Reisen und Tourismus

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Die Redewendung, dass Reisen bildet, ist so zutreffend wie ungenau. Es stimmt: Die Erfahrung des Fremden kann den geistigen Horizont von Reisenden erweitern. Im Idealfall kann sie Verständnis für das Andere hervorrufen, manchmal sogar Empathie und Freundschaft. Doch ist dieser Vorgang nie eine Einbahnstraße, auf der die Reisenden neue Einsichten gewinnen, die sie wie Souvenirs nach Hause tragen. Die Auseinandersetzung mit dem Fremden ist ein interaktiver Vorgang. Schließlich reisen die Besucher:innen in der Regel bereits mit ihren eigenen Vorstellungen an, die bestätigt oder enttäuscht werden. Insbesondere der für den modernen Tourismus charakteristische tourist gaze (John Urry), jenes mit spezifischen Erwartungshorizonten aufgeladene Sehen, war nicht nur eine Brücke, sondern auch ein Filter. Man sieht mitunter, was man sehen will. Das gilt umso mehr für jene, die nicht nur zur Erbauung und Erholung reisen, sondern andere Interessen verfolgen.
Auch die Gastgeber:innen haben immer ihre eigenen Interessen. Da sie Geld verdienen wollen, formen sie die Reiseziele nach kommerziellen Gesichtspunkten um und schaffen die nötige Infrastruktur von Hotels, Strandpromenaden bis hin zu den Bettenburgen des Massentourismus. Und um das Image ihrer Städte, Länder oder politischer Systeme zu verbessern, bemühen sie sich um repräsentative Restauration von Altstädten, erarbeiten Programme und definieren Sehenswürdigkeiten, die ein besonderes Selbstbild transportieren sollten. Die Begegnung von Reisenden und Bereisten findet in einem Spannungsfeld von Erwartungen, Erfahrungen und Selbstdarstellungen statt.

Das östliche Europa als Reiseziel

Reisen vom westlichen ins östliche Europa zeigen diese Vorgänge besonders deutlich. Auch wenn das östliche Europa nicht durch einen Ozean von den Westeuropäer:innen abgetrennt gewesen ist, wurde es für diese aufgrund von sprachlichen Barrieren und politischen Grenzen zu einer Projektionsfläche für die eigenen Vorurteile, aber auch für Hoffnungen und Sehnsüchte.
Dieses Gefühl von Ferne und Andersartigkeit zeigt sich auch bei den Fahrten dorthin: Für die einen waren osteuropäische Reiseziele Sehnsuchtsorte, an denen Reisende nach dem angeblich Unverfälschten, Authentischen suchten; nach einer Gegenwelt zu einer als fremd empfundenen Moderne. Für andere boten sie die Möglichkeit, hegemoniale westliche Deutungsmuster zu bestätigen, indem sie in dem Gesehenen nur Rückständigkeit, Exotik oder kulturelle Andersartigkeit wahrnahmen.
Allerdings muss die Fragestellung, inwiefern Reisen aus dem westlichen in das östliche Europa historisch den Horizont der Reisenden erweitert haben, in vieler Hinsicht geschärft werden. Schon die unterschiedlichen Modi des Reisens, die eng an gesellschaftliche, ökonomische und politische Konstellationen gekoppelt waren, folgten unterschiedlichen Zielen, die maßgeblich auf die Wahrnehmung des Fremden Einfluss nahmen. Dabei ist zum einen die historische Entwicklung des Reisens zu bedenken. Bildungsreisende des 19. Jahrhunderts nahmen ihre Ziele anders wahr als die Reisenden des im 20. Jahrhundert aufkommenden Massentourismus. Zum anderen waren die Motive des Reisens vielfältiger, als es die Vorannahme der „Projektionsfläche“ ahnen lässt.
 
„Heimwehtourist:innen“ aus dem Exil suchten auf den Fahrten andere Erfahrungen und Begegnungen als neugierige Weltenbummler. Das Interesse von Geschäftsreisenden unterschied sich wiederum deutlich von jenem der Menschen, die Erholung und soziale Begegnungen in Kurorten wünschten.
Die vorliegende Sammlung von Beiträgen gibt Einblicke in die Vielseitigkeit der Reisemotive und -erfahrungen. Sie ist neuzeitlich ausgerichtet. Die älteste hier dargestellte Reise fand im Jahr 1810 statt, die jüngste 2015. Alle hier versammelten Reisen eint, dass in ihnen eine Grenze überschritten wurde, die in einigen Fällen staatlich, in anderen kulturell war – oder auch beides. Dabei war schon die Veränderung der infrastrukturellen Bedingungen immens. Franz Xaver Bronner, der 1810 auf der Durchreise von Deutschland nach 
Kazanʹ
rus. Kazan, rus. Kasan, rus. Каза́нь, und. Казан, und. Kazan

