Die Sowjetunion (SU oder UdSSR) war ein von 1922 bis 1991 bestehender Staat in Osteuropa, Zentral- und Nordasien. Sie ist aus dem sog. Sowjetrussland hervorgegangen, dem Nachfolgestaat des Russländischen Kaiserreichs. Den Kern der Union und zugleich ihren größten Teil bildete die Russische Sowjetrepublik, hinzu kamen weitere Teilrepubliken. Ihre Zahl variiert über die Zeit hinweg und steht im Zusammenhang mit der Besatzung anderer Länder (Estland, Lettland, Litauen), nur kurzzeitig bestehenden Sowjetrepubliken (Karelo-Finnland) oder mit der Teilung bzw. Zusammenlegung von Sowjetrepubliken. Zusätzlich gab es zahlreiche autonome Republiken oder sonstige Gebietseinheiten mit einem Autonomiestatus, der sich im Wesentlichen auf eine sprachliche Autonomie der Minderheiten beschränkte.
Die UdSSR bestand vor ihrer formellen Auflösung aus 15 Sowjetrepubliken mit einer Bevölkerung von ungefähr 290 Millionen Menschen. Mit ca. 22,4 Millionen km² bildete sie den damals größten Flächenstaat der Welt. Die Sowjetunion war eine sozialistische Räterepublik mit einem Einparteiensystem und einer fehlenden Gewaltenteilung.
Das Mandatsgebiet Palästina wurde infolge des Ersten Weltkriegs und der in den Nachkriegsjahren vorgenommenen territorialen Neuordnung der östlichen Mittelmeergebiete (Levante) geschaffen, die zuvor zum unterlegenen Osmanischen Reich gehört hatten. Im Kriegsverlauf waren die Gebiete westlich und östlich des Jordan, die historisch auch als Cis- bzw. Transjordanien bezeichnet wurden und den heutigen Staaten Israel, Jordanien sowie dem Westjordanland und dem Gazastreifen entsprechen, unter britische Herrschaft gekommen. Großbritannien hatte ab 1916 die regionale arabische Unabhängigkeitsbewegung in der Arabischen Revolte (1916–1918) entscheidend unterstützt, die militärisch eroberten Gebiete jedoch im Anschluss zwischen sich und Frankreich aufgeteilt. Noch vor Kriegsende hatte Großbritannien zudem nicht nur der arabischen, sondern auch der jüdischen Bevölkerung der Region Unterstützung in der Erlangung politischer Unabhängigkeit bzw. der Schaffung eigener Staaten zugesichert (Balfour-Erklärung, 1917). Die Konferenz von San Remo, die im April 1920 über die Aufteilung des Osmanischen Reiches entschied, bestätigte die britischen Gebietsansprüche. 1922 erteilte auch der Völkerbund Großbritannien offiziell das Mandat über das Gebiet.
Bereits 1923 teilte Großbritannien dieses erste „Mandatsgebiet Palästina“ in zwei Gebiete auf: „Transjordanien“, das 1946 unabhängig wurde und seit 1950 offiziell den Namen Jordanien trägt; sowie das erneut als Mandatsgebiet „Palästina“ bezeichnete Gebiet, das nun das historische Cisjordanien bzw. den westlich des Jordans gelegenen Teil der historischen Region Palästina und die südlich gelegene Negev-Wüste umfasste und nach wie vor einen Zugang zum Golf von Akaba und damit zum Roten Meer besaß.
Die Zeit des Mandats war von anhaltenden Unruhen zwischen den arabischen und jüdischen Bevölkerungsteilen des Mandatsgebietes geprägt, nach Ende des Zweiten Weltkriegs gab Großbritannien das Mandat auf und an die Vereinten Nationen (als Nachfolgeeinrichtung des Völkerbundes) zurück, die daraufhin einen Teilungsplan für die Region entwickelten. Zu dessen Implementierung kam es jedoch nie, da die Spannungen im Mandatsgebiet zum Palästinakrieg (1947–1949) eskalierten, in dessen Verlauf Israel seine Unabhängigkeit ausrufen und erfolgreich durchsetzen konnte.
Das Bild zeigt eine Karte des britischen Mandatsgebiets in Palästina zwischen 1945 und 1947. (Public Domain, via Wikimedia Commons)
Der Brief war Resultat einer ungewöhnlichen Reise. Goldberg hatte sich seit Januar 1946 in der Sowjetunion aufgehalten und zuvor bereits zahlreiche andere Länder Europas besucht. Sein offizielles Anliegen war es, über die Nachkriegsgesellschaften und die Überlebenden des khurbn (aus dem Jiddischen, dt.: Katastrophe), wie der Holocaust damals unter Jüdinnen und Juden genannt wurde, zu berichten. Während seiner Zeit in der Sowjetunion versuchte Goldberg aber zugleich, durch Kommunikation mit sowjetischen Politikern ein Fundament für einen kontinuierlichen Austausch zwischen Jüdinnen und Juden aus Ost und West zu legen. Dieses Unterfangen sollte an der politischen Realität der Zeit krachend scheitern.
