Aus der Arbeit

Unsere Vereine berichten

Transcriptions

Transcription (German)

Aus der Arbeit
Unsere Vereine berichten
A u s  d e m  B e z i r k  W e s t d e u t s c h l a n d: In den letzten 3 Monaten ist eine besonders starke Abwanderung aus den westdeutschen Vereinen zu konstatieren. Trotzdem werden die Mitgliederzahlen überall gehalten, da ein dauernder Neuzugang von Jugendlichen zu beobachten ist. Die Abwanderung macht sich naturgemäß in einem starken Mangel an Lehrkräften bemerkbar, dem wir dadurch abzuhelfen suchen, daß wir in regelmäßigen Abständen systematisch Trainingsleiter- und Vorturnerkurse durchführen. Nur durch diese dauernde Schulung ist es überhaupt möglich, bei der großen Zahl von Jugendlichen, die tagtäglich auf dem Turnboden zu finden sind, zufriedenstellende Innenarbeit zu leisten. Daß wir den Anforderungen, die an gute Innenarbeit gestellt werden müssen gerecht werden, beweisen die zahlreichen Veranstaltungen, mit denen wir vor die Öffentlichkeit getreten sind und der Erfolg, den dieselben in jeder Beziehung hatten.
Im Januar wartete der Boxklub „Makkabi“ Köln Boxklub „Makkabi“ Köln Der Jüdische Boxclub Makkabi Köln war einer von zwei jüdischen Boxvereinen in Deutschland. Er bestand von 1934 bis 1938. mit einer Boxveranstaltung auf, zu der qualifizierte Kämpfer aus Luxemburg eingeladen waren. Den hohen Leistungsstandard der westdeutschen Makkabiboxer kennzeichnet die Tatsache, daß von 8 Kämpfen 7 Erfolge für den Boxklub Makkabi waren. Daraus erklärt sich auch der Erfolg der Makkabiboxer beim Zusammentreffen mit den Boxern des Sportbundes Schild, bei dem sämtliche Kämpfe vom Makkabi gewonnen wurden. Es ist sehr bedauerlich, daß keine größeren Räumlichkeiten zur Verfügung stehen. Die Boxveranstaltungen in Westdeutschland sind stets restlos ausverkauft und würden bei größeren Räumlichkeiten noch weit mehr Zuschauer anziehen.
Der Bezirk führte im Januar die Westdeutschen Tischtennismeisterschaften in Köln durch. Die 85 aktiven Teilnehmer zeigten zum Teil hervorragende Leistungen.
Eine besonders gutgelungene Veranstaltung war der Jugendturntag unseres Bezirks, den wir im Februar in Düsseldorf aufzogen. Mehr als 150 Jugendliche aus allen unseren Vereinen waren zum Wettkampf angetreten und zeigten zum Teil überraschend gute Leistungen. Der Beweis für gute Breitenarbeit wurde dadurch erbracht, daß 90 Prozent der Teilnehmer die vorgeschriebene Punktzahl erreichten.
Im Februar besuchte Siddy Goldschmidt Siddy Goldschmidt Siddy Goldschmidt war Geschäftsführer des Deutschen Makkabikreises. Er wirkte am Werk „Das jüdische Sportbuch. Weg, Kampf und Sieg, Berlin 1937“ mit. unsere westdeutschen Vereine, um zusammen mit den verantwortlichen Mitarbeitern die nicht geringen Schwierigkeiten zu beheben und Arbeitspläne für die Zukunft zu besprechen. Sein Besuch hat nicht unwesentlich zur Behebung unserer Arbeit beigetragen.
Ende des Monats hielt der Bezirk in Essen einen Vorturnerkursus unter der Leitung der Makkabim Bergerhausen und Riesenfeld ab. Zu diesem Kursus waren die Techniker aller westdeutschen Vereine zusammengezogen.
Die Makkabi-Turnmeisterschaften, an denen sich 40 Aktive unseres Bezirks beteiligten, erbrachten den Beweis für den hohen Standard, den das Turnen bei uns erreicht hat. Mit Ausnahme eines ersten Preises in der Unterstufe und eines dritten in der Damenriege fielen sämtliche Siege an den westdeutschen Bezirk.
