The Kievlyanin on Russian-Imperial Manifestations on the Occasion of the War in Kyiv

The Kievlyanin, the most important newspaper of Little Russian orientation in Kyiv, describes how “Russian” (i.e. without distinguishing between “Great Russian” and “Little Russian” actors) and Jewish demonstrations came together on the occasion of the outbreak of war.

Transcriptions

Transcription (Ukrainian)

Кіевъ, 22-го Іюля 1914 г.
Сегодня Кіевъ быль свидѣтелемъ поистинѣ знаменательнаго зрѣлища. На главшой улицѣ города съ двухъ сторонь навстрѣчу другъ другу подвигалнсь двѣ огромныя волны народа. Эти двѣ стихіи сомкнулись у памятннка незабвеннаго Столыпина и вмѣстѣ, запрудивъ широкую улицу оть края до края, въ числѣ свыше десяти тысячъ человѣкъ подошли къ памятинку Царя-Освободителя.
Это величественное зрѣлище было полно глубочайшаго смысла и значенія не только потому, что такъ многочисленна была толпа народа и что такъ силенъ былъ ея ентюзіазмъ, но еще и потому, что толпа народа, продви­нувшаяся со стороны Крещатика, была почти исключительно еврейская.
Эта еврейская манифестація, оcѣненная трехцвѣтными знаменами, пред­шествуемая еврейскимъ духовенствомъ, несущимъ портреты Государя Импера­тора и Его Семьи, сошлась у памят­ника Столыпина съ такой же процес­сіей — русской.
Эти двѣ стихіи, еще вчера другъ другу враждебныя, слились въ одно человѣческое море и вмѣстѣ у подно­жія Царя-Освободителя выразили во­лновавшія ихъ души чувства несмолкаемыми кликами въ честь Государя Императора, несмолкаемыми пожела­ніями побѣды русской арміи.
Какимъ образомъ это случилось? Какимъ образомъ это могло слу­читься?
Вчера еще эти люди свирѣно враж­довали другъ съ другомъ. Вчера еще еврей упрекали русскихъ за то, что ихъ душатъ и гонятъ, а русскіе „го­нители“, сами чувствуя себя въ по­ложеніи гонимыхъ, укоряли евреевъ за то, что они отымаютъ у нихъ ку­сокъ хлѣба, котораго у нихъ и са­мыхъ мало. И казалось, что нѣть ни­чего на свѣтѣ такого, что бы могло примирить этихъ людей, казалось, что между ними все кончено и что лютая ненависть будетъ горѣть во вѣки вѣковъ.
[…]
Мы переживаемъ поистинѣ роковое время. Чуть ли не всѣ народы земли раздѣлились на два огромныхъ стана, которыя идутъ другъ на друга. Два Ангела ведутъ эти полчища. Одинъ изъ нихъ — ангелъ зла, весь за­кованный въ желѣзную броню, пре­зирающій право, жалость и справед­ливость, воспѣвающій торжество ничѣмъ не прикрытаго произвола.
Другой Ангелъ—это тотъ Ангелъ, который посланъ Богомъ усмирить изступленную гордыню желѣзнаго ко­лосса. Этотъ Ангелъ защищаетъ все то лучшее и чистое, что въ безконеч­ныхъ мукахъ родило человѣчество.
И вотъ почему всѣ народы Россіи, забывши вражду, молятъ Бога о нис­посланіи побѣды русскому оружію.
Для обузданія зла поднять русскій мечъ.

Translations

Translation (German)

Kiev, 21. Juli 1914

Heute war Kiev Zeuge eines wahrlich erstaunlichen Spektakels. Auf der Hauptstraße der Stadt bewegten sich von zwei Seiten zwei gigantische Menschenmassen aufeinander zu. Diese beiden Ströme stießen am Denkmal für den unvergänglichen Stolypin aufeinander, füllten die weite Straße von einem Ende zum Anderen, und gingen in einer Zahl von über zehntausend Menschen auf das Denkmal des Zaren und Befreiers [Carja-Osvoboditelja] zu.
Das imposante Spektakel war von ganz tiefgreifendem Sinn und Bedeutung, nicht nur deshalb, weil diese Volksmassen so zahlreich waren, wie auch ihr Enthusiasmus stark war, sondern auch deshalb, weil diese Volksmassen, die von der Seite des Kreščatik1  vorrückten, fast ausschließlich jüdisch waren.
Diese jüdische Manifestation, geschmückt von dreifarbigen Fahnen, geführt von der jüdischen Geistlichkeit, Porträts des Herren Imperators und Seiner Familie tragend, verschmolz am Denkmal Stolypins mit einer ebensolchen Prozession – einer russischen.
Diese beiden Ströme, die einander noch gestern feindlich gegenübergestanden sind, vereinigten sich nun zu einem einzelnen Menschenmeer und manifestierten gemeinsam vor den Füßen des Zaren und Befreiers [Carja-Osvoboditelja] die ihre Seelen aufwühlenden Gefühle – mittels unablässiger Ehrenrufe für den Herren Imperator und unablässiger Siegeswünsche für die russische Armee.
Wodurch ist das passiert? Wodurch konnte das passieren?
Noch gestern waren diese Leute schwerstens miteinander verfeindet. Noch gestern beschuldigten die Juden die Russen dessen, sie zu unterdrücken und zu verfolgen, während die russischen „Verfolger“, die sich selbst in der Position Verfolgter sahen, die Juden dessen beschuldigen, dass sie ihnen das Stückchen Brot wegnahmen, das sie selbst zu wenig hatten. Und man sagte, dass es auf dieser Welt nichts geben würde, dass diese Leute hätte einander annähern können; man sagte, dass zwischen ihnen alles endgültig war und dass dieser wütende Hass alle Jahre brennen würde.
[…]
Wir erleben eine wahrlich schicksalshafte Zeit. Haben sich doch fast alle Völker dieser Erde in zwei große Lager aufgespalten, die gegeneinander ins Feld ziehen. Zwei Engel führen diese Lager. Einer von ihnen – der Engel des Bösen – ist ganz in eine eiserne Rüstung gehüllt, verachtet Recht, Mitleid und Gerechtigkeit, und besingt den Triumph einer durch nichts verhüllten Willkür.
Der zweite Engel – das ist der Engel, der von Gott gesandt ist, um den rasenden Stolz des eisernen Kolosses zu zähmen. Dieser Engel verteidigt all das, was gut und rein ist, das, was die Menschheit in endlosen Wehen gebar.
Und das ist, warum alle Völker Russlands, in Vergessen ihrer Feindschaft, zu Gott beten, er möge den russischen Waffen zum Sieg verhelfen.
Zum Trotz des Bösen erhebt sich das russische Schwert.

Footnotes

1.
Ukr. Chreščatyk – Hauptstraße der Kyjiver Altstadt.

Metadata

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