Kasan (Bevölkerungszahl 2024: 1.329.825) ist die größte Stadt an der Wolga. Die Stadt liegt in der russischen Republik Tatarstan. Als Hauptstadt der Republik und eine der größten Städte Russlands ist sie auch einer der wichtigsten Industriestandorte Russlands. Die Stadt zeichnet sich durch einen hohen Anteil tatarischer und muslimischer Bevölkerung aus.

 im 
Livland
est. Liivimaa, lav. Livonija, dan. Lyffland, swe. Livland, eng. Livland, deu. Vidzeme, lat. Livonia, rus. Lifliandiia, rus. Lifljandija, rus. Liflândiâ, rus. Лифляндия, rus. Livonija, rus. Livoniâ, rus. Ливония, rus. Vidzeme, rus. Видземе, pol. Liwlandia, lat. Terra Mariana, rus. Livoniia, rus. Livonya, rus. Liwonija, deu. Eifland, deu. Liefland, dan. Livland, eng. Livonia

Livland (lett. Livonija, estn. Liivimaa) ist eine historische Landschaft im Baltikum. Sie umfasst den südlichen Teil des heutigen Estlands und den nördlich des Flusses Düne gelegenen Teil des heutigen Lettlands. Benannt wurde die Landschaft nach der heute nur noch sehr kleine Bevölkerungsgruppe der Liven (auch: Livonen/Livonier).

Historisch kann sich der Name Livland auf weitere, unterschiedliche Zusammenhänge beziehen. Prägend für das heutige Verständnis der historischen Region ist vor allem das gleichnamige Gouvernement, das eines der drei Ostseegouvernements des Russländischen Reiches war. Es bestand seit Beginn des 18. Jahrhunderts und insgesamt bis 1918. Hauptstadt war das an der Dünamündung gelegene Riga.

Zuvor war Livland namensgebend für weitere Staaten und Staatenverbünde, allen voran für die Livländische Konföderation, die seit dem Hochmittelalter bestand. Zur Konföderation gehörten der livländische Teil des Deutschordensstaates sowie regionale geistliche Staaten. Die Konföderation umfasste dabei auch große weitere Teile der heutigen Staaten Lettland und Estland. Nach Auflösung der Konföderation wie auch des Deutschordensstaates im 16. Jahrhundert wechselte die Oberhoheit mehrfach. Ohne die südlichen und nördlichen Gebiete kam Livland zunächst unter polnisch-litauische Herrschaft, später auch unter schwedische Oberhoheit, bevor es im Zuge des Großen Nordischen Krieges (1700-1721) unter russische Herrschaft kam. Prägend für die soziale Binnenorganisation des ländlichen Raumes war bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor allem die zentrale Rolle des landbesitzenden deutschsprachigen Adels.

 
Rīga
deu. Riga, lat. Riga, lit. Ryga, dan. Riga, swe. Riga, yid. rygʿ, yid. ryga, yid. ריגע, pol. Ryga, rus. Riga, rus. Рига, est. Riia

Riga ist die Hauptstadt Lettlands (Bevölkerungszahl 2025: 588.911) und zugleich die mit Abstand größte Stadt des Landes. Sie liegt im Südwesten der historischen Landschaft Livland nahe der Mündung des Flusses Düna (lett. Daugava) in den Rigaischen Meerbusen. Riga war eine bedeutende Handels- und Hansestadt mit einer über Jahrhunderte hinweg einer multiethnischen, doch größtenteils deutschsprachigen Bevölkerung, deren politische Oberherrschaft wiederholt wechselte. Waren es bis zum Ende des Mittelalters vor allem geistliche Herrscher (Erzbistum Riga, Deutscher Orden), die Stadt und Umland für sich beanspruchten, kam die Stadt nach kurzer polnisch-litauischer Herrschaft 1621 zu Schweden. Bereits ein Jahrhundert später wurde Riga Teil des Russländischen Reiches und hier zur Hauptstadt des Ostseegouvernements Livland.

1918 wurde Riga Hauptstadt eines unabhängigen lettischen Staates. Nach der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg 1941 wurde die jüdische Bevölkerung Rigas (8% der Gesamtbevölkerung) vor allem im Ghetto eingesperrt, in das auch zahlreiche jüdische Menschen aus dem damaligen Gebiet des Deutschen Reichs deportiert wurden. Noch im selben Jahr organisierte die Wehrmacht Massenerschießungen der jüdischen Bevölkerung auf dem Gebiet der heutigen Stadt. Nach dem Zweiten Weltkrieg änderte sich die ethnische Struktur von Riga – die jüdische, deutsche und polnische Bevölkerung verschwand, und an ihre Stelle traten die russische, weißrussische und ukrainische Bevölkerungsgruppen. Die lettische Bevölkerung verlor ihre Mehrheit in der Stadt, und sank bis zum Zerfall der Sowjetunion auf fast ein Drittel. Inzwischen beträgt ihr Anteil 47% der Gesamtbevölkerung.

