Neue Dörfer für die Zukunft des „deutschen Ostens“
Die Provinz Westpreußen war eine preußische Verwaltungseinheit in den Jahren 1773-1829 und 1878-1919. Sie entstand nach der Ersten Teilung Polens (1772) vor allem auf dem Gebiet des Königlich-Preußischen Anteils (Polnisch-Preußen), wobei einige Territorien erst nach einer weiteren Annexion infolge der Zweiten Teilung Polens (1793) einverleibt wurden. 1824 wurde Westpreußen in die Provinz Preußen eingegliedert, 1878 jedoch wieder ausgegliedert. Ab 1793 war Danzig die Provinzhauptstadt. Während in den Städten die deutschsprachige Bevölkerung dominierte, überwogen auf dem Land polnisch- und kaschubischsprachige Gruppen. 1919 verblieb nur ein kleines östliches Gebiet beim Deutschen Reich, das in die Provinz Ostpreußen eingegliedert wurde; der überwiegende Teil wurde dem wiederhergestellten polnischen Staat angeschlossen. Heute gehören die Gebiete der ehemaligen preußischen Provinz zur polnischen Woiwodschaft Pommern.
Die Provinz Posen entstand 1848 auf dem Gebiet der historischen Regionen Großpolen und Teilen von Kujawien. Sie ersetzte das Großherzogtum Posen, was mit dem Verlust der Sonderrechte der hauptsächlich polnischsprachigen Verwaltungseinheit im Osten des Königreichs Preußen einherging. Die Provinz gehörte nicht zum Deutschen Bund, ab 1866 jedoch zum Norddeutschen Bund und ab 1871 zum Deutschen Reich. Nach dem Großpolnischen Aufstand (1918/19) fiel ihr überwiegender Teil 1919 de facto und am 20. Januar 1920 offiziell an Polen. Kurz vor ihrer Auflösung wohnten in der gesamten Provinz über 2 Mio. Menschen auf einer Fläche von ca. 29.000 km².


Das Bild eines „behaglichen Wohlstandes“
ungemein anregend auf den wirtschaftlichen Betrieb. Die Ansiedler vom Niederrhein, Westfalen und Schleswig-Holstein haben ihre entwickelte Milchwirtschaft, die Württemberger ihren Obstbau und ihre Obstweingewinnung, die Hannoveraner die bäuerliche Zuckerrübenkultur, die Pommern ihre vortreffliche Schweine- und Gänsezucht, die Badenser den heimischen Tabakbau in die Heimat übertragen.2
Besichtigungsreisen für die Siedler der Zukunft
Heinrich Sohnrey – Ein Reise-Influencer der Ansiedlungskommission
Reisen in die östlichen Provinzen als politische Lobbyarbeit


Nationales Prestige: „deutsche Kulturarbeit“, Ostmarkenfahrten und koloniales Modellprojekt
Das Deutsche Reich war ein von 1871 bis 1945 existierender Staat in Zentraleuropa. Die Zeit von der Gründung bis 1918 wird als Deutsches Kaiserreich bezeichnet, dann folgte die Zeit der Weimarer Republik (1918/1919-1933) und die des Nationalsozialismus (sogenanntes Drittes Reich) von 1933 bis 1945. Als Tag der Reichsgründung gilt der 01.01.1871.
Das Dorf Golenhofen – eine Siedlung als Schaufenster
Golęczewo (Bevölkerungszahl 2021: 1.370) ist ein Dorf in der westpolnischen Woiwodschaft Großpolen, nordöstlich von Posen. Nach der Zweiten Teilung Polen-Litauens kam das Dorf an Preußen. Im Rahmen der Förderung des Deutschtums in den Ostmarken, womit die ehemaligen polnische Gebiete gemeint waren, entstand hier 1901-1903 ein Musterdorf. Dazu wurde der Ort 1906 in Golenhof umbenannt.
Alle Baustile der preußischen Provinzen sind hier vereinigt. Hier sieht man ein westfälisches Wohnhaus, dessen Fassade mit finsteren Schieferplatten bekleidet ist, die das steile Dach fortzusetzen scheinen; daneben ein brandenburgisches Bauernhaus mit getrennt liegenden Ställen; und gleich darauf ein hannoversches, von dessen weißen Wänden sich der traditionelle Pferdekopf abhebt. […] Alle diese Häuser machen mit ihren großen hellen Fenstern, ihren Loggien, ihren Perrons mit kleinen Dächern aus glasierten Ziegeln und ihren bunten Fensterläden einen überaus freundlichen Eindruck […].14
Poznań (Bevölkerungszahl 2025: 534.239) ist die fünftgrößte Stadt Polens. Sie liegt im Westen des Landes. Die Messe- und Universitätsstadt liegt in der historischen Landschaft Großpolen und ist zugleich Hauptstadt der gleichnamigen Woiwodschaft. Sie zählt zu den ersten städtischen Siedlungen Polens und war eine seiner ersten Hauptstädte. Bereits in der Frühen Neuzeit ein bedeutendes Handelszentrum fiel die Stadt nach der Zweiten Teilung Polen-Litauens 1793 an das Königreich Preußen als Teil der neu gebildeten Provinz Südpreußen. Nach zwischenzeitlicher Zugehörigkeit zum Herzogtum Warschau (1807-1815) kam Posen nach dem Wiener Kongress erneut zu Preußen als Hauptstadt des neuen Großherzogtums Posen. Ab 1919 gehörte Poznań für zwei Jahrzehnte zur Zweiten Polnischen Republik, bevor die Stadt ab 1939 von der Wehrmacht besetzt und Teil des Reichsgaus Wartheland wurde. Die fast sechsjährige Besatzungszeit war geprägt durch die brutale Verfolgung der polnischen und jüdischen Bevölkerung einerseits, die zu Zehntausenden ermordet oder in Konzentrations- und Arbeitslagern interniert wurde, und der gezielten Neuansiedlung deutschsprachiger Bevölkerungsteile in Stadt und Umland andererseits. Anfang 1945 wurde Posen von der Roten Armee erobert und Teil der Volksrepublik Polen. Eines der wichtigsten Ereignisse der Nachkriegszeit war der gewaltsam niedergeschlagene Arbeiteraufstand im Juni 1956.





















