Der Terminus 'Wiedergewonnene Gebiete' (polnisch Ziemie Odzyskane) wurde in der Volksrepublik Polen für die ehemaligen Ost- bzw. Nordostgebiete des Deutschen Reiches (mit der Freien Stadt Danzig) verwendet, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs an Polen angeschlossen wurden. Der Begriff, der u. a. namensgebend für das speziell für ihre Belange 1945-1949 eingerichtete "Ministerium für die Wiedergewonnenen Gebiete" war, spielte auf eine – nicht immer eindeutige und teilweise mehrere Jahrhunderte zurückliegende – historische Zugehörigkeit dieser Gebiete zum polnischen Herrschaftsbereich an. Der Begriff wurde offiziell allerdings bereits 1938 in Bezug auf die Besetzung des vormals tschechoslowakischen Olsagebiets gebraucht. Bereits während des Zweiten Weltkrieges wurden Postulate zur Eingliederung der Reichsgebiete erhoben, worauf einer der zahlreichen weiteren polnischen Begriffe - „Ziemie Postulowane“ („Postulierte Gebiete“) - anspielte. Die Übernahme der Ostgebiete des Deutschen Reiches wurde in Polen als eine Art Schadensersatz für die verlorenen Ostgebiete empfunden.
Die Abbildung zeigt ein Propaganda Plakat eines unbekannten Autors, dass vom Wojewódzki Urząd Informacji i Propagandy 1945 herausgegeben wurde.
Die Nachkriegsmigration und das materielle Erbe in Polens Westgebieten
Soziale Distinktion durch Objekte
Agata gewann den Eindruck, dass der frühere Besitzer zufrieden war, als er sah, wer die ehemalige Villa seiner Familie nun bewohnte. Er wähnte sich „an einem Ort, an dem auch die von ihnen [den Vorbesitzern] verbrachte Vergangenheit eine Rolle spielt. Es ist zwar nicht wirklich ihre Vergangenheit, aber sie wird von einer bestimmten Gesellschaftsschicht geteilt. Und es geht nicht um den Adel oder wie auch immer man es nennen mag, sondern darum, dass die Vergangenheit und ihre Werte geschätzt werden.“

