 Halt machte, reiste noch mit der Kutsche. Kurze Zeit später schuf die Entwicklung der Eisenbahn eine der wesentlichen Voraussetzungen für einen Reiseverkehr ganz anderen Ausmaßes. Der Beitrag von Jan Musekamp zeigt, wie sie auch den Weg ins östliche Europa eröffnete.
Die Ausweitung des Schienennetzes war nur ein Teil einer technischen Entwicklung, die das Reisen gleichförmiger und operationalisierbar machte. Hans Magnus Enzensberger hat 1958 in einem berühmten Aufsatz beschrieben, wie die Reiseziele selbst normiert wurden, die Reisen „fertig verpackt“ geliefert und in Serienanfertigung als Konsumgut auf den Markt gebracht wurden. Was als Kritik an der kapitalistischen Konsumgesellschaft gedacht war, lässt sich indessen auch in den 
Sowjetunion
eng. Soviet Union, deu. Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, rus. Sovetskiy Soyuz, rus. Советский Союз, und. Совет Ушем, und. Советонь Соткс, rus. Sovetskij Soûz, und. Советий Союз, yid. ראַטן־פֿאַרבאַנד, yid. סאוועטן פארבאנד, yid. sovətn farband, yid. sovʿtn-farband, yid. sovətn-farband, und. Советтер Союзу, und. Совет Союзы, und. Советон Цæдис, und. Совет Эвилели

Die Sowjetunion (SU oder UdSSR) war ein von 1922 bis 1991 bestehender Staat in Osteuropa, Zentral- und Nordasien. Sie ist aus dem sog. Sowjetrussland hervorgegangen, dem Nachfolgestaat des Russländischen Kaiserreichs. Den Kern der Union und zugleich ihren größten Teil bildete die Russische Sowjetrepublik, hinzu kamen weitere Teilrepubliken. Ihre Zahl variiert über die Zeit hinweg und steht im Zusammenhang mit der Besatzung anderer Länder (Estland, Lettland, Litauen), nur kurzzeitig bestehenden Sowjetrepubliken (Karelo-Finnland) oder mit der Teilung bzw. Zusammenlegung von Sowjetrepubliken. Zusätzlich gab es zahlreiche autonome Republiken oder sonstige Gebietseinheiten mit einem Autonomiestatus, der sich im Wesentlichen auf eine sprachliche Autonomie der Minderheiten beschränkte.

Die UdSSR bestand vor ihrer formellen Auflösung aus 15 Sowjetrepubliken mit einer Bevölkerung von ungefähr 290 Millionen Menschen. Mit ca. 22,4 Millionen km² bildete sie den damals größten Flächenstaat der Welt. Die Sowjetunion war eine sozialistische Räterepublik mit einem Einparteiensystem und einer fehlenden Gewaltenteilung.

 feststellen. Standardisierung war auch ein Instrument des sowjetischen Umgangs mit Reisenden, deren Reiserouten, touristische Aktivitäten, Freizeitprogramme und Begegnungen mit Einheimischen einer strengen Planung unterlagen. Dabei befanden sich, wie der Beitrag von Lilija Wedel zeigt, ökonomische und politische Interessen in einer ständigen, nicht selten unbequemen Nachbarschaft.

Reisen als Aneignen

Am sowjetischen Beispiel wird aber auch besonders deutlich, wie verschieden die Reiseorte von unterschiedlicher Seite aufgefasst und auch funktionalisiert wurden. Diese Deutungen und Umdeutungen lassen sich als unterschiedliche Aneignungsprozesse betrachten. In einem sehr allgemeinen, epistemischen Sinne ist jede Reise ein solcher Prozess. Indem die Reisenden bestimmte Orte im Lichte ihrer Erwartungen und Erfahrungen mit einem Sinn belegen, den sie vorher nicht hatten, machen sie sich die Reiseziele symbolisch zu eigen. Reisende, so ist immer wieder festgestellt worden, sind nicht nur passive Konsument:innen, sondern auch aktive Deutungssubjekte.
Diese Aneignungsprozesse geschehen indessen in einem dynamischen Austausch, an dem letztlich Reisende wie Besuchte beteiligt sind. Sie lassen keine Seite unverändert und greifen auch in das soziale Gefüge des Reiselandes ein. Pierre L. van den Berghe hat etwa nachgezeichnet, wie bestimmte Reiseziele in Mexiko gemäß den Erwartungen des Reisepublikums nach exotischen und authentischen Erlebnissen stilisiert wurden. Er nannte diese Form des Reisens „ethnischen Tourismus“. Er führte dazu, dass eine neu entstehende einheimische Mittlerschicht die Fertigkeit entwickelte, die Erwartungen der Tourist:innen zu erfüllen, womit sie gleichsam auch auf die örtliche Kultur zurückwirkte. In unserer Sammlung ist es besonders der Beitrag von Friedrich Pollack über die Reisen in den 
Spreewald
eng. Spreewald

