Letter
Complaint of Unlawful Internment
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Quellenangabe:
Hlibovyc'kyj, Mykola: Eure Kaiserliche und Königliche Apostolische Majestät! Allergnädigster Kaiser und Herr!. (06.12.1914). In: Hlibovyc'kyj, Mykola: Eure Kaiserliche und Königliche Apostolische Majestät! Allergnädigster Kaiser und Herr! 1914. Steiermärkisches Landesarchiv, Statth. Präs. Thalerhofakten E91 1915. Cited from: Copernico. History and Cultural Heritage in Eastern Europe. URL: https://www.copernico.eu/en/link/687600a7ce72f8.08850784 (2026-08-19)
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Letter of complaint dated 6.12.1914 from the interned Reichsrat deputy Mykola Hlibovyc'kyj/ Nikolaus Hlibowicki and others to the Kaiser, in which they point out the illegality and inhumanity of the internment, confiscated by the censors
Transcriptions
Transcription (German)
Eure Kaiserliche und Königliche Apostolische Majestät! Allergnädigster Kaiser und Herr!
Die allertreuesten Söhne Eurer Majestät, die am Thalerhofe bei Graz internierten Ruthenen, wagen an die Allerhöchsten Stufen des Thrones Eurer Majestät mit nachstehender, demutsvollster Bitte heranzutreten:
Eure Majestät!
An vielen Orten der oesterreichisch-ungarischen Monarchie sind in den letzten vier Monaten sogenannte „Ruthenische Internierten-Kolonien“ entstanden.
Während nun die Söhne des seinem erlauchten Herrscher aus dem Habsburgerhause treuest ergebenen ruthenischen Volkes auf den weiten Gefilden Galiziens und Bukowina’s wie auch hinter den oesterreichischen Grenzpfählen unter dem feindlichen Kugelregen ihr Blut für’s teuere Vaterland vergiessen, schmachten unverschuldeterweise seit mehr als vier Monaten viele Tausende, deren Väter und Mütter, Brüder und Schwestern, selbst Kinder vom zartesten Alter an in diesen „Internierten-Kolonien“; hier am Thalerhofe allein in der Anzahl von etwa siebentausend Köpfen.
Kinder jenes Volkes, welches seit seiner Einverleibung in die Habsburgermonarchie stets zu den treuesten Stützen deren allerhöchsten Thrones gewesen; welches für seine oft und bestens bewährte Kaiser- und Vaterlandstreue aus dem Munde der geheiligten Person seines erhabenen Landesvaters den ehrenvollen Beinamen „Tiroler des Ostens“ erhalten; welches für das geliebte Vaterland mit seinem Herzblute die Gefilde von Custozza Magenta, Solferino, Königgrätz, etc. getränkt hat, – wurden jetzt unverdienterweise blos auf Grund von böswilligen Verdächtigungen vor der ganzen zivilisierten Welt als „Vaterlandsverräter“ gebrandmarkt und hier und andernorts interniert.
An vielen Orten der oesterreichisch-ungarischen Monarchie sind in den letzten vier Monaten sogenannte „Ruthenische Internierten-Kolonien“ entstanden.
Während nun die Söhne des seinem erlauchten Herrscher aus dem Habsburgerhause treuest ergebenen ruthenischen Volkes auf den weiten Gefilden Galiziens und Bukowina’s wie auch hinter den oesterreichischen Grenzpfählen unter dem feindlichen Kugelregen ihr Blut für’s teuere Vaterland vergiessen, schmachten unverschuldeterweise seit mehr als vier Monaten viele Tausende, deren Väter und Mütter, Brüder und Schwestern, selbst Kinder vom zartesten Alter an in diesen „Internierten-Kolonien“; hier am Thalerhofe allein in der Anzahl von etwa siebentausend Köpfen.
Kinder jenes Volkes, welches seit seiner Einverleibung in die Habsburgermonarchie stets zu den treuesten Stützen deren allerhöchsten Thrones gewesen; welches für seine oft und bestens bewährte Kaiser- und Vaterlandstreue aus dem Munde der geheiligten Person seines erhabenen Landesvaters den ehrenvollen Beinamen „Tiroler des Ostens“ erhalten; welches für das geliebte Vaterland mit seinem Herzblute die Gefilde von Custozza Magenta, Solferino, Königgrätz, etc. getränkt hat, – wurden jetzt unverdienterweise blos auf Grund von böswilligen Verdächtigungen vor der ganzen zivilisierten Welt als „Vaterlandsverräter“ gebrandmarkt und hier und andernorts interniert.
