Eine Anregung
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Transcription (German)
Meine Anregung geht nun dahin, daß alle Turnbrüder und Gesinnungsgenossen, die sich in den Etappen befinden oder die irgend dazu in der Lage sind, Zusammenkünfte vorbereiten oder Stammtische einrichten, damit die Frontsoldaten, im Falle sie an solche Orte kommen, wo sich Freunde befinden, sofort wissen, wohin sie sich wenden sollen, um sich einige Stunden in der Unterhaltung mit Gleichgesinnten erbauen zu können. Für alle Beteiligten kann dies nur von Vorteil sein. Die Treffplätze müßten wie die des K. J. V. in allen unseren Organen bekannt gegeben werden. Die Einrichtung darf aber nicht ein- |13| seitig werden, sondern sie müßte Treffpunkt für Turner, K. J. V-er, H. C.’er H. C.’er Gemeint ist wohl der K.C., der „Kartellconvent der Tendenzverbindungen deutscher Studenten jüdischen Glaubens“, der dezidiert nicht zionistisch orientiert war. , Blau-Weiße Blau-Weiße Die Blau-Weiß-Bünde waren Vereinigungen für Jüdisches Jugendwandern, die sich auf Initiative der Zionistischen Vereinigung für Deutschland ab 1912 auf lokaler Ebene gründeten, und sich ab 1913 deutschlandweit zusammenschlossen. Hier fanden die Mitglieder der Wandervogelbewegung, die in diesen Jahren aus den deutschen Vereinen, etwa dem Wandervogel oder dem Deutschen Bund ausgeschlossen wurden, eine Heimat. Obwohl Blau-Weiß sich bereits 1925/26 wieder auflöste, war er einflussreich für die Institutionalisierung der jüdischen Jugendbewegung in Deutschland. , für alle, die für ein jungjüdisches Volkstum arbeiten wollen, sein.
Georg Baer (J. T. V.,).Poznańdeu. PosenPoznań ist eine Großstadt im Westen von Polen und mit über 530.000 Einwohnern die fünftgrößte Stadt des Landes. Die Messe- und Universitätsstadt liegt in der historischen Landschaft Großpolen und ist zugleich Hauptstadt der heutigen gleichnamigen Woiwodschaft. Bereits in der Frühen Neuzeit ein bedeutendes Handelszentrum fiel die Stadt 1793 erstmals an das Königreich Preußen als Teil der neu gebildeten Provinz Südpreußen. Nach zwischenzeitlicher Zugehörigkeit zum Herzogtum Warschau (1807-1815) kam Posen nach dem Wiener Kongress erneut zu Preußen als Hauptstadt des neuen Großherzogtums Posen. Ab 1919 gehörte Poznań für zwei Jahrzehnte zur Zweiten Polnischen Republik, bevor die Stadt ab 1939 von der Wehrmacht besetzt und Teil des Reichsgaus Wartheland (dem sog. Warthegau) wurde. Die fast sechsjährige Besatzungszeit war geprägt durch die brutale Verfolgung der polnischen und jüdischen Bevölkerung einerseits, die zu Zehntausenden ermordet oder in Konzentrations- und Arbeitslagern interniert wurde, und der gezielten Neuansiedlung deutschsprachiger Bevölkerungsteile in Stadt und Umland andererseits. Anfang 1945 wurde Posen von der Roten Armee erobert und Teil der Volksrepublik Polen. Eines der wichtigsten Ereignisse der Nachkriegszeit war der gewaltsam niedergeschlagene Arbeiteraufstand im Juni 1956.
Dieser dankenswerten Anregung folgend bitten wir alle Turnbrüder, die dafür in
Betracht kommen, um Angabe von Treffpunkten. D. R. D. R. Abkürzung für „Die Redaktion"
Posen. Das gemeinsame Heim der zionistischen und nationaljüdischen Vereine
befindet sich Berlinerstr. 5 II. Hier in Garnison stehende oder durchreisende Freunde werden um ihren Besuch gebeten. Das Heim ist täglich von 2—11 nachmittags geöffnet.
Straßburg i. Els. Straßburg i. Els. Straßburg im Elsass : Dr. Leo Münz Dr. Leo Münz Der Mediziner Dr. Leo Münz wurde als Sohn eines gelehrten jüdischen Religionswissenschaftlers in Breslau geboren, er war sehr aktiv in der jüdischen Turnerschaft. 1934 machte er seine Alijah nach Erez Israel, wo er in Tel Aviv im Krankenhaus arbeitete und 1961 starb. Bürgerspital, Augenklinik.
In allen Garnisonen, in denen sich Vereine der jüdischen Turnerschaft befinden,
werden Turnbrüder und Gesinnungsgenossen dort herzliche Aufnahme finden. (Adr. s. hinten.)
Das Präsidium des K. J. V. hat uns in liebenswürdiger Weise die Veröffentlichung
seiner Treffpunkte gestattet und ladet alle Gesinnungsgenossen dazu ein:
An folgenden Orten des Kriegsschauplatzes finden regelmäßige Zusammenkünfte von K. J. V.- ern statt, oder es sind dort Bundesbrüder zu treffen. Da Feldadressen in Verbindung mit Ortsnamen nicht veröffentlich werden dürfen, bitten wir, die fehlenden Adressen beim K. J. V. zu erfragen.
Kriegsgerichtssekretär-Stellvertreter Richard Knoch am Gouvernementsgericht ist täglich zwischen 9—1 und 4—8. Rue de la loi 8, Zimmer 55 zu treffen.
Cambrai: Jeden zweiten Sonntag im Monat Deutsches Café. Feldhilfsarzt Max Preuß
kann für Unterkunft sorgen; er ist telephonisch zu erreichen.
Charleville: Jeden ersten Sonntag nachmittags 2 Uhr Unteroffizier-Heim, Rue de petit
bois 19 I. Leiter Zahnarzt Läufer, Zahnstation Clément 21, Telephon 8.
Douai: San.-Soldat Auerbach in Anishe bei Douai.
Gent: Unteroffizier Erich Gerechter, Lange Boomgartstraße 9, (Elektrische
Straßenbahn 2). Er kann auch für gelegentliche Unterkunft sorgen.
Gistel bei Ostende: Telegraphist Jacob Levy.
Liesse: Jeden Sonnabend nachmittags 4 Uhr im Soldatenheim. Leiter Dr. Hermann
Hofstein.
Lille: Jeden ersten Sonntag nachmittags 3 Uhr, Hotel Royal, Leiter Gefreiter Paul<br> Sulzberger Paul<br> Sulzberger Hierbei könnte es sich um den Rechtsanwalt, Verbandsfunktionär und überzeugten Zionisten Paul (Paltiel) Sulzberger (1892–1945) handeln, der von 1914 bis 1919 im Krieg teilnahm. Er war Vorstandsmitglied der Misrachi-Fraktion der Repräsentantenversammlung der jüdischen Gemeinde zu Berlin. Sulzberger setzte sich für den Gebrauch des Hebräischen ein und unternahm mehrere Buchreisen nach Palästina. 1939 nahm er am 21. Zionistenkongress in Genf teil und emigrierte im selben Jahr nach Palästina. in Roubaix.
Metz: Jeden ersten Sonntag im Café Astoria, Römerallee, nach-nachmittags 3 Uhr.
Leiter Dr. Wechselmann Dr. Wechselmann Hierbei könnte es sich um den Dermatologen Prof. Dr. Wilhelm Wechselmann (1860–1942) handeln, der in Ratibor (Oberschlesien) geboren wurde und an den Universitäten in Würzburg, Leipzig sowie in München Medizin studierte. 1882 wurde er zum Dr. med. promoviert und war u.a. von 1906 bis 1925 Direktor der Dermatologischen Abteilung am Rudolf-Virchow-Krankenhaus (heute Teil der Charité) in Berlin. Er vestarb 1942 in seiner Berliner Wohnung. , Elsässerstr. 10, Feldunterarzt Wollenberg Feldunterarzt Wollenberg Hierbei könnte es sich um Dr. Robert Wollenberg (1862–1942) handeln, der in Pelplin (Westpreußen) geboren wurde und in Königsberg sowie Leipzig Medizin studierte. Er war Psychiater und u.a. Professor der Psychiatrie und der Neurologie in Preußen und Straßburg. , Lazarett 3. |14|
Rethel: Oberapotheker Arthur Levinsohn im Feldlazarett Chateau Porcien. In der Nähe
von Rethel. (Telephon.)
Straßburg i. Els.: Trainreiter Robert Gideon, Cölner Ring 26.
Thiaucourt: San.-Soldat Ernst Tryfus, Valenciennes: Jeden ersten und dritten Sonntag.
Leiter San. Vizefeldwebel Adolf Strauß und Feldunterarzt Hans Breslauer, die im Lazarett Lycee jederzeit zu treffen sind.
Bukarest: Dipl.-Ing. Mathias Wechsler, Strada Lucatie 45 a. Bundesbruder Wechsler
ist nur zu den Mahlzeiten zu Hause.
Buzau: Unteroffizier Walter Ittmann.
Konstantinopel: Dr. Theodor Zlocisti, Chefarzt der 1. Expedition des Roten Kreuzes in
der Türkei, Italienisches Krankenhaus.
Riga: Bundesbrüder und andere Gesinnungsgenossen sind gern gesehen bei den
Familien Friedender, Antonienstr. 8 und Dolgupolski Gogolstraße 9.
Warschau: Feldunterarzt Ernst Sklarz, Warschau, Festungslazarett 1.
Zosle Kreis Koszedary: Jeruchom Blumberg.
Metadata
- Main title
- Eine Anregung
- Datierung
- February 1918
- Languages
- German
- Source
- Baer, Georg: Eine Anregung. In: Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport. Organ der jüdischnationalen Jugendbewegung, Dritte Kriegsnummer Februar1918. p. 12-14.
- Source type
- Zeitungsartikel
- Inventory institution
- Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg
- Copyright (Comment)
- CC BY-NC-SA 4.0
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