Der bis ins Revolutionsjahr 1917 bestehende jüdische Ansiedlungsrayon wurde Ende des 18. Jahrhunderts im Zuge der drei Teilungen Polens (1772–1795) gegründet. Später wurde er um weitere von Russland eroberte Gebiete mit einem hohen Anteil jüdischer Bevölkerung im Südwesten erweitert. Er umfasste die Gebiete der heutigen Staaten Litauen, Belarus, Moldau sowie einen Großteil der Ukraine und Polens sowie zeitweise kleinere Teile Lettlands und der Russischen Föderation. Wie bereits vor der Einnahme dieser Gebiete, war es Jüdinnen und Juden bis auf wenige Ausnahmen verboten, sich im (alten) Russländischen Reich anzusiedeln. Die formelle Grundlage für den Ansiedlungsrayon wurde zwischen 1791 und 1804 geschaffen; der Name selbst wurde erst 1835 eingeführt.

Das Russländische Kaiserreich (auch Russisches Reich, Russisches Kaiserreich oder Kaiserreich Russland) war ein von 1721 bis 1917 existierender Staat in Osteuropa, Zentralasien und Nordamerika. Das Land war Mitte des 19. Jahrhunderts das größte zusammenhängende Reich der Neuzeit. Es wurde nach der Februarrevolution im Jahr 1917 aufgelöst. Der Staat galt als autokratisch regiert und wurde von ungefähr 181 Millionen Menschen bewohnt.


Kiew liegt am Fluss Dnepr und ist seit 1991 Hauptstadt der Ukraine. Nach der ältesten russischen Chronik, der Nestorchronik, wurde Kiew erstmals 862 erwähnt. Es war Hauptsiedlungsort der Kiewer Rus‘, bis es 1362 an das Großfürstentum Litauen fiel, das 1569 Teil der polnisch-litauischen Adelsrepublik wurde. 1667 kam Kiew nach dem Aufstand unter Kosakenführer Bogdan Chmel'nyc'kyj und dem darauf folgenden polnisch-russischen Krieg zu Russland. 1917 wurde Kiew Hauptstadt der Ukrainischen Volksrepublik, 1918 der Ukrainischen Nationalrepublik und 1934 der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik.
Bezeichnet wurde Kiew auch als „Mutter aller russischen Städte“, „Jerusalem des Ostens“, „Hauptstadt der goldenen Kuppeln“ und „Herz der Ukraine“.
Im russisch-ukrainischen Krieg ist Kiew stark umkämpft.
Aufgrund des Krieges in der Ukraine ist es möglich, dass diese Informationen nicht mehr dem aktuellen Stand entsprechen.
Die Stadt an der Wolga hieß bis 1925 Zarizyn, dann bis 1961 Stalingrad. International bekannt ist sie durch die Schlacht von Stalingrad im 2. Weltkrieg, bei der im Winter 1942/43 die Wehrmacht und ihre Verbündeten von der Roten Armee vernichtend geschlagen wurden, und die als psychologischer Wendepunkt im Kriegsgeschehen gilt. Im Rahmen der Entstalinisierung wurde die Stadt 1961 in Wolgograd umbenannt.
Vakulvoe (Bevölkerungszahl 2021: 885) ist ein Dorf in der Oblast Dnipropetrowsk im Osten der Ukraine. Es wurde 1924 durch jüdische Siedler:innen als Čemerinskoe gegründet. 1931 wurde es in Stalindorf umbenannt und zum Hauptort des Stalindorfer Jüdischen Nationalbezirks. Nach mehreren Umbenennungen trägt das Dorf seit 2016 den heutigen Namen.
Birobidschan (Bevölkerung 2024: 67.212) ist die Hauptstadt der Jüdischen Autonomen Oblast im äußersten Osten der Russischen Föderation und liegt an der Transsibirischen Eisenbahn. Die Stadt wurde 1915 zunächst als Tichonkaja gegründet. Entgegen des ursprünglichen Vorhabens der Sowjetunion ab Ende der 1920er Jahre, in Birobidschan und der Jüdischen Autonomen Oblast ein jüdisches Siedlungsgebiet aufzubauen, gibt es heute nur noch wenige jüdische Einwohner:innen.
