Zuhause in der Diaspora
Die Sowjetunion (SU oder UdSSR) war ein von 1922 bis 1991 bestehender Staat in Osteuropa, Zentral- und Nordasien. Sie ist aus dem sog. Sowjetrussland hervorgegangen, dem Nachfolgestaat des Russländischen Kaiserreichs. Den Kern der Union und zugleich ihren größten Teil bildete die Russische Sowjetrepublik, hinzu kamen weitere Teilrepubliken. Ihre Zahl variiert über die Zeit hinweg und steht im Zusammenhang mit der Besatzung anderer Länder (Estland, Lettland, Litauen), nur kurzzeitig bestehenden Sowjetrepubliken (Karelo-Finnland) oder mit der Teilung bzw. Zusammenlegung von Sowjetrepubliken. Zusätzlich gab es zahlreiche autonome Republiken oder sonstige Gebietseinheiten mit einem Autonomiestatus, der sich im Wesentlichen auf eine sprachliche Autonomie der Minderheiten beschränkte.
Die UdSSR bestand vor ihrer formellen Auflösung aus 15 Sowjetrepubliken mit einer Bevölkerung von ungefähr 290 Millionen Menschen. Mit ca. 22,4 Millionen km² bildete sie den damals größten Flächenstaat der Welt. Die Sowjetunion war eine sozialistische Räterepublik mit einem Einparteiensystem und einer fehlenden Gewaltenteilung.
Die Volksrepublik Polen war ein von 1944 bis 1989 (bis 1952 unter dem Namen Republik Polen) existierender sozialistischer Staat in der sowjetischen Einflusssphäre. Seine Grenzen entsprechen denen des heutigen Polens. Die Legitimation der Staatsform erfolgte auf der Grundlage des Referendums von 1946 und der Wahl von 1947, deren Ergebnisse jedoch gefälscht wurden. 1948 wurden die Parteien des sogenannten Demokratischen Blocks in der Sozialistischen Einheitspartei des Ein-Parteien-Staates zwangsvereinigt. Bis zum Ende der Volksrepublik regierte die daraus hervorgegangene kommunistische Polnische Vereinigte Arbeiterpartei (Polska Zjednoczona Partia Robotnicza, PZPR).
Die Tschechoslowakei war ein zwischen 1918 und 1992 in wechselnden Grenzen und unter wechselnden Namen und politischen Systemen bestehender Staat, dessen Landesteile in den heutigen Staaten Tschechien, Slowakei und der Ukraine (Karpatenukraine, bereits 1939 ungarisch besetzt, ab 1945 an die Sowjetunion) aufgegangen sind. Nach 1945 stand die Tschechoslowakei zunehmend unter politischem Einfluss der Sowjetunion. Nach der Machtübernahme der Kommunistischen Partei 1948 wurde sie endgültig als Teil des sog. Ostblocks zum Satellitenstaat der Sowjetunion und ab 1955 Mitglied des Warschauer Paktes. Zwischen 1960 und 1990 trug das kommunistische Land offiziell den Namen Tschechoslowakische Sozialistische Republik (abgekürzt ČSSR). Die demokratische politische Wende wurde 1989 mit der Samtenen Revolution eingeleitet und mündete 1992 in die Gründung der unabhängigen Tschechischen bzw. Slowakischen Republiken.
Die Volksrepublik Ungarn war ein sozialistischer Staat in Ostmitteleuropa, der von 1949 bis 1989 bestand. 1944 begann die Okkupation Ungarns durch die Deutsche Wehrmacht, und anschließend durch die Rote Armee, die 1945 das ganze Land besetzte. Nach Kriegsende scheiterten die Versuche, eine Demokratie aufzubauen, und das politische System wurde unter kommunistischer Führung sukzessive zu einem Einparteiensystem umgebaut.
Die Volksrepublik Ungarn war Mitglied des Warschauer Paktes und stand unter starkem politischem Einfluss der Sowjetunion, die 1956 mit Hilfe der Staaten des Warschauer Paktes (außer Rumänien) den Ungarischen Volksaufstand gewaltsam niederschlug. Zur Besänftigung der Bevölkerung nach der Welle von Repressalien gegen die Teilnehmer:innen des Volksaufstands, wurden bereits in den 1960er Jahren wirtschaftliche und politische Reformen eingeleitet, die über die sonst üblichen Einschränkungen im Ostblock hinausgingen. Im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Krise der ausgehenden 1980er Jahre wurden allmählich weitere wirtschaftliche Reformen und eine weitgehende politische Liberalisierung sowie Öffnung nach Westen eingeführt, die auch das Ende sozialistischen Volksrepublik einläutete. 1989 wurde schließlich die heutige Republik Ungarn ausgerufen.
