Daß wir neben dem Turnbetrieb den Rasensport nicht vernachlässigen, wird aus der Anzahl von Spielen ersichtlich, die unsere verschiedenen Vereine mit Erfolg absolvieren. In einem Winterhilfsspiel konnte Makkabi Düsseldorf Makkabi Düsseldorf Der Turn- und Sportverein Makkabi Düsseldorf wurde 1924 gegründet und zählte schon bald 200 aktive Mitglieder. Der Verein war in der Zionistischen Vereinigung für Deutschland aktiv, beteiligte sich jedoch 1925 an der Gründung des VINTUS. Die höchste Mitgliederzahl erreichte der Verein 1931 mit 650 Mitgliedern. Diesen wurde eine Vielfalt von Sportarten angeboten. Es gab Fußball, Turnen, Leichtathletik, Gymnastik, Rhythmik, Handball, Faustball, Boxen, Tischtennis, Tennis und Schwimmen. Anfang 1933 wurde dem Verein der Zugang zu bisher genutzten Sportanlagen verwehrt. Die politische Ausrichtung des Makkabi Düsseldorf wurde zionistisch und er trat direkt nach Auflösung des VINTUS dem Deutschen Makkabikreis bei. Es wurden alle Sportarten bis auf Rhythmik weiterhin angeboten und Schach kam hinzu. Der Verein wurde 1938 nach den Novemberpogromen aufgelöst. 1961 wurde der Verein unter dem Namen TuS Maccabi Düsseldorf als erster jüdischer Sportverein in der BRD wiedergegründet. Der Verein besteht bis heute. den Schild Köln Schild Köln Schild Köln gehörte als Sportgruppe dem RjF Köln an. mit 11:0 abfertigen. Ein Jugend-Fußballspiel zwischen Hakoah Köln Hakoah Köln SC Hakoah Köln wurde 1933 schon bald nach der Selbstauflösung des Bar Kochba Köln gegründet. Viele seiner Aktiven hatten bereits im Bar Kochba Köln Ämter bekleidet. Der SC Hakoah Köln bestand bis 1938. und JTV 02 JTV 02 Am 11.04.1902 wurde der Jüdische Turnverein 02 Köln gegründet. Anfangs war die einzige Sportart das Turnen und dies nur für Männer. 1905 kam eine Damenriege dazu und leichtathletische Übungen wurden ausgeführt. Zudem wurde die Sportart Fußball aufgenommen, später auch Boxen und Faustball. Es waren sowohl zionistische als auch liberale Stimmen im Verein vertreten. 1923 wurde der Verein in einer Mitgliederversammlung für neutral erklärt und trat, nach 20 Jahre Mitgliedschaft, aus der Jüdischen Turnerschaft, ein national-jüdischer Zusammenschluss, aus. 1925 war der Verein an der Gründung des VINTUS beteiligt. Ende 1920 waren 360 Juden und Jüdinnen Mitglieder. 1933 schloss der Verein sich der Ortsgruppe des RjF in Köln an und trat dem RjF-Sportbund Schild bei. Die Mitgliederanzahl stieg auf 450 an. Das Sportangebot wurde vergrößert. Es wurden nun zusätzlich auch Handball, Tischtennis, Tennis, Schwimmen, Hockey, Faustball, Schach und Wandern angeboten. Nach 1938 ist keine Aktivität des Vereins mehr dokumentiert. brachte dem Makkabi ein 9:0-Sieg. Im Hockey schlug Hakoah Köln den Schildmeister Frankfurt mit 5:3.
Der Hagibor Hagibor Hagibor ist Hebräisch und bedeutet „Der Held“. -Berlin besuchte uns mit seiner ersten Fußballmannschaft.
In der letzten Märzwoche traten fast alle Vereine unseres Bezirks mit Werbeveranstaltungen an die Öffentlichkeit. Besonders erfolgreich dürfte die Veranstaltung der Hakoah Köln gewesen sein. Vor ausverkauftem Hause, unter Anwesenheit der Vertreter der Gemeinde und aller Organisationen zeigten unsere Jugendlichen Leistungen, die immer wieder begeisterten Beifall hervorriefen. Das sichtbare Zeichen des Erfolges waren 40 Neuanmeldungen, die wir nach Schluß der Veranstaltung verbuchen konnten.
Sehr viel Sorge macht uns die  Tarbutharbeit
Tarbut
also:
Tarbuth
Tarbut (hebräisch ʹKulturʹ) war ein Netzwerk für Bildung und Kultur, das in der Zwischenkriegszeit säkulare hebräischsprachige Schulen in Teilen Ostmitteleuropas unterhielt. Es wurde 1917 in Russland gegründet, jedoch bereits 1919 von der sowjetischen Regierung verboten. Ab 1921 war Tarbut vor allem in Polen aktiv, wo seine letzten (zu diesem Zeitpunkt bereits illegalen) Einrichtungen 1941 aufgelöst wurden. Tarbut war auch in Litauen und Rumänien stark vertreten.
. Wir hoffen mehr interessierte Makkabim nunmehr dadurch zu erfassen, daß wir Vorbereitungskurse für das Leistungsabzeichen einrichten.