Der Spreewald ist eine historische Kulturlandschaft in der Niederlausitz. Er umfasst das weitläufige Tal der Spree im Südosten Brandenburgs. Dieses von Altarmen und künstlich angelegten Kanälen geprägte Moorgebiet (sein sorbischer Name - Błota - bedeutet "Sümpfe") wird heute als Biosphärenreservat geschützt.

 in den 1920er-Jahren, der ein ähnliches Wechselverhältnis von Exotisierung und Aneignung schildert. Zwar ist die Gegend östlich von Berlin geografisch kaum osteuropäisch zu nennen. Doch mit seiner besonderen Präsentation der sorbischen Bevölkerung schuf der Spreewaldtourismus eine Art Osteuropa innerhalb Deutschlands, dessen Vermarktung alle Züge eines „ethnischen Tourismus“ trug. Er zeigt überdeutlich, wie die touristische Aneignung eines Landstrichs nicht nur die Installation einer Infrastruktur für den Fremdenverkehr, sondern auch eine Neudefinition der örtlichen Kultur als attraktiven Bestandteil für ein exotisches Reiseziel mit sich bringen konnte. Welche Spielräume für solche Stilisierungen möglich waren, zeigt der Beitrag von Sabine Stach. Ab den 1990er-Jahren verlegten sich spezielle Reiseveranstalter in 
Polen
eng. Republic of Poland, eng. Poland, pol. Polska, lit. Lenkijos Respublika, bel. Polʹŝa, bel. Polʹšča, bel. Польшча, und. Pòlskô, yid. republyq pyn pojln, yid. republyk pyn pojln, yid. rʿpublyq pyn pojln, yid. pojln, yid. רעפובליק פון פוילן, yid. polin, yid. פוילן

Polen ist ein Staat in Ostmitteleuropa und ein Mitglied der Europäischen Union. Unter dem heutigen Namen ist das Land seit dem 10. Jahrhundert bekannt. Polen liegt an der Ostsee und ist der größte Staat (Bevölkerungszahl 2023: 37.636.508, Fläche: 313.964 km²) Ostmitteleuropas. Der Staatsname leitet sich von den westslawischen Polanen ab, die ab dem 9. Jahrhundert immer mehr Gebiete unter ihre Führung brachten, welche im 10. Jahrhundert als Herzogtum Polen bekannt waren. Unter Mieszko (ca. 960-992) erreichte die Ausdehnung des Landes etwa die heutigen Grenzen. Zumindest für Teile seines Landes war er zeitweise dem deutschen Kaiser tributpflichtig. Wahrscheinlich 966 nahm Polen das Christentum an, ab 1025 war es ein Königreich. 1138-1295 kam es infolge von Erbstreitigkeiten zur Zersplitterung des Landes. Das Aussterben der herrschenden Dynastie der Piasten führte 1370 zu einer polnisch-ungarischen Personalunion, die auf den Druck des polnischen Adels schon 1386 durch eine Polnisch-Litauische Doppelmonarchie ersetzt wurde. Die wachsende Rolle des Adels äußerte sich 1572 in der Etablierung einer Wahlmonarchie. Die Uneinigkeit des Adels führte jedoch zu den drei Teilungen Polens (1772-1795) zwischen Preußen, Russland und der Habsburgermonarchie. Polen wurde erst nach dem Ende des Ersten Weltkriegs 1918 selbstständig und verlor die Unabhängigkeit 1939 nach dem deutschen Überfall zu Beginn des Zweiten Weltkriegs und dem folgenden russischen Einmarsch von Osten. 1945-1989 war Polen ein Satellitenstaat der Sowjetunion. Seit 2004 ist Polen Mitglied der Europäischen Union.

 und der 
Tschechien
ces. Česko, eng. Czechia

Tschechien ist ein von ungefähr 10,5 Millionen Menschen bewohnter Staat in Mitteleuropa. Hauptstadt und größte Stadt des Landes ist Prag. In Tschechien liegen die historischen Landschaften Böhmen, Mähren und Teile Schlesiens. 1918 wurde der Staat Tschechoslowakei gegründet, die Tschechische Republik jedoch erst 1993. Das Land ist seit dem 01.05.2004 EU-Mitglied.

 darauf, die Überreste der sozialistischen Gesellschaften als besonders authentische Erfahrung zu vermarkten. Sie boten westlichen Besucher:innen die Möglichkeit, ihre Vorurteile bestätigt zu sehen, ein Gegenstück zu ihren vertrauten Lebenswelten am eigenen Leib erfahren und vielleicht auch ein wenig rückwärtsgewandte Empathie mit den Menschen im Sozialismus praktizieren zu können.

