Antisemitismus im Fußballsport

Transcriptions

Transcription (German)

Antisemitismus im Fußballsport
In Nr. 31 des „Israelitischen Familienblattes“ wurde über einen Vorfall in Leipzig berichtet, wo man bei der Verpflichtung eines Fußballtrainers erst nach seiner Konfession und dann nach seinem Können fragte. Dieser Vorfall steht leider nicht vereinzelt da. Wie die „Fußballwoche“ meldet, musste der erfolgreiche jüdische Trainer des 1. FC. Nürnberg, Jenő Konrád Jenő Konrád Jeno Konrád (1894–1978) war ein erfolgreicher ungarischer Fußballspieler und -trainer, der vor allem in Ungarn, Österreich und Deutschland Erfolge feierte. Mit seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Kálmán wurde er als die „Konrad-Zwillinge“ bekannt. Wegen seiner jüdischen Herkunft floh er 1940 aus Europa in die USA. , seinen Posten plötzlich verlassen.
In einer lokalen antisemitischen Wochenzeitung stand ein Pamphlet mit der Ueberschrift „Der 1. FC. Nürnberg geht am Juden zugrunde.“ Dort wurde ausgeführt, nur der „Jude“ sei daran schuld, dass der 1. FC. Nürnberg in den letzten Jahren nicht die Meisterschaft errungen habe. Schon einige Tage nach Erscheinen dieses Artikels löste darauf der Verein den Vertrag mit seinem Trainer Konrad. Der 1. FC. Nürnberg erklärt zwar, der Vertrag mit Konrad sei im September abgelaufen und die Finanzen des Vereins würde eine Erneuerung des Vertrages nicht gestatten. Aber diese Gründe sind so fadenscheinig, dass sie über den wahren Sachverhalt nicht hinwegtäuschen können.
Die Editionsrichtlinien finden Sie hier.

Metadata

Info section