Sokol ein russischer Fußballverein, der sich dem Namen nach zu urteilen der Sokol-Bewegung verbunden fühlte, welche zunächst als nationale tschechische Turnbewegung entstanden war. Von dort hatte sie – bereits im Geiste des Panslawismus – in immer mehr Nachbarländern Verbreitung gefunden. Im Gefolge der Oktoberrevolution 1917 gelangten schließlich viele antibolschewistische, sogenannte „weiße“ Russen nach Shanghai, darunter viele Militärangehörige und deren Kinder, aber ebenso auch Juden, sodass sich die Zahl russischer Juden in Shanghai im Jahr 1924 schon zwischen 800 und 1.000 Personen bewegte. In dieser Zeit entstanden einige russische Mannschaften. Wann genau der Sokol gegründet wurde, bleibt unklar. Ab den 1930er Jahren spielte der Sokol in der nur zehn Teams umfassenden ersten Division der lokalen Shanghai League und zog so zu seinen Spielen Hunderte von Besucherinnen und Besuchern an. Im Laufe der Jahre kam es sehr oft zu Begegnungen des Sokol mit jüdischen Teams, sodass ihn der 1923 in Harbin geborene und später in Shanghai lebende Yaacov Liberman als deren „main rival“ bezeichnete. Im Fall der ersten und einzigen Ausspielung des „Sport“-Cups wurde der Hauptgegner also zum Sieger.14
Bald darauf stellte Eisfelder sein Zeitungsprojekt ein, die Gründe dafür bleiben unklar.  Wenige Wochen vor der japanischen Kapitulation, die die Befreiung brachte, erlebte er die Angriffe der US-Luftwaffe auf Shanghai am 17. Juli 1945 mit, die versehentlich auch Teile des Ghettos trafen: 31 Tote und 250 Verletzte waren unter den jüdischen Geflüchteten zu beklagen, neben Hunderten Verletzten und Toten unter der chinesischen Bevölkerung. Nach dem Ende des Krieges, das für die jüdischen Exilanten mit der bitteren Gewissheit verbunden war, dass die bislang als unglaubhaft abgetanen Gerüchte von einem millionenfachen Massenmord an den europäischen Jüdinnen und Juden der Wahrheit entsprachen, blieb Eisfelder zunächst in China und arbeitete auf einer Basis der US-Armee in Peking, bis er im Mai 1947 das Einreisevisum für die USA erhielt, denn dorthin und ins spätere Israel zog es die überwiegende Mehrheit der jüdischen Shanghailänder. Etwa zu dieser Zeit erreichte ihn der Abschiedsbrief, den seine Mutter im Herbst 1942 im Berliner Versteck geschrieben hatte. In New York lernte er seine Frau Yvette kennen und baute unter seinem neuen Namen Fred Fields ein erfolgreiches Unternehmen auf. Gemeinsam besuchte das Paar im September 1980 noch einmal Shanghai, wohin es auch andere der gut organisierten und miteinander vernetzten ehemaligen Exilanten zog. 1990 erhielt Fields für sein Engagement um die deutsch-amerikanischen Handelsbeziehungen das Bundesverdienstkreuz.15

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