„leute von vermögen […] trincken […] schwartze[n] Thee“ – Die Anfänge des Teekonsums in Russland
Sibirien erstreckt sich über eine Fläche von 12,8 Mio. km² zwischen dem Ural, dem Pazifik, dem Nordpolaarmeer, China und der Mongolei. 1581/82 begann die russische Eroberung Sibiriens. Zur Zeit der Aufklärung vor allem Rohstoffquelle und Raum für den Handel mit Asien, gewann Sibirien ab dem 19. Jahrhundert Bedeutung als Ort für Strafkolonien und Verbannte. Mit der Erschließung durch die Transsibirische Eisenbahn und der Dampfschifffahrt am Ende des 19. Jahrhunderts kamen Industrialisierung und damit neue Siedler nach Sibirien. Weitere Industrialisierungsbemühungen unter Stalin wurde vor allem mit der Arbeitskraft von Gulag-Häftlingen und Kriegsgefangenen umgesetzt.
Die Karte zeigt Nordasien, zentral gelegen Sibirien. CIA World Factbook, bearbeitet von Veliath (2006) und Ulamm (2008). CC0 1.0.
Das Zarentum Russland (auch Zarenreich Russland, in der Geschichtswissenschaft auch als Moskauer Reich bezeichnet, im zeitgenössischen Sprachgebrauch auch Moskowien genannt) bestand von 1547 bis 1721 und kennzeichnet eine wichtige Entwicklungsperiode des russischen Staates, die durch intensive Reformen, Zentralisierungsbestrebungen und kriegerische Expansion gekennzeichnet war. Das Zarentum ging aus dem Großfürstentum Moskau (1340–1547) hervor, den Auftakt bildet die Krönung Iwans IV. (1530–1584) zum ersten Zaren im Januar 1547. Der Zarentitel selbst ist deutlich älter und zuvor auch in Südosteuropa verbreitet. Im russischen bzw. altrussischen Sprachraum war der Titel zuvor uneinheitlich und auch im kirchlichen Zusammenhang verwendet worden.
Sein Ende als offizielle Bezeichnung des russischen Staates fand das Zarentum mit seiner Umwandlung und Umbenennung zum Kaiserreich durch Peter den Großen (1672–1725) 1721.
Die Kleinstadt Kjachta (Bevölkerungszahl 2022: 18.007) wurde vermutlich 1727 gegründet und liegt an der Grenze zwischen der Mongolei und der Russischen Förderation. Kjachta war ein Zentrum des Handels zwischen China und dem Russländischen Reich. Das Russländische Reich exportierte über Kjachta überwiegend Pelzwaren, während es vor allem Tee importierte. Kjachta ist als Historischer Siedlungsort der Russländischen Föderation.
Die Stadt Irbit (Bevölkerungszahl 2022: 36.587) liegt am Ufer des gleichnamigen Flusses im südlichen Uralgebirge. Die Stadt war lange Zeit ein wichtiger Handelspunkt und Schauplatz überregional bedeutender Jahrmärkte. Durch den Bau der Transsibirischen Eisenbahn - deren Strecke rund 80 Kilometer weiter südlich verläuft - verlor Irbit jedoch innerhalb Russlands an Bedeutung. Heute ist Irbit eine Industriestadt, die unter anderem die Irbiter Motorradwerke und weitere Unternehmen des produzierenden Gewerbes beherbergt.
Die Stadt Perm liegt ca. 1150 km nordöstlich von Moskau im Uralvorland. Seit dem 19. Jahrhundert entwickelte sich in der Stadt Schwer- und Rüstungsindustrie, was Perm im 20. Jahrhundert zu einem bedeutenden Industriezentrum machte. In der Industrie wurden auch Lagerinsassen aus Gulag und Kriegsgefangenenlager eingesetzt.