Eure Majestät!
Wir, Kinder dieses Volkes, können und dürfen mit ruhigem und reinem Gewissen Eure Majestät versichern, dass unser ganzes ruthenisches Volk stets loyal und kaisertreu gewesen ist und es auch so ewig bleiben wird. Dies haben auch die bis nun schon durchgeführten mehrerehundert militärgeschichtlichen Erhebungen in klarster Weise dargetan, indem sie alle Verdächtigten vollauf rechtfertigt haben. Ein glänzendes Zeugnis in dieser Richtung hat unseren ungarnländischen Brüdern erst vor etlichen Wochen Seine Excellenz der ungarische Ministerpraesident Graf Tisza in seinen Schreiben an die ungarnländischen ruthenischen Bischöfe gegeben.
Der Grund unserer unverdienten Brandmarkung und Internierung lag im vorliegenden Falle unseres Erachtens bei weitem nicht in einem wohlbegründeten raison d’état, als vielmehr in einer persönlichen Animosität gewisser unserem Volke nicht gewogenen Kreise, welche die gegenwärtige politische Lage hierzu ausnützten, um zwischen dem Kaiserthrone und dem Ruthenenvolke eine Scheidemauer aufzustellen.
Unter den hier am Thalerhofe allein internierten siebentausend Ruthenen gibt es etwa 2000 Intelligente, Vertreter sämtlicher Standesklassen, so: Offiziere, etwa 400 römisch-katholische, griech.-katholische und griechisch-orientalistische Priester, Richter, Staats-, Landes- und Gemeindebeamte aller Dikasterien, Reichsrats- und Landtags-Abgeordnete, Aerzte, Advokaten, Hoch- und Mittelschulprofessoren, Lehrer, Notare, Apotheker, Ingenieure, Artisten, Grossgrundbesitzer, Studenten etc., darunter auch mehrere von Eurer Kaiserlichen und Königlichen Apostolischen Majestät mit Orden, Titeln, Würden und Anerkennung ausgezeichnete Männer.
Und könnten alle diese oder die mitinternierten Kinder im vorschulpflichtigen Alter oder jene über siebenzig –, ja sogar fünfundachtzigjährigen Greise und Greisinnen oder selbst Geisteskranke wirklich Verräter an ihrem vom ganzen ruthenischen Volke wahrlich vergötterten Kaiser sein? Bei weitem nicht! Sie, die bis nun in nicht selten hohen staatlichen und kirchlichen Stellungen jahrzehntelang redlich und treu dem Staate gedient hatten, sind jetzt unterbracht in aus leichtem und feuchtem Holzmateriale errichteten, allen möglichen Witterungsgebilden zugänglichen, der Gesundheit äusserst schädlichen Baracken, in denen auf sie tags- und nachtsüber von der Innenseite des Daches das Wasser ununterbrochen herabtropft, je zweihundertfünfzig Personen auf einer Fläche von 400m2 und haben auch kaum mehr Raum für ihre Ausgänge; sie schlafen hier auf verfaultem, am feuchten Erdboden ausgestreuten, von Ungeziefer wimmelndem Stroh, ohne jedwedes Bettzeug, ja selbst ohne Decken, sind ohne warme Wäsche, Kleidung und Beschuhung der rauhen Winterkälte und infolgedessen den schwersten Lungen-, Herz-, Haut-, Magen- und rheumatischen Leiden, wenn nicht der Todesgefahr selbst, ausgesetzt, um erstens als Krüppel heimzukehren und vor allem ihren Familien, dann auch dem Staate und der Gesellschaft Bürde zu werden.
Hievon könnten die frischen ca. 170 Gräber am hierorts neuerrichteten Internierten-Friedhof sehr viel erzählen…
Obgeschilderter Zustand widerspricht auch den geltenden gesetzlichen Bestimmungen, wienach jeder Untersuchungshäftling und sogar jeder verurteilte politische Verbrecher das Recht auf ein anständiges Bett, auf eigene Bettwäsche, auf eigene Beköstigung, fachgemässe ärztliche Pflege im Spital, auf Bücher und Zeitschriften und verschiedene Genüsse und Bequemlichkeiten hat, welche sein Dasein auch im Kerker menschenwürdig zu gestalten geeignet sind. Uns wird hier auch diese bescheidene menschenwürdige Existenz versagt, und Leute, welche infolgedessen dem Tode preisgegeben werden, müssen sogar ohne Empfang der hl. Sacramente hinscheiden, da auch den Priestern die Möglichkeit hier benommen ist, selbe zu spenden. Diese letztere Wohltat wird sogar dem zum Tode Verurteilten nicht versagt.