Sankt Petersburg ist eine Metropole im Nordosten Russlands. In der Stadt wohnen 5,3 Millionen Menschen, was sie nach Moskau zur zweitgrößten des Landes macht. Sie liegt an der Mündung der Newa (Neva) in die Ostsee im Föderationskreis Nordwestrussland. Sankt Petersburg wurde 1703 von Peter dem Großen gegründet und war von 1712 bis 1918 die Hauptstadt Russlands. Von 1914–1924 trug die Stadt den Namen Petrograd, von 1924–1991 den Namen Leningrad.
Das Baltikum ist eine Region im Nordosten Europas und setzt sich aus den drei Staaten Estland, Lettland und Litauen zusammen. Das Baltikum wird von knapp 6 Millionen Menschen bewohnt.
Belarus (auch Weißrussland; Bevölkerungszahl 2024: 9.109.280, Fläche 207.595 km²) ist ein Staat in Osteuropa, der bis 1991 zur Sowjetunion gehörte. Seine Hauptstadt und bevölkerungsreichste Stadt ist Minsk. Belarus grenzt an die Ukraine, Polen, Litauen, Lettland und Russland.
In der weißrussischen Geschichtsschreibung wird das Land im Zusammenhang mit der Entwicklung ostslawischer Fürstentümer, insbesondere Polozk, betrachtet. Ab dem 13./14. Jahrhundert gehörten die Gebiete des heutigen Belarus zum Großfürstentum Litauen. Die damalige Amtssprache (Ruthenisch) betont die Bedeutung der ostslawischen Oberschicht im Großfürstentum. Ab dem 16/17. Jh. wird das frühere Gebiet des Fürstentums Polozk als Weiße Rus‘ bekannt. Ende des 18. Jh.s wurden die belarussischen Gebiete von Russland annektiert. Erst ab 1918 kann man von einer beginnenden belarussischen Staatlichkeit sprechen, als auf dem von Deutschland im Ersten Weltkrieg besetzten Gebiet kurzzeitig die Weißrussische Volksrepublik ausgerufen wurde. Diese wurde 1919 von der in Russland gegründeten Weißrussischen Sozialistischen Sowjetrepublik ersetzt. Nach mehreren Umstrukturierungen wurde diese 1922 Gründungsmitglied der UdSSR. Seit Ende 1991 ist Belarus unabhängig. Die anfänglich eingeführte Demokratie wurde jedoch bereits 1994 durch eine Autokratie ersetzt, die zunehmend von Russland abhängig ist.
Die Ukraine ist ein Staat im östlichen Europa. Kiew ist die Hauptstadt und zugleich größte Stadt des seit 1991 unabhängigen Landes. Seit 2022 wehrt sich das Land gegen einen umfassenden russischen Überfall, der sich insbesondere auch gegen die Zivilbevölkerung und die kritische Infrastruktur des Landes richtet und Teil eines bereits seit 2014 laufenden, von der Russischen Föderation ausgehenden Krieges gegen die Ukraine ist, die 2014 mit der Annexion der ukrainischen Krim ihren Ausgang nahm.


Politische Konzepte aus der Vergangenheit


Verfolgung sowjetischer Jüdinnen und Juden
Minsk ist heute die Hauptstadt der Republik Belarus. Seine Geschichte reicht zurück bis ins Jahr 1067.
Im Laufe der Jahrhunderte gehörte Minsk zum Fürstentum Polock, den Großfürstentümern Kiew und Litauen, zum vereinigten Polen-Litauen, dem Russländischen Reich, der Weißrussischen Volksrepublik (kurzzeitig Litauisch-Weißrussische SSR), zu der zu Sowjetunion gehörigen Belorussischen Sozialistischen Sowjetrepublik und schließlich zu Belarus. Die multikulturelle Stadt, in der neben Juden, Polen, Russen und Belarusen zu jeder Zeit auch weitere Minderheiten lebten, litt immer wieder unter durchziehenden Armeen und Kriegsfolgen, etwa im Russisch-Polnischen Krieg (1654–1667), im Großen Nordischen Krieg (1700–1721), unter Napoleon und im Ersten und Zweiten Weltkrieg. Unter deutscher Besatzung wurde in Minsk 1941 das größte Ghetto in der besetzten Volksrepublik eingerichtet. In der Nähe der Stadt befand sich das Vernichtungslager Maly Trostinez. Zugleich waren die umliegenden Wälder ein Zentrum des Widerstands. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Stadt im sozialistischen Stil wiederaufgebaut und dabei auch Wohnraum für eine aufgrund von Industrialisierung und Urbanisierung rasant ansteigende Bevölkerung geschaffen.





















