Mit der „Ulmer Schachtel“ durch den Eisernen Vorhang
Die Donau beginnt am Zusammenfluss von Breg und Brigach, deren Quellen beide im mittleren Schwarzwald liegen. Sie ist 2857 km lang und fließt heute durch die Länder Deutschland, Österreich, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Bulgarien, Rumänien, Republik Moldau und Ukraine. Vor ihrer Mündung ins Schwarze Meer fächert sie sich zum Donaudelta auf, das heute ein ökologisches Schutzgebiet ist.
Ulm ist eine Großstadt im Osten des deutschen Bundeslandes Baden-Württemberg, an der Grenze zu Bayern. Die Universitätsstadt liegt an der Donau am Rand der Schwäbischen Alb und hat rund 126.000 Einwohner. Sie wurde bereits 854 erstmals urkundlich erwähnt. Am Lauf der Donau ist sie die erste Großstadt.
Wien (Bevölkerungszahl 2025: 2.040.914) ist die Bundeshauptstadt und das politische, kulturelle und wirtschaftliche Zentrum Österreichs. Im Stadtgebiet konzentriert sich mehr als ein Fünftel der Bevölkerung des Landes, im Großraum Wien sogar ein Drittel. Historisch bedeutend ist Wien insbesondere als Hauptstadt und mit Abstand wichtigste Residenzstadt der ehemaligen Habsburgermonarchie. Heute ist Wien Hauptsitz wichtiger internationaler Organisationen.
Das Königreich Ungarn (Magyar Királyság) bestand in wechselnden Grenzen seit dem Jahr 1000 und fiel bereits in der Frühen Neuzeit an die Habsburgermonarchie, in der es später das wichtigste der sog. Länder der ungarischen Krone wurde (auch Länder der Heiligen Ungarischen Stephanskrone bzw., nach 1867, auch als ungarische Reichshälfte bezeichnet). Im Gegensatz zu anderen Territorien der Habsburger - wie den Ländern der böhmischen Krone oder dem Erzherzogtum Österreich selbst - gehörte das Königreich Ungarn nie zum Heiligen Römischen Reich.
Budapest (Bevölkerungszahl 2025: 1.676.000) ist die Hauptstadt und die größte Stadt Ungarns. Sie liegt im Landeszentrum, an der Donau. Budapest entstand aus dem Zusammenschluss der Städte Buda am linken und Pest am rechten Ufer der Donau. Pest war bereits ab dem Beginn des 11. Jahrhundert die Hauptstadt Ungarns und ab dem 13. Jahrhundert wechselte sich in dieser Funktion oft mit Buda ab. Als während der Revolution in Ungarn 1848 die beiden Städte als Pest-Buda zusammengeschlossen wurden, bildeten sie bereits einen Organismus. Nach der Wiederherstellung der Monarchie (ab 1526 im Rahmen der Habsburgermonarchie) wurde 1849 dieser Zusammenschluss allerdings aufgehoben, und erst 1873 wieder beschlossen. Damit löste die ungarische Bevölkerungsgruppe die deutsche als die Mehrheit in der Stadt ab. Nach dem Zerfall der Habsburgermonarchie 1918 blieb Budapest die Hauptstadt von nun unabhängigem Ungarn. Nach dem Eintritt Ungarns 1941 in den Zweiten Weltkrieg an der Seite des Deutschen Reichs wurden aus Budapest die meisten Juden der Stadt 1944 ghettoisiert und später in die Konzentrationslager abtransportiert oder ermordet. Der Volksaufstand 1956 gegen die sowjetische Bevormundung in Ungarn nahm seinen Beginn in Budapest. Im Zusammenhang mit dem Aufstand und seiner Niederschlagung verlor die Hauptstadt etwa 70.000 Menschen. Heute ist Budapest nicht nur das größte Wirtschafts- und Kulturzentrum des Landes, sondern auch eins der wichtigsten im Ostmitteleuropa.
„Ein gewagtes Unternehmen“
Allen war klar, daß dies ein gewagtes Unternehmen ist! Nicht etwa wegen den natürlich für ein solches Schiff schwieriger werdenden Stromverhältnissen […], sondern wegen der für eine solche Reise entlang der Tschechoslowakei, hinein nach Ungarn erforderlichen Formalitäten.
Ulmer Tagblatt, 29.6.1961
Die Volksrepublik Ungarn war ein sozialistischer Staat in Ostmitteleuropa, der von 1949 bis 1989 bestand. 1944 begann die Okkupation Ungarns durch die Deutsche Wehrmacht, und anschließend durch die Rote Armee, die 1945 das ganze Land besetzte. Nach Kriegsende scheiterten die Versuche, eine Demokratie aufzubauen, und das politische System wurde unter kommunistischer Führung sukzessive zu einem Einparteiensystem umgebaut.
Die Volksrepublik Ungarn war Mitglied des Warschauer Paktes und stand unter starkem politischem Einfluss der Sowjetunion, die 1956 mit Hilfe der Staaten des Warschauer Paktes (außer Rumänien) den Ungarischen Volksaufstand gewaltsam niederschlug. Zur Besänftigung der Bevölkerung nach der Welle von Repressalien gegen die Teilnehmer:innen des Volksaufstands, wurden bereits in den 1960er Jahren wirtschaftliche und politische Reformen eingeleitet, die über die sonst üblichen Einschränkungen im Ostblock hinausgingen. Im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Krise der ausgehenden 1980er Jahre wurden allmählich weitere wirtschaftliche Reformen und eine weitgehende politische Liberalisierung sowie Öffnung nach Westen eingeführt, die auch das Ende sozialistischen Volksrepublik einläutete. 1989 wurde schließlich die heutige Republik Ungarn ausgerufen.