So sehen unsere leiblichen Leiden aus, doch noch viel ärger die seelischen. Fern von der in Verzweiflung zurückgebliebenen Familie und dem gegen den Feind ungeschützt gebliebenen Heim, dem oft sehr schwer erworbenen Hab und Gut –, das wir plötzlich verlassen mussten, ohne es in Sicherheit bringen zu können, bringen wir die Zeit hier zu. All die Qualen, welche wir hiebei erdulden, lassen sich mit Worten gar nicht ausdrücken.
Die unserer Gesetzgebung fremde Institution der Internierung, welche das erste mal seit dem Bestande unseres Staates an uns experimentiert wird, ist zweifellos eine ausnahmsweise Massregel, welche einen bestimmten Zweck haben muss. Da die allermeisten von uns ohne Vorhalt irgend welchen konkreten strafbaren Handlung, vielmehr blos deshalb interniert wurden, weil uns angeblich eine staatsfeindliche Gesinnung zugemutet wird, was wir jedoch mit Entrüstung zurückweisen, so konnte der Zweck unserer Internierung kein anderer sein, als blos der, damit wir während des Krieges uns nicht auf den Kriegsgebieten befinden. Ausser den obbeschriebenen leiblichen und seelischen Quälereien gehärt zu diesen auch die Einschränkung unserer juristischen Handlungsfähigkeit, welche darin besteht, dass uns unsere Geldbeträge und Praeciosen abgenommen wurden, und wir mit denselben nicht frei walten dürfen. Diese unsere Rechtslage verletzt unsere durch die Staatsgrundgesetze gewährleisteten Rechte, welche durch den Kriegszustand keineswegs als aufgehoben gelten dürfen.
Wir, Kinder dieses Volkes, können und dürfen mit ruhigem und reinem Gewissen Eure Majestät versichern, dass unser ganzes ruthenisches Volk stets loyal und kaisertreu gewesen ist und es auch so ewig bleiben wird. Dies haben auch die bis nun schon durchgeführten mehrerehundert militärgeschichtlichen Erhebungen in klarster Weise dargetan, indem sie alle Verdächtigten vollauf rechtfertigt haben. Ein glänzendes Zeugnis in dieser Richtung hat unseren ungarnländischen Brüdern erst vor etlichen Wochen Seine Excellenz der ungarische Ministerpraesident Graf Tisza in seinen Schreiben an die ungarnländischen ruthenischen Bischöfe gegeben.
Der Grund unserer unverdienten Brandmarkung und Internierung lag im vorliegenden Falle unseres Erachtens bei weitem nicht in einem wohlbegründeten raison d’état, als vielmehr in einer persönlichen Animosität gewisser unserem Volke nicht gewogenen Kreise, welche die gegenwärtige politische Lage hierzu ausnützten, um zwischen dem Kaiserthrone und dem Ruthenenvolke eine Scheidemauer aufzustellen.
Unter den hier am Thalerhofe allein internierten siebentausend Ruthenen gibt es etwa 2000 Intelligente, Vertreter sämtlicher Standesklassen, so: Offiziere, etwa 400 römisch-katholische, griech.-katholische und griechisch-orientalistische Priester, Richter, Staats-, Landes- und Gemeindebeamte aller Dikasterien, Reichsrats- und Landtags-Abgeordnete, Aerzte, Advokaten, Hoch- und Mittelschulprofessoren, Lehrer, Notare, Apotheker, Ingenieure, Artisten, Grossgrundbesitzer, Studenten etc., darunter auch mehrere von Eurer Kaiserlichen und Königlichen Apostolischen Majestät mit Orden, Titeln, Würden und Anerkennung ausgezeichnete Männer.
