Newspaper article about the founding of the IFFTUS, September 17, 1910

Transcriptions

Transcription (German)

Berlin
Am Sonnabend, dem 17. September, wurde im Restaurant Tiergartenhof der „Jüdische Frauenbund für Turnen und Sport“ gegründet. Es soll zunächst in einer Frauen- und einer Schülerinnen-Abteilung geturnt werden. Die Gründung einer Nachmittagsabteilung für Erwachsene ist geplant. Die Leitung des Unterrichtes liegt in Händen von staatlich geprüften Turnlehrerinