Der Makkabi

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Transcription (German)

Der Makkabi
schuf ein  L e i s t u n g s a b z e i c h e n  Geist – Körper und die Aufhebung des Gegensatzes. Ebenso alt, wie die Verhöhnung des reinen, unbeholfenen Geistmenschen durch den körperfrohen, naturnahen Jüngling, ebenso alt ist die Verachtung des nur körperbewußten, muskelstrotzenden Athleten durch den Geistigen. Aber ebenso gleichmäßig ist die Bewunderung  a l l e r  für  d e n Menschen, der in edelgebautem Körper die Kraft zu schönen Leibesübungen vereint mit einem hochstrebenden feingebildeten Geist. Nicht zwei Schichten von Menschen darf es geben unter uns: „Gladiatoren“ und „Stubenhocker“, sondern allgemein muß das Besrteben [sic!] sein, einen jüdischen Sportler heranzubilden, der Körperfreude mit Geisteshunger verbindet, der sich von der Müdigkeit des Muskels durch Anregung des Geistes und von der Ermüdung des Geistes durch Betätigung des Muskels erholt. Und der dies tut im Rahmen und in der Idee seiner  j ü d i s c h e n  G e m e i n s c h a f t !  Der all seine Körperkräfte einsetzt, um im sportlichen Kampf Lorbeeren für seine Gemeinschaft zu gewinnen und der die stillen Stunden dazu benutzt, sich mit dem Wissens- und Gedankengut seiner Gemeinschaft zu erfüllen.
Hat er das getan, dann winkt ihm als schönste Auszeichnung das Leistungsabzeichen. – Was muß der jüdische Sportler tun, um sich dieses Abzeichen zu erringen?
Fünf sportliche Uebungen der verschiedensten Art müssen |7| die umfassende Körperschulung erweisen, die von einem Allroundsportler verlangt wird.
Die Kenntnis der jüdischen Geschichte muß den Bewerber als gründend in der jüdischen Gemeinschaft erweisen. Die Kenntnis der jüdischen Renaissancebewegung erweist ihn als bewußt des Sinnes und der Zukunft der Gemeinschaft.
Hebräische Sprachkenntnisse müssen für ihn die Brücke schlagen zu jenem neu erblühenden Leben im alten Judenland, dessen Lage und Gestaltung er in all dem raschen Werden erfassen muß.
Und schließlich muß er geschult sein in der Kenntnis der  M a k k a b i b e w e g u n g, dieser Großen Sportbewegung einer sich regenerierenden jüdischen Gemeinschaft.
V i e l ! Wird so mancher bänglich sagen, der bislang ein anerkannter Sportsmann war, weil er den Fußball etwas treten konnte.
V i e l ? das stimmt: Aber am Ziel steht kein Sportfest, am Ziel steht der n e u e j u n g e j ü d i s c h e M e n s c h ! Das Makkabiabzeichen wartet. M a k k a b i m r ü s t e t K ö r p e r u n d G e i s t !
A.S. A.S. Dr. Adolf Sindler (1899–1965) war ein deutsch-jüdischer Arzt. Sindler wurde in Stanislau (heute Iwano-Frankiwsk, Ukraine) geboren und lebte seit 1903 mit seinen Eltern in Düsseldorf. Er studierte Medizin in Bonn, Münster und Köln und wurde 1922 zum Dr. med. und 1924 zum Dr. phil. promoviert. Sindler war maßgeblich an der Gründung des Makkabi Düsseldorfs beteiligt. Er engagierte sich im lokalen Ableger der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. 1927 eröffnete er eine Privatpraxis und ließ sich als Kinderarzt nieder. Nach der Machtübernahme widersetzte er sich erfolgreich dem Entzug seiner Zulassung, verlor jedoch letztlich die deutsche Staatsangehörigkeit sowie in diesem Zusammenhang auch seine Zulassung als Arzt. 1937 emigrierte Sindler nach Palästina. Im Alter von 66 Jahren verstarb er in Haifa.
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