Und könnten alle diese oder die mitinternierten Kinder im vorschulpflichtigen Alter oder jene über siebenzig –, ja sogar fünfundachtzigjährigen Greise und Greisinnen oder selbst Geisteskranke wirklich Verräter an ihrem vom ganzen ruthenischen Volke wahrlich vergötterten Kaiser sein? Bei weitem nicht! Sie, die bis nun in nicht selten hohen staatlichen und kirchlichen Stellungen jahrzehntelang redlich und treu dem Staate gedient hatten, sind jetzt unterbracht in aus leichtem und feuchtem Holzmateriale errichteten, allen möglichen Witterungsgebilden zugänglichen, der Gesundheit äusserst schädlichen Baracken, in denen auf sie tags- und nachtsüber von der Innenseite des Daches das Wasser ununterbrochen herabtropft, je zweihundertfünfzig Personen auf einer Fläche von 400m2 und haben auch kaum mehr Raum für ihre Ausgänge; sie schlafen hier auf verfaultem, am feuchten Erdboden ausgestreuten, von Ungeziefer wimmelndem Stroh, ohne jedwedes Bettzeug, ja selbst ohne Decken, sind ohne warme Wäsche, Kleidung und Beschuhung der rauhen Winterkälte und infolgedessen den schwersten Lungen-, Herz-, Haut-, Magen- und rheumatischen Leiden, wenn nicht der Todesgefahr selbst, ausgesetzt, um erstens als Krüppel heimzukehren und vor allem ihren Familien, dann auch dem Staate und der Gesellschaft Bürde zu werden.
Hievon könnten die frischen ca. 170 Gräber am hierorts neuerrichteten Internierten-Friedhof sehr viel erzählen…
Obgeschilderter Zustand widerspricht auch den geltenden gesetzlichen Bestimmungen, wienach jeder Untersuchungshäftling und sogar jeder verurteilte politische Verbrecher das Recht auf ein anständiges Bett, auf eigene Bettwäsche, auf eigene Beköstigung, fachgemässe ärztliche Pflege im Spital, auf Bücher und Zeitschriften und verschiedene Genüsse und Bequemlichkeiten hat, welche sein Dasein auch im Kerker menschenwürdig zu gestalten geeignet sind. Uns wird hier auch diese bescheidene menschenwürdige Existenz versagt, und Leute, welche infolgedessen dem Tode preisgegeben werden, müssen sogar ohne Empfang der hl. Sacramente hinscheiden, da auch den Priestern die Möglichkeit hier benommen ist, selbe zu spenden. Diese letztere Wohltat wird sogar dem zum Tode Verurteilten nicht versagt.
So sehen unsere leiblichen Leiden aus, doch noch viel ärger die seelischen. Fern von der in Verzweiflung zurückgebliebenen Familie und dem gegen den Feind ungeschützt gebliebenen Heim, dem oft sehr schwer erworbenen Hab und Gut –, das wir plötzlich verlassen mussten, ohne es in Sicherheit bringen zu können, bringen wir die Zeit hier zu. All die Qualen, welche wir hiebei erdulden, lassen sich mit Worten gar nicht ausdrücken.
Die unserer Gesetzgebung fremde Institution der Internierung, welche das erste mal seit dem Bestande unseres Staates an uns experimentiert wird, ist zweifellos eine ausnahmsweise Massregel, welche einen bestimmten Zweck haben muss. Da die allermeisten von uns ohne Vorhalt irgend welchen konkreten strafbaren Handlung, vielmehr blos deshalb interniert wurden, weil uns angeblich eine staatsfeindliche Gesinnung zugemutet wird, was wir jedoch mit Entrüstung zurückweisen, so konnte der Zweck unserer Internierung kein anderer sein, als blos der, damit wir während des Krieges uns nicht auf den Kriegsgebieten befinden. Ausser den obbeschriebenen leiblichen und seelischen Quälereien gehärt zu diesen auch die Einschränkung unserer juristischen Handlungsfähigkeit, welche darin besteht, dass uns unsere Geldbeträge und Praeciosen abgenommen wurden, und wir mit denselben nicht frei walten dürfen. Diese unsere Rechtslage verletzt unsere durch die Staatsgrundgesetze gewährleisteten Rechte, welche durch den Kriegszustand keineswegs als aufgehoben gelten dürfen.
Eure Majestät!
