Mit der Reichsbahn in den Dschungel
„Das ‚Grüne Venedig‘ Deutschlands“
Der Spreewald ist eine historische Kulturlandschaft in der Niederlausitz. Er umfasst das weitläufige Tal der Spree im Südosten Brandenburgs. Dieses von Altarmen und künstlich angelegten Kanälen geprägte Moorgebiet (sein sorbischer Name - Błota - bedeutet "Sümpfe") wird heute als Biosphärenreservat geschützt.
Ethnic tourism
Die Lausitz ist eine historische Landschaft im Osten Deutschlands. Sie gliedert sich traditionell in die Niederlausitz im Bundesland Brandenburg und die Oberlausitz im Freistaat Sachsen. Geografisch erstreckt sich die Region zwischen dem Spreewald und dem Lausitzer Gebirge, wobei östliche Teile der Lausitz seit 1945 zu Polen gehören.
Die Lausitz ist das historische Siedlungsgebiet der Sorben (auch Wenden), einer in Deutschland anerkannten nationalen Minderheit mit eigener Sprache und Kultur. Das Sorbische gehört zur westslawischen Sprachgruppe und umfasst zwei Schriftsprachen: Obersorbisch und Niedersorbisch.
„Der Spreewald und seine Sommerfrischen“
Lübben im Spreewald (Bevölkerungszahl 2025: 13.992) ist die Kreisstadt des Landkreises Dahme-Spreewald. Die Stadt liegt in der Niederlausitz im Südosten des Bundeslandes Brandenburg. Lübben erhielt bereits im 13. Jahrhundert Stadtrechte und war im 15. Jahrhundert die Hauptstadt des Markgraftums Niederlausitz. Im Laufe ihrer Geschichte wechselte die Zugehörigkeit von Lübben zwischen der Böhmischen Krone, Sachsen, den Habsburgern und Preußen. Ab 1945 gehörte die Stadt zur Sowjetischen Besatzungszone, aus der 1949 die Deutsche Demokratische Republik hervorging. Seit 1990 ist diese in der Bundesrepublik Deutschland aufgegangen.
„Ein einzig großes Sanatorium für nervenüberreizte Großstädter“
Dresden (Bevölkerungszahl 2025: 562.764) ist die zweitgrößte Stadt des Freistaats Sachsen und dessen Landeshauptstadt. Sie liegt im Süden des Bundeslandes an der Elbe. 1206 wurde die Stadt erstmals erwähnt, erhielt jedoch erst 1485 durch die Leipziger Teilung den Status einer Residenzstadt der albertinischen Wettiner. Unter Friedrich August I. (August dem Starken) erfuhr Dresden eine rege Bautätigkeit, durch die die Altstadt ihre bis heute sichtbare architektonische Ausformung erhielt. Im 18. Jahrhundert etablierte sich Dresden als ein wichtiger Industriestandort. Während des Zweiten Weltkriegs befanden sich in der Stadt Außenlager der KZs Auschwitz und Flossenbürg, deren Insassen für die in der Stadt ansässige Rüstungsindustrie arbeiten mussten. Ab 1944 wurde Dresden von den Alliierten bombardiert. Der größten Angriffswelle vom 13. bis 15. Februar 1945 fielen bis zu 25.000 Menschen zum Opfer. Der Großteil der Stadt wurde bei den Luftangriffen schwer zerstört. Die ab 1990 intensiv wiederaufgebaute Altstadt zieht heute viele Touristen an. Neben der Industrie ist Dresden auch ein wichtiger Standort für Kultur und Bildung.
Das Königreich Sachsen ging im Jahr 1806 aus dem Kurfürstentum Sachsen hervor. Das Königreich war von 1806 bis 1815 Mitglied im Rheinbund und trat anschließend 1815 dem Deutschen Bund bei. Ab 1867 war es Bundesstaat im Norddeutschen Bund und 1871-1918 im Deutschen Reich. Seine Hauptstadt war Dresden. Das Königreich Sachsen umfasste 34.994 km² mit einer Bevölkerung von über 2 Mio. Menschen.
Das Königreich Preußen bestand von 1701 bis 1918 und wurde von der Dynastie der Hohenzollern regiert. Das Land war von der Gründung bis 1848 eine absolute Monarchie und von 1848 bis zur Auflösung eine konstitutionelle Monarchie. Hauptstadt des Königreiches Preußen war Berlin. Das Land wurde von ungefähr 40 Millionen Menschen bewohnt. Nach der Novemberrevolution 1918 und der Abdankung Wilhelms II. löste sich das Königreich auf und bildete den Freistaat Preußen.
![Eskapismus und Exotik sowie unterschwellige erotische Anspielungen prägen die Touristifizierung der wendischen Kultur im Spreewald in den 1920er Jahren besonders deutlich. Abbildung aus: Der Spreewald und seine Sommerfrischen. Cottbus [1929], S. 41. Repro](/sites/default/files/styles/content_p/public/externals/cc971631b476099a6fd337fa95660440.jpg?itok=e1lnbyjQ)
![Eskapismus und Exotik sowie unterschwellige erotische Anspielungen prägen die Touristifizierung der wendischen Kultur im Spreewald in den 1920er Jahren besonders deutlich. Abbildung aus: Der Spreewald und seine Sommerfrischen. Cottbus [1929], S. 41. Repro](/sites/default/files/styles/full_p/public/externals/cc971631b476099a6fd337fa95660440.jpg?itok=2tRHvR1l)
„Der Fremde glaubt sich in den tropischen Urwald versetzt“
Wir sind in der Wendei! Nehmen wir Abschied von dem Walde, eine neue Landschaft offenbart sich unseren Blicken. Bis Burg haben wir nun eine einzig große Parklandschaft, durchzogen vom silbernen Band der hier vielhundertfach verästelten Spree. Wiesen wechseln mit fruchtbaren Aeckern. Überall begegnen wir [den] einsam liegenden wendischen Kaupen11. Pappel-, Erlen-, Eichen-, Weiden- und Obstbäume sind unsere Begleiter. Wasservögel aller Art, Störche in Massen, zeigen sich unseren Blicken. Aus den einfachen Holzhäusern winken uns schöne Mädel mit slawischen Gesichtszügen in ihrer malerischen Tracht den Willkommengruß zu.12
Hier siedelt im Schatten seiner Erlen einsam und weitab vom Nachbar[n] auf seiner spreeumflossenen Kaupe der Wende. Die ringsum sein Volkstum unaufhaltsam aufsaugende Neuzeit hat ihn noch nicht erreicht. Wendische Sprache, Tracht und Sitte, Bauweise und Bodenbearbeitung haben sich hier durch die Jahrhunderte in unsere Zeit herübergerettet.13
Der Spreewälder tanzt nämlich leidenschaftlich gern. Flotte Walzer erklingen, wer kann da widerstehen? Zum mindesten einmal zuschauen! Und wer noch nie die Spreewälder beim Tanz gesehen hat, der wird nie begreifen, daß ein von der Welt so abgeschlossenes Völkchen so vergnügt sein kann. Schwung, Schwung. Die ungebundene Fröhlichkeit steckt an, aber wir haben noch 2 Stunden Wegs bis Burg und im übrigen gibt es ja Mädels im Spreewald so viele.14
„Spreewaldbesucher lassen sich gern in der kleidsamen Spreewaldtracht photographieren“
Burg im Spreewald (Bevölkerungszahl 2025: 4.469) ist ein Dorf im Osten des deutschen Bundeslands Brandenburg. Das Dorf liegt im Norden des Oberspreewalds, südöstlich von Cottbus. Es befindet sich im Siedlungsgebiet der Niedersorben.
Straupitz im Spreewald (Bevölkerungszahl 2025: 906) ist ein Dorf im Osten des deutschen Bundeslands Brandenburg. Es liegt im Norden des Spreewalds, nordwestlich von Cottbus. Das Dorf befindet sich im sorbischen Siedlungsgebiet.


