Vergeblich suche ich in mir die […] sanfte Unvernunft der Bauernkinder. Ich habe niemals Höhlen gegraben und Vogelnester gesucht, niemals botanisiert und mit Steinen nach den Vögeln geworfen. Aber die Bücher waren meine Vögel […].1
- so denkt der Philosoph Jean-Paul Sartre im Jahr 1964 über seine ersten Jugendjahre nach. Der berühmte französische Denker beschreibt in „Die Wörter“, wie er seine Kindheit in Büchern schmökernd verbrachte, während Altersgenoss:innen auf dem Dorf die Natur kennenlernten.
Von Kühen und Büchern
Die fürchterlichste, schlimmste Sache war das Hüten der Kühe. Niemand, […], dem nicht der Tau die nackten, vor Kälte steifen Füße genässt hat, dem die Sonne nicht die Augen geblendet hat auf dem schattenlosen, kahlen Auslauf, wird verstehen, worin diese merkwürdig einfache Aufgabe besteht.3
Generationserfahrungen: Krieg und Systemwechsel
Die Volksrepublik Polen war ein von 1944 bis 1989 (bis 1952 unter dem Namen Republik Polen) existierender sozialistischer Staat in der sowjetischen Einflusssphäre. Seine Grenzen entsprechen denen des heutigen Polens. Die Legitimation der Staatsform erfolgte auf der Grundlage des Referendums von 1946 und der Wahl von 1947, deren Ergebnisse jedoch gefälscht wurden. 1948 wurden die Parteien des sogenannten Demokratischen Blocks in der Sozialistischen Einheitspartei des Ein-Parteien-Staates zwangsvereinigt. Bis zum Ende der Volksrepublik regierte die daraus hervorgegangene kommunistische Polnische Vereinigte Arbeiterpartei (Polska Zjednoczona Partia Robotnicza, PZPR).


