In Anbetracht all dessen wagen wir an die Stufen des Allerhöchsten Thrones Eurer Kaiserlichen und Königlichen Apostolischen Majestät in aller kindlichen Demut heranzutreten, Eure Majestät unserer steten und unwandelbaren Liebe und Verehrung, unserer Treue und Ergebenheit zu versichern und um allergnädigste Milderung unserer seelischen und leiblichen Leiden ehrerbietigst zu bitten, Eure Majestät geruhen allergnädigts in denjenigen Fällen, wo die militärgerichtliche Untersuchung andauert, eine allgemeine Abolition zu erteilen und eine endgültige, sofortige Versetzung auf freien Fuss aller derjenigen, die durch die k.k. Landwehr-Divisions-Gerichte bereits freigesprochen wurden, beziehungsweise derjenigen, gegen die das militär-gerichtliche Ermittlungs- und Untersuchungsverfahren eingestellt worden ist, anzuordnen, dass wir in unsere Heimat und auf unsere bisherigen Stellungen, wo wir dem lieben Vaterlande jahrzehntelang gewissenhaft gedient haben zurückversetzt, unseren hilf- und ratlos daheim zurückgebliebenen, allen Gefahren einer kriegerischen Zeit ausgesetzten, schutzlosen und verzweifelten Familien wiedergegeben werden, und das uns unverdient aufgedrückte Brandmal abgewaschen werde, auf dass wir alle in vollster Dankbarkeit für die uns huldvollst erwiesene Gnade bis ans Ende der uns von der göttlichen Vorsehung beschiedenen Tage für das Wohl Eurer Kaiserlichen und Königliche Apostolische Majestät, unserer allgeliebten und hochverehrten Kaisers sowie für Höchstteuer erlauchtes Kaiserhaus und für den Ruhm des geliebten Vaterlandes beten und Höchstihnen unser bestes Wissen und Können, unser Gut und Blut auch weiterhin widmen können. Gott erhalte, Gott beschütze Eure Kaiserliche und Königliche Apostolische Majestät! Thalerhof bei Graz, am 6. Dezember 1914.
Eurer Majestät allerergebenste und getreueste Untertanen:
[schwer lesbar]
In Anbetracht all dessen wagen wir an die Stufen des Allerhöchsten Thrones Eurer Kaiserlichen und Königlichen Apostolischen Majestät in aller kindlichen Demut heranzutreten, Eure Majestät unserer steten und unwandelbaren Liebe und Verehrung, unserer Treue und Ergebenheit zu versichern und um allergnädigste Milderung unserer seelischen und leiblichen Leiden ehrerbietigst zu bitten, Eure Majestät geruhen allergnädigts in denjenigen Fällen, wo die militärgerichtliche Untersuchung andauert, eine allgemeine Abolition zu erteilen und eine endgültige, sofortige Versetzung auf freien Fuss aller derjenigen, die durch die k.k. Landwehr-Divisions-Gerichte bereits freigesprochen wurden, beziehungsweise derjenigen, gegen die das militär-gerichtliche Ermittlungs- und Untersuchungsverfahren eingestellt worden ist, anzuordnen, dass wir in unsere Heimat und auf unsere bisherigen Stellungen, wo wir dem lieben Vaterlande jahrzehntelang gewissenhaft gedient haben zurückversetzt, unseren hilf- und ratlos daheim zurückgebliebenen, allen Gefahren einer kriegerischen Zeit ausgesetzten, schutzlosen und verzweifelten Familien wiedergegeben werden, und das uns unverdient aufgedrückte Brandmal abgewaschen werde, auf dass wir alle in vollster Dankbarkeit für die uns huldvollst erwiesene Gnade bis ans Ende der uns von der göttlichen Vorsehung beschiedenen Tage für das Wohl Eurer Kaiserlichen und Königliche Apostolische Majestät, unserer allgeliebten und hochverehrten Kaisers sowie für Höchstteuer erlauchtes Kaiserhaus und für den Ruhm des geliebten Vaterlandes beten und Höchstihnen unser bestes Wissen und Können, unser Gut und Blut auch weiterhin widmen können. Gott erhalte, Gott beschütze Eure Kaiserliche und Königliche Apostolische Majestät! Thalerhof bei Graz, am 6. Dezember 1914.
Eurer Majestät allerergebenste und getreueste Untertanen:
[schwer lesbar]
Translations
Metadata
- Main title
- Eure Kaiserliche und Königliche Apostolische Majestät! Allergnädigster Kaiser und Herr!
- Dating
- 06.12.1914
- Languages
- German
- Source
- Hlibovyc'kyj, Mykola: Eure Kaiserliche und Königliche Apostolische Majestät! Allergnädigster Kaiser und Herr! 1914.
- Source type
- Letter
- Inventory institution
- Steiermärkisches Landesarchiv
- Signature
- Statth. Präs. Thalerhofakten E91 1915
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