Die Tschechoslowakei war ein zwischen 1918 und 1992 in wechselnden Grenzen und unter wechselnden Namen und politischen Systemen bestehender Staat, dessen Landesteile in den heutigen Staaten Tschechien, Slowakei und der Ukraine (Karpatenukraine, bereits 1939 ungarisch besetzt, ab 1945 an die Sowjetunion) aufgegangen sind. Nach 1945 stand die Tschechoslowakei zunehmend unter politischem Einfluss der Sowjetunion. Nach der Machtübernahme der Kommunistischen Partei 1948 wurde sie endgültig als Teil des sog. Ostblocks zum Satellitenstaat der Sowjetunion und ab 1955 Mitglied des Warschauer Paktes. Zwischen 1960 und 1990 trug das kommunistische Land offiziell den Namen Tschechoslowakische Sozialistische Republik (abgekürzt ČSSR). Die demokratische politische Wende wurde 1989 mit der Samtenen Revolution eingeleitet und mündete 1992 in die Gründung der unabhängigen Tschechischen bzw. Slowakischen Republiken.
„Abschied von der westlichen Hemisphäre“
Wenige Kilometer nach Hainburg, dessen reizende Stadtsilhouette […] uns Abschiedsblick von Oesterreich – besser gesagt, von der westlichen Hemisphäre – bot, kam linksufrig schon die Tschechoslowakei. […] Wir wurden von jetzt ab ruhiger, wir ließen keine Böllerschüsse los, wir sangen nicht […]. Wir wußten ja nicht, was uns die Grenzorgane der beiden Länder bescheren würden und wie sich die Bevölkerung zu uns einstellte.
Ulmer Nachrichten, 1.7.1961
„Schiff gut, Mensch nix gut.“
Bratislava (Bevölkerungszahl 2025:480.902) liegt im Südwesten der Slowakei, an der Donau, der die Grenze zu Ungarn und Österreich bildet. Bratislava wurde 907 ersterwähnt, auch wenn die Stadt wahrscheinlich deutlich älter ist. Sie befand sich am Drehkreuz der slawischen, magyarischen bzw. ungarischen und deutschen Einflüsse. Ab dem 10. Jahrhundert befand sich Bratislava vorwiegend in der ungarischen Einflusssphäre, und 1536-1783 war sie Hauptstadt des Königreichs Ungarn. Seit der Gründung der Tschechoslowakei 1918 bis heute ist Bratislava die Hauptstadt der Slowakei und das wichtigste politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des seit 1993 unabhängigen Staates.
Die Strompolizei bestand schließlich auf bestimmte Stempel, die die Donaufahrer 30 Kilometer flussaufwärts abzuholen hätten: ein unmögliches Unterfangen für ein Schiff, das lediglich für das Fahren stromabwärts gebaut worden war. Schließlich fuhren die Polizisten selbst stromaufwärts und erlaubten anschließend die Weiterfahrt mit der Auflage, dass ein Boot der tschechoslowakischen Polizei die Donaufahrer bis zur Grenze eskortierte.
„Kaum Verkehr“
Improvisierte Übernachtung
Komárom (Einwohnerzahl im Jahr 2024: 19.862) liegt im Norden Ungarns an der Donau. Die Stadt wurde unter dem Namen Új Szőny als Vorort von Szőny gegründet, wurde jedoch 1896 in die am nördlichen Donauufer gelegene Stadt Komern (slowakisch: Komárno) eingegliedert. Nachdem das Stadtzentrum nördlich der Donau von Truppen der neu gegründeten Tschechoslowakei besetzt worden war, blieb der südliche Teil der Stadt unter dem Namen Komárom ungarisch. Szőny wurde 1977 in Komárom eingegliedert.
Esztergom (historisch: Gran, Bevölkerungszahl 2024: 28.521) ist eine Stadt im Norden von Ungarn. Sie liegt direkt an der Donau, gegenüber ihrer ehemaligen Vorstadt, der heutigen slowakischen Stadt Štúrovo. Esztergom zählt zu den ältesten Städten Ungarns. Im 11. und 12. Jahrhundert war sie die Hauptstadt des Landes. Im Jahr 1002 wurde das Erzbistum Gran eingerichtet, dessen Sitz sich während der osmanischen Herrschaft von 1543 bis 1683 jedoch in Trnava bzw. Bratislava befand. Heute bildet die PKW-Herstellung den wichtigsten Wirtschaftszweig der Stadt.
Nyergesújfalu (Einwohnerzahl im Jahr 2024: 7.206) ist eine Stadt im Norden Ungarns, die direkt an der Donau liegt, die hier zugleich die Grenze zur Slowakei bildet. Ihren deutschen Namen, Sattel-Neudorf, erhielt die Stadt von schwäbischen Siedlern, die Mitte des 18. Jahrhunderts von der Habsburger Kaiserin Maria Theresia (1717-1780) hierhin umgesiedelt wurden. Sie sollten einen wirtschaftlichen Aufschwung in der Region bewirken, die zuvor von der osmanischen Besatzung befreit worden war.
Der gelenkte Blick
Štúrovo (Bevölkerungszahl 2025: 9.221) ist eine Stadt im Süden der Slowakei. Sie ist auch unter dem ungarischen Namen Párkány bekannt. Der deutsche Name der Stadt lautet Gockern. Štúrovo liegt an der Donau, die hier die Grenze zu Ungarn markiert. Die Stadt entstand im 16. Jahrhundert anstelle des Dorfes Kokot, das einer osmanischen Festung weichen musste. Nach der Niederlage der osmanischen Armee im Jahr 1683 gehörte das Gebiet wieder zur Habsburgermonarchie. 1948 wurde die Stadt zu Ehren des slowakischen Schriftstellers und Philologen Ľudovít Štúr von Parkan in Štúrovo umbenannt.


