![Tourist:innen drängen sich auf den Spreewaldkähnen im Hafen von Burg/Bórkowy. Abbildung aus: Der Spreewald und seine Sommerfrischen. Cottbus [1929], S. 57, Reproduktion](/sites/default/files/styles/header_p/public/externals/75820f253d535b33ce144ce5bdeac6ec.jpg?itok=McTVaks5)




![Titelbild der Broschüre „Der Spreewald und seine Sommerfrischen. Schönstes Trachtengebiet Deutschlands“. Cottbus [1929]. Reproduktion](/sites/default/files/styles/content_p/public/externals/398bece9432d97e0cddfc9ac60661f47.jpg?itok=W17nG2TY)
![Titelbild der Broschüre „Der Spreewald und seine Sommerfrischen. Schönstes Trachtengebiet Deutschlands“. Cottbus [1929]. Reproduktion](/sites/default/files/styles/full_p/public/externals/398bece9432d97e0cddfc9ac60661f47.jpg?itok=V8LYxe_H)

![Eine Reise in den Spreewald versprach Ruhe und Erholung inmitten der Natur, umgeben von dichten Urwäldern, malerischen Flußläufen – und pittoresken Frauentrachten. Abbildung aus: Der Spreewald und seine Sommerfrischen. Cottbus [1929], S. 3. Reproduktion](/sites/default/files/styles/content_p/public/externals/4786007d5ee5018800a3b07a29cc64b1.jpg?itok=kpME8BYO)
![Eine Reise in den Spreewald versprach Ruhe und Erholung inmitten der Natur, umgeben von dichten Urwäldern, malerischen Flußläufen – und pittoresken Frauentrachten. Abbildung aus: Der Spreewald und seine Sommerfrischen. Cottbus [1929], S. 3. Reproduktion](/sites/default/files/styles/full_p/public/externals/4786007d5ee5018800a3b07a29cc64b1.jpg?itok=Vrjot5h2)






![„Spreewaldbesucher lassen sich gern in der kleidsamen Spreewaldtracht photographieren.“ Annonce aus: Der Spreewald und seine Sommerfrischen. Cottbus [1929], S. 26. Reproduktion](/sites/default/files/styles/content_p/public/externals/edcc1e47f7b8ab46ddcd24cf51ce214d.jpg?itok=Zffxw382)
![„Spreewaldbesucher lassen sich gern in der kleidsamen Spreewaldtracht photographieren.“ Annonce aus: Der Spreewald und seine Sommerfrischen. Cottbus [1929], S. 26. Reproduktion](/sites/default/files/styles/full_p/public/externals/edcc1e47f7b8ab46ddcd24cf51ce214d.jpg?itok=v8aDX4YI)