Die Suche nach dem Eigenen

Doch das Motiv für die Reisen ins östliche Europa war keinesfalls immer die Suche nach dem Fremden und Anderen. Die Reiseziele waren den Gästen durchaus nicht immer unbekannt. Der oben erwähnte Riga-Reisende Bronner nahm in erster Linie wahr, was ihm vertraut war: die Netzwerke der deutschen Gesellschaft und ihre ihm wohlbekannten Gepflogenheiten. Hier verfolgte er seine privaten und beruflichen Interessen, für die das Zarenreich durchaus (im übertragenen Sinne) naheliegende Möglichkeiten bot. 
Andere Reisende verband eine noch engere Beziehung mit den bereisten Ländern. Dies gilt besonders für Menschen, die aus dem östlichen Europa während und nach dem Zweiten Weltkrieg geflohen oder vertrieben worden waren. Diese Reisen sind also im großen Kontext der (Zwangs-)Mobilität im 20. Jahrhundert zu verstehen. Die häufig für sie verwendete Bezeichnung „Heimwehtourist:innen“ fasst chiffreartig einige Besonderheiten zusammen: Häufig waren sie noch nicht in ihrer neuen Aufnahmegesellschaft angekommen, aber doch fremd in ihrer alten Heimat. Ihr tourist gaze war durch die eigenen vergangenen Erfahrungen und Erinnerungen geprägt. Ihr Aneignungsprozess bestand in einer Spurensuche: dem Abgleichen von Erinnerungen mit den neuen Wirklichkeiten. Uta Bretschneider hat in diesem Zusammenhang von „Raumaneignung“ geschrieben, die aber nicht notwendigerweise besitzergreifend sein musste. Manchmal diente sie auch einem endgültigen Abschied. Von einer „Raumaneignung“ ließe sich auch bei den von Ulrike Huhn in dieser Sammlung beschriebenen Fahrradreisen jüdischer Großstadtbewohner:innen aus 
Moskva
eng. Moscow, deu. Moskau, rus. Москва, rus. Kučkov, rus. Kučkovo, rus. Кучков, rus. Кучково, rus. Moskov, rus. Moskovʺ, rus. Московъ, rus. Москов

Moskau (Bevölkerungszahl 2024: 13.146.907) ist die Hauptstadt der Russischen Föderation und die bevölkerungsreichste vollständig in Europa gelegene Stadt. Sie liegt im Westen des Landes. Moskau ist zugleich die Hauptstadt des Föderationsbezirks Zentralrussland. Die Verwaltungseinheit "Stadt von föderaler Bedeutung Moskau" umfasst mit einer Bevölkerungszahl von 13.258.262 Personen einige weitere Orte. Die Stadt bildet das mit Abstand wichtigste politische, wirtschaftliche, wissenschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes.

Moskau entstand etwa im 11./12. Jahrhundert. Die Entstehung der Wehranlage (Kreml) wird auf den Beginn der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts datiert. Im 13. Jahrhundert wurde Moskau zur Hauptstadt eines Teilfürstentums des Großfürstentums Wladimir. Im 14. Jahrhundert setzten sich die Fürsten von Moskau als die Herrscher der gesamten Rus durch. Diese war jedoch 1247-1480 tributpflichtig gegenüber der Goldenen Horde, welche 1238 Moskau verwüstete. 1571 wurde die fast vollständig aus Holz bestehende Stadt von tatarischen Truppen niedergebrannt. Zu diesem Zeitpunkt war Moskau jedoch bereits das unumstrittene Machtzentrum Russlands. 1687 wurde in der Stadt die erste Hochschule, 1775 die erste Universität eröffnet. Peter der Große verlegte 1712 die Hauptstadt nach Sankt Petersburg. Neben dem Machtverlust geschwächt durch Unruhen und Seuchen blieb ihre Entwicklung hinter jener der neuen Hauptstadt zurück. Einen tiefen Einschnitt in die Entwicklung von Moskau brachte der Einmarsch der napoleonischen Truppen 1812, zu deren Abwehr die Stadtbevölkerung ihre Häuser in Brand steckte. Der rasch begonnene Wiederaufbau verlieh Moskau ein modernes Stadtbild.

Nach der Oktoberrevolution und dem erneuten Umzug der Hauptstadt nach Moskau 1918 erlebte die Stadt einen enormen Ausbau der öffentlichen Infrastruktur, auch zahlreiche Vorzeigebauten wurden bis zum Zweiten Weltkrieg errichtet. Der Zubau der Wohnflächen konnte jedoch nie dem Bevölkerungswachstum schritthalten. Dieses konnte auch durch diverse, teilweise bis heute geltende Zuzugseinschränkungen nicht gebremst werden. Allerdings wuchs die Stadt auch durch Eingemeindungen, insbesondere in den Jahren 1960 und 2012.

1980 wurden in Moskau die Olympischen Sommerspiele ausgetragen. In den Folgejahren erfasste jedoch die zunehmende Krise in der Sowjetunion auch die Stadt, die nach den dezentralen Bewegungen in den Republiken und Unruhen in Russland selbst schließlich vom Putschversuch 1991 direkt betroffen war. Nach dem endgültigen Zerfall der Sowjetunion Ende 1991 blieb Moskau die Hauptstadt Russlands. Seitdem wird insbesondere das Stadtzentrum immer stärker von modernen, repräsentativen Bauten geprägt. Weitere Merkmale der Entwicklung der Stadt in der postsowjetischen Ära sind der Wiederaufbau der in der Sowjetzeit zerstörten oder umgewidmeten Kirchen, die Renovierung der Gebäude aus der vorsowjetischen Zeit im Stadtkern sowie der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur an den Rändern.

 und 
Sankt-Peterburg
rus. Leningrad, deu. Sankt Petersburg, eng. Saint Petersburg, rus. Санкт-Петербург, rus. Ленинград, rus. Петроград, rus. Petrograd, rus. Sant-Piter-Burh, rus. Sankt-Piter-Burh

Sankt Petersburg (Bevölkerungszahl 2024: 5.645.943, davon 4.732.198 in der Stadt im engeren Sinne) ist eine Metropole im Nordosten Russlands. Nach Moskau ist sie die zweitgrößte Stadt des Landes. Die Stadt wurde 1703 von Peter dem Großen an der Mündung der Newa in die Ostsee gegründet. Von 1712 bis 1918 war sie die Hauptstadt Russlands. Neben Moskau ist St. Petersburg der wichtigste Industrie-, Bildungs-, Kultur- und Handelsstandort sowie einer der wichtigsten Häfen Russlands. Von 1914 bis 1924 trug die Stadt den Namen Petrograd und von 1924 bis 1991 den Namen Leningrad.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt vom 8. September 1941 bis zum 27. Januar 1944, also 871 Tage lang, von der deutschen Wehrmacht belagert. In der systematisch von jeglicher Versorgung abgeschnittenen Stadt starben über eine Million Zivilisten.

Historische Orte
Russländisches Kaiserreich
  (
rus. Российская империя, rus. Rossijskaja imperija, eng. Russian Empire, deu. Russisches Zarenreich, rus. Всероссийская империя, rus. Wserossijskaja imperija, deu. Kaiserreich Russland, deu. Russisches Kaiserreich, deu. Russisches Reich, deu. Russländisches Reich, deu. Russländisches Kaiserreich
)
 in die Wohnorte ihrer Vorfahren sprechen. Auch sie suchten nicht das Fremde, sondern das Eigene, das ihnen als Generation abhandengekommen zu sein schien.

Reisen und konkurrierende Raumnarrative

Doch die eigenen Agenden solcher Reisender bargen auch Konfliktstoff, besonders wenn sie politisch aufgeladen wurden. Mit Bianca Hoenig und Hannah Wadle ließe sich hier von „konkurrierenden Raumnarrativen“ sprechen. Der Beitrag von Silke Findeisen über die Berichte von Schlesienreisenden zeigt, wie ihre Erwartungen und Interessen immer auch die gegenwärtigen politischen und gesellschaftlichen Strömungen sowohl Deutschlands als auch Polens widerspiegelten.
Ein Deutungskampf um räumliche Zugehörigkeit spielte auch jenseits von „Heimwehtourismus“ immer wieder eine Rolle, wenn Menschen unterwegs waren. Als ein „Verein der Donaufreunde Ulm e. V.“ im Jahr 1961 eine Reise von 
Wien
eng. Vienna

Wien (Bevölkerungszahl 2025: 2.040.914) ist die Bundeshauptstadt und das politische, kulturelle und wirtschaftliche Zentrum Österreichs. Im Stadtgebiet konzentriert sich mehr als ein Fünftel der Bevölkerung des Landes, im Großraum Wien sogar ein Drittel. Historisch bedeutend ist Wien insbesondere als Hauptstadt und mit Abstand wichtigste Residenzstadt der ehemaligen Habsburgermonarchie. Heute ist Wien Hauptsitz wichtiger internationaler Organisationen.

Historische Orte
Österreich
  (
eng. Federal State of Austria, eng. Austria, deu. Österreich, deu. Bundesstaat Österreich
)
Österreich
  (
eng. Republic of Austria, eng. Austria, deu. Österreich, deu. Republic of German-Austria, deu. Republik Deutschösterreich, deu. Deutschösterreich, deu. Deutsch-Österreich
)
 nach 
Budapest

Budapest (Bevölkerungszahl 2025: 1.676.000) ist die Hauptstadt und die größte Stadt Ungarns. Sie liegt im Landeszentrum, an der Donau. Budapest entstand aus dem Zusammenschluss der Städte Buda am linken und Pest am rechten Ufer der Donau. Pest war bereits ab dem Beginn des 11. Jahrhundert die Hauptstadt Ungarns und ab dem 13. Jahrhundert wechselte sich in dieser Funktion oft mit Buda ab. Als während der Revolution in Ungarn 1848 die beiden Städte als Pest-Buda zusammengeschlossen wurden, bildeten sie bereits einen Organismus. Nach der Wiederherstellung der Monarchie (ab 1526 im Rahmen der Habsburgermonarchie) wurde 1849 dieser Zusammenschluss allerdings aufgehoben, und erst 1873 wieder beschlossen. Damit löste die ungarische Bevölkerungsgruppe die deutsche als die Mehrheit in der Stadt ab. Nach dem Zerfall der Habsburgermonarchie 1918 blieb Budapest die Hauptstadt von nun unabhängigem Ungarn. Nach dem Eintritt Ungarns 1941 in den Zweiten Weltkrieg an der Seite des Deutschen Reichs wurden aus Budapest die meisten Juden der Stadt 1944 ghettoisiert und später in die Konzentrationslager abtransportiert oder ermordet. Der Volksaufstand 1956 gegen die sowjetische Bevormundung in Ungarn nahm seinen Beginn in Budapest. Im Zusammenhang mit dem Aufstand und seiner Niederschlagung verlor die Hauptstadt etwa 70.000 Menschen. Heute ist Budapest nicht nur das größte Wirtschafts- und Kulturzentrum des Landes, sondern auch eins der wichtigsten im Ostmitteleuropa.

 auf einem rekonstruierten Holzschiff organisierte (siehe den Beitrag von Amelie Häufele), war dies eben mehr als eine nostalgische Referenz auf die alte Donauschifffahrt. Es war auch ein früher Versuch, die Systemgrenzen zu überschreiten, wofür Misstrauen und bürokratische Hürden überwunden werden mussten. Dass die Reiseroute zudem durch Grenzgebiete führte, die zwischen 
Volksrepublik Ungarn
eng. Hungarian People's Republic, hun. Magyar Népköztársaság, deu. Ungarische Volksrepublik

Die Volksrepublik Ungarn war ein sozialistischer Staat in Ostmitteleuropa, der von 1949 bis 1989 bestand. 1944 begann die Okkupation Ungarns durch die Deutsche Wehrmacht, und anschließend durch die Rote Armee, die 1945 das ganze Land besetzte. Nach Kriegsende scheiterten die Versuche, eine Demokratie aufzubauen, und das politische System wurde unter kommunistischer Führung sukzessive zu einem Einparteiensystem umgebaut.

Die Volksrepublik Ungarn war Mitglied des Warschauer Paktes und stand unter starkem politischem Einfluss der Sowjetunion, die 1956 mit Hilfe der Staaten des Warschauer Paktes (außer Rumänien) den Ungarischen Volksaufstand gewaltsam niederschlug. Zur Besänftigung der Bevölkerung nach der Welle von Repressalien gegen die Teilnehmer:innen des Volksaufstands, wurden bereits in den 1960er Jahren wirtschaftliche und politische Reformen eingeleitet, die über die sonst üblichen Einschränkungen im Ostblock hinausgingen. Im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Krise der ausgehenden 1980er Jahre wurden allmählich weitere wirtschaftliche Reformen und eine weitgehende politische Liberalisierung sowie Öffnung nach Westen eingeführt, die auch das Ende sozialistischen Volksrepublik einläutete. 1989 wurde schließlich die heutige Republik Ungarn ausgerufen.

 und der 
Tschechoslowakei
ces. Československo, sla. Čehoslovakìâ, slk. Česko-Slovensko, eng. Czechoslovakia, rus. Čehoslovakiâ

Die Tschechoslowakei war ein zwischen 1918 und 1992 in wechselnden Grenzen und unter wechselnden Namen und politischen Systemen bestehender Staat, dessen Landesteile in den heutigen Staaten Tschechien, Slowakei und der Ukraine (Karpatenukraine, bereits 1939 ungarisch besetzt, ab 1945 an die Sowjetunion) aufgegangen sind. Nach 1945 stand die Tschechoslowakei zunehmend unter politischem Einfluss der Sowjetunion. Nach der Machtübernahme der Kommunistischen Partei 1948 wurde sie endgültig als Teil des sog. Ostblocks zum Satellitenstaat der Sowjetunion und ab 1955 Mitglied des Warschauer Paktes. Zwischen 1960 und 1990 trug das kommunistische Land offiziell den Namen Tschechoslowakische Sozialistische Republik (abgekürzt ČSSR). Die demokratische politische Wende wurde 1989 mit der Samtenen Revolution eingeleitet und mündete 1992 in die Gründung der unabhängigen Tschechischen bzw. Slowakischen Republiken.