Moskau (Bevölkerungszahl 2024: 13.146.907) ist die Hauptstadt der Russländischen Föderation und die bevölkerungsreichste vollständig in Europa gelegene Stadt. Sie liegt im Westen des Landes. Moskau ist zugleich die Hauptstadt des Föderationsbezirks Zentralrussland. Die Verwaltungseinheit "Stadt von föderaler Bedeutung Moskau" umfasst mit einer Bevölkerungszahl von 13.258.262 Personen einige weitere Orte. Die Stadt bildet das mit Abstand wichtigste politische, wirtschaftliche, wissenschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes.
Moskau entstand etwa im 11./12. Jahrhundert. Die Entstehung der Wehranlage (Kreml) wird auf den Beginn der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts datiert. Im 13. Jahrhundert wurde Moskau zur Hauptstadt eines Teilfürstentums des Großfürstentums Wladimir. Im 14. Jahrhundert setzten sich die Fürsten von Moskau als die Herrscher der gesamten Rus durch. Diese war jedoch 1247-1480 tributpflichtig gegenüber der Goldenen Horde, welche 1238 Moskau verwüstete. 1571 wurde die fast vollständig aus Holz bestehende Stadt von tatarischen Truppen niedergebrannt. Zu diesem Zeitpunkt war Moskau jedoch bereits das unumstrittene Machtzentrum Russlands. 1687 wurde in der Stadt die erste Hochschule, 1775 die erste Universität eröffnet. Peter der Große verlegte 1712 die Hauptstadt nach Sankt Petersburg. Neben dem Machtverlust geschwächt durch Unruhen und Säuchen blieb ihre Entwicklung hinter jener der neuen Hauptstadt zurück. Einen tiefen Einschnitt in die Entwicklung von Moskau brachte der Einmarsch der napoleonischen Truppen 1812, zu deren Abwehr die Stadtbevölkerung ihre Häuser in Brand steckte. Der rasch begonnene Wiederaufbau verlieh Moskau ein modernes Stadtbild.
Nach der Oktoberrevolution und dem Umzug der Hauptstadt wieder nach Moskau 1918 erlebte die Stadt einen enormen Ausbau der öffentlichen Infrastruktur, auch zahlreiche Vorzeigebauten wurden bis zum Zweiten Weltkrieg errichtet. Der Zubau der Wohnflächen konnte jedoch nie dem Bevölkerungswachstum schritthalten. Dieses konnte auch durch diverse, teilweise bis heute geltende Zuzugseinschränkungen nicht gebremst werden. Allerdings wuchs die Stadt auch durch Eingemeindungen, insbesondere in den Jahren 1960 und 2012.
1980 wurden in Moskau die Olympischen Sommerspiele ausgetragen. In den Folgejahren erfasste jedoch die zunehmende Krise in der Sowjetunion auch die Stadt, die nach den dezentralen Bewegungen in den Republiken und Unruhen in Russland selbst schließlich vom Putschversuch 1991 direkt betroffen war. Nach dem endgültigen Zerfall der Sowjetunion Ende 1991, blieb Moskau die Hauptstadt Russlands. Seitdem wird insbesondere das Stadtzentrum immer stärker von modernen, repräsentativen Bauten geprägt. Weitere Merkmale der Entwicklung der Stadt in der postsowjetischen Ära sind der Wiederaufbau der in der Sowjetzeit zerstörten oder umgewidmeten Kirchen, die Renovierung der Gebäude aus der vorsowjetischen Zeit im Stadtkern sowie der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur an den Rändern.
Makarevo (Bevölkerungszahl 2010: 178) ist eine Siedlung an der Wolga in der Oblast Nischni Nowgorod. Sie entwickelte sich im 17. Jahrhundert als Handelsplatz in direkter Nachbarschaft zu einem Kloster, an dessen Standort der russisch-orthodoxe Heilige Makarios im 15. Jahrhundert eine Einsiedelei gegründet haben soll. 1641 entstand hier der Makarios Markt, der nach einem Brand 1816 nach Nischni Nowgorod verlegt wurde und als Vorläufer der dortigen Messe gilt. Danach verlor Makarevo zunehmend an Bedeutung, und verlor den Status eines Kreissitzes und schließlich auch seine Stadtrechte.



