Das Ende der Wintersaison findet uns mit reichhaltigen Plänen für die Sommersaison beschäftigt. Wir planen das Fest der 500 Aktiven, ein Sportfest der Bünde, das Herzl-Gedächtnissportfest, die Westdeutschen Leichtathletikmeisterschaften, einen Tag des KKL und ein Schülersportfest. Wir werden das Schwergewicht unserer gesamten Arbeit in der kommenden Saison auch in der Leichtathletik, mehr noch als bisher, auf die Betreuung der Jugendlichen legen, da uns die abgelaufene Saison gezeigt hat, daß mit dieser Arbeitsausrichtung große Erfolge auf jedem Gebiet erreicht werden können.
Bar Kochba Hamburg Bar Kochba Hamburg Der JTV Bar Kochba Hamburg wurde 1910 als nationaljüdischer Verein gegründet. Seit den 1920er Jahren gehörte der Verein dem Makkabiweltverband (gegründet 1921) an. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde die Vereinsarbeit zunehmend auf die Emigration ihrer (jugendlichen) Mitglieder ausgerichtet. Die Auflösung des Vereins erfolgte im Jahr 1938. besonders aktiv!
Das jüdische Leben in Hamburg stand im Monat März im Zeichen des Makkabi. In monatelangen Vorarbeiten hat der Bar Kochba ein Programm zusammengestellt, das dem jüdischen Publikum die Bedeutung des Klubs und der Makkabibewegung vor Augen führen sollte.
Die Einleitung wurde durch ein Gastspiel der Hockeymannschaft des Tennisklubs Bar Kochba Berlin gemacht.
Am selben Tage traten die 35 auswärtigen Teilnehmer am III. jüdischen Schachkongreß, der vom 7. bis 14. März vom Bar Kochba durchgeführt wurde, in Hamburg ein. Diese Veranstaltung war vorbildlich vorbereitet. Der Empfangsabend, die Durchführung der Kämpfe, eine Stadt- und Hafenrundfahrt, der Festabend und die Preisverteilung sowie der Rahmen der gesamten Veranstaltung ließen diesen Kongreß zu einem bleibenden Erlebnis für die Teilnehmer werden. Daß der Bar Kochba Hamburg im Meisterturnier den ersten Platz belegen konnte, war ein schöner Lohn für die geleistete Arbeit.
Für den 17. März hatte der Bar Kochba die jüdischen Kinder Hamburgs zu einem Purim-Kinderfest eingeladen. Vorträge, ausgezeichnete Tanzvorführungen und ein von Kindern gespieltes Theaterstück brachten den kleinen Besuchern 2 Stunden angenehmer und lustiger Unterhaltung und dem Bar Kochba einen großen propagandistischen Erfolg.
8 Tage später zeigte der Bar Kochba das Können seiner Jugendlichen anläßlich eines großen Bühnenschauturnens. Gymnastik, Geräteturnen, Judokämpfe und Bodengymnastik, die zum Teil schon an Akrobatik grenzte, wurden von Knaben und Mädchen im Alter von 10 bis 15 Jahren gezeigt. Die Aufführung des Makkabifilms war eine wertvolle Bereicherung des Programms. Am Nachmittag wurde diese Veranstaltung vor Jugendlichen durchgeführt, an die Makkabi Ernst Mayer die Aufforderung richtete, Lebensfreude und Lebensertüchtigung in den Reihen des Makkabi zu suchen. In der Abendveranstaltung sprach Herr Oberrabbiner Dr. Carlebach Dr. Carlebach Dr. Joseph Hirsch (Zwi) Carlebach (1883–1942) war der Oberrabbiner der jüdischen Gemeinde in Hamburg. Vor seiner Berufung als Oberrabbiner der Hamburger Gemeinde 1936, war er seit 1921 als Rektor einer Talmud-Tora-Schule sowie als Rabbiner in Lübeck und Hamburg tätig. Im Dezember 1941 wurde die Familie Carlebach nach Riga deportiert. Dort organisierte er heimlich Schulunterricht sowie religiöse Feiern. Im Frühjahr 1942 wurde er gemeinsam mit seiner Frau und drei ihrer Kinder im Rahmen der „Aktion Dünamünde“ von der SS erschossen. von der großen und schönen Aufgabe, die der Makkabi erfülle.
Der 27. März brachte eine Fülle von sportlichen Veranstaltungen. Am Vormittag begannen die Makkabi-Kegelmeisterschaften, an denen mehr als 60 auswärtige Makkabim teilnahmen. Eine Kegelabteilung des Bar Kochba, die bisher alle Makkabi- und Schildvereine geschlagen hat, wurde Sieger dieser Meisterschaften. Am Nachmittag traf Bar Kochba Hannover Bar Kochba Hannover Die Gründung von Bar Kochba Hannover erfolgte im Jahr 1919 durch einen Großteil der osteuropäischen jüdischen Bevölkerung. Insbesondere in den Jahren 1923 bis 1925 verzeichnete Hannover einen deutlichen Anstieg osteuropäischer Juden. Diese Gruppe grenzte sich von der bestehenden Jüdischen Gemeinde ab und führte ihre eigenen religiösen und kulturellen Vereinigungen. Der Verein BK Hannover war zionistisch ausgerichtet. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde der Verein mutmaßlich im Frühjahr 1933 aus dem Norddeutschen Fußballverband ausgeschlossen. Im Jahr 1934 kam es zu einer Annäherung zwischen der Jüdischen Gemeinde Hannover und dem BK. Die zionistische Ausrichtung des Vereins, die noch wenige Jahre zuvor von der Gemeinde mit Skepsis betrachtet wurde, war nun zu einem wichtigen Element der Selbstbehauptung im NS-Regime geworden. Insbesondere in den letzten Jahren seines Bestehens sollten die körperliche Erziehung sowie der in den Heimabenden vermittelte Hebräisch-Unterricht die jungen Sportler:innen auf die Alijah vorbereiten. Die enge Beziehung zwischen dem BK und der zionistischen Ortsgruppe ist daher nicht verwunderlich. Die Auflösung des Vereins erfolgte im Jahr 1938 infolge der Novemberpogrome. im Tischtennis mit einer Mannschaft des Bar Kochba Hamburg zusammen. Diesen Kampf konnte Bar Kochba Hamburg mit 10:2 für sich entscheiden.
Auf dem Sportplatz trat gleichzeitig Bar Kochba Hannover im Fußball gegen Bar Kochba Hamburg an. Die beiden Gegner trennten sich 2:2. – Die neugegründete Jugendfußballmannschaft des Bar Kochba konnte dieselbe Mannschaft des Schild Hamburg Schild Hamburg Schild Hamburg gehörte als Sportgruppe dem RjF Hamburg an. Die Gründung erfolgte im Juni 1933 als Reaktion auf den Ausschluss jüdischer Sportler:innen aus den paritätischen Vereinen in Hamburg. Im Schild Hamburg wurden verschiedene Sportarten wie Leichtathletik, Schwimmen, Fußball, Boxen und Jiu-Jitsu angeboten. Für die Mitglieder der Gruppe hatte die Befähigung zur Selbstverteidigung, insbesondere im Kontext des Wehrsports, eine hohe Priorität. Der Schild als Sportgruppe des RjF verstand sich als deutsch-patriotisch. Im Jahr 1938 wurde die Sportgruppe aufgelöst. überlegen mit 3:1 abfertigen. Bei den Jugend-Handballspielen schlug der Bar Kochba Hamburg Schild Hamburg mit 12:5, die zweiten Herrenmannschaften der beiden Vereine trennten sich ebenfalls im Handball mit einem Ergebnis von 11:6 für Bar Kochba.
Der 3. April bringt noch die internen Tischtennismeisterschaften des Bar Kochba und mit dieser Veranstaltung schließt eine Veranstaltungsserie, die allgemeine Beachtung gefunden hat. Schon aber sind die rührigen Makkabim des Bar Kochba Hamburg dabei, ein umfangreiches und interessantes Sommerprogramm aufzustellen.
Zwei Veranstaltungen in Berlin.
In den letzten Tagen hatten wir zwei wertvolle Makkabi-Veranstaltungen, die hiermit denen zur Kenntnis gebracht werden sollen, die es zu ihrem eigenen Schaden versäumt haben, sie zu besuchen. Wir hörten am Montag „Unsere sprechende Rundschau“. Siddy G o l d s c h m i d t sprach den klugen Leitartikel, indem er energisch und zielbewußt unsere Aussichten für die nahe und fernere Zukunft erläuterte. Er sprach über die immer schwieriger werdende Arbeit, besonders deswegen, daß uns immer wieder unsere Besten verlassen und wir dann auf unseren Nachwuchs angewiesen sind, den wir, so reich wir ihn glücklicherweise besitzen, doch erst schulen und für unsere Aufgaben erziehen müssen.
Die Editionsrichtlinien finden Sie hier.

Translations

Metadata

Info section