 umstritten waren, machte die Reisenden zu Zeug:innen ganz eigener Raumkonflikte. Reiseberichte gingen bei der Schilderung solcher Konflikte häufig über reine Zeugenschaft hinaus. Hannah Riedler zeigt in ihrem Beitrag, wie sehr nach der Vereinigung von 
Fürstentum Moldau
ron. Principatul Moldovei, eng. Principality of Moldova

Das Fürstentum Moldau war ein um 1354 gegründeter Staat in Südosteuropa. Seine größte Ausdehnung erfuhr das Fürstentum 1408, als seine Grenzen von den Ostkarpaten zum Dnjestr und von der Donau zum Schwarzen Meer reichten. Aus dem Zusammenschluss von Moldau und Walachei 1859 (Personalunion) und 1861 (Realunion) ging das rumänische „Altreich“ hervor; neben Rumänien versteht sich auch die Republik Moldau als Nachfolgestaat des Fürstentums.

 und 
Fürstentum Walachei
eng. Principality of Wallachia

Das Fürstentum Walachei war ein Staat im Süden des heutigen Rumäniens. Auf dem Höhepunkt seiner Expansion umfasste es auch die Dobrudscha und damit Teile der Schwarzmeerküste. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts stand das Fürstentum unter ungarischer Oberhoheit. Ende des Jahrhunderts geriet es in die osmanische Einflussspähre. Bereits 1600 wurde es kurzzeitig mit den Fürstentümern Siebenbürgen und Moldau vereinigt. 1659 wurde die Hauptstadt des Fürstentums Walachei von Târgoviște nach Bukarest verlegt. 1859 wurden das Fürstentum erneut mit dem Fürstentum Moldau vereinigt, aus denen 1861 das Fürstentum Rumänien hervorging.

 im Jahr 1859 die Reisenden selbst zu Agent:innen einer nationalen rumänischen Deutung wurden, die in der multiethnischen Vielfalt der Grenzregion nur noch Defizite zu sehen vermochten.
Ein offiziöseres Aneignungsprojekt schildert Daniel Benedikt Stienen. An der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert warb die preußische Ansiedlungskommission mit Besichtigungsreisen um Siedler für neu erbaute Bauernhöfe in den östlichen Provinzen 
Königreich Preußen
dan. Kongeriget Preussen, pol. Królestwo Prus, eng. Kingdom of Prussia

Das Königreich Preußen bestand von 1701 bis 1918 und wurde von der Dynastie der Hohenzollern regiert. Das Land war von der Gründung bis 1848 eine absolute Monarchie und von 1848 bis zur Auflösung eine konstitutionelle Monarchie. Hauptstadt des Königreiches Preußen war Berlin. Das Land wurde von ungefähr 40 Millionen Menschen bewohnt. Nach der Novemberrevolution 1918 und der Abdankung Wilhelms II. löste sich das Königreich auf und bildete den Freistaat Preußen.

. Mit gesonderten Ausflügen von Multiplikatoren oder Politikern suchte die Kommission die Reichweite zu erhöhen. Reich bebilderte Berichte solcher Reisen bekräftigten zugleich die preußischen Gebietsansprüche. Hier war Reisepolitik gleich Machtpolitik.

Reisen und Verständigung

Was aber wird unter diesen Bedingungen aus den Idealen von Verständigung durch Reisen? Gilt generell, was Musekamp über die Osteuropareisen des 19. Jahrhunderts gesagt hat: dass nämlich die Reisenden bereits durch die gelesenen Fremdenführer darauf konditioniert waren, die Realität in genormten Größen und stereotypen Vorurteilen wahrzunehmen? Das hieße, den Raum für Eigensinn zu unterschätzen, den das Reisen auch schuf. Selbst bei den politisch genormten Reisen in die sozialistischen Länder gab es immer auch Tendenzen, die vorgegebenen Deutungsmuster zu unterlaufen. Begegnungen verliefen eben nicht immer nach Plan: spontanes Kennenlernen, private Besuche, semi-legale Individualreisen mit eigenen Zielsetzungen und auch illegale Interaktionen wie der Schwarzhandel gehörten immer auch dazu. Auch diese Art von Kommunikation taucht in einigen der Beiträge auf – etwa wenn die „Donauschiffer:innen“ privaten Einladungen folgten.
So kommen wir zu dem Schluss, dass Reisen tatsächlich in vielfältiger Weise bildet. Und nicht immer lässt sich dieser Prozess so steuern, wie es von Akteuren der Wirtschaft oder Politik gewünscht sein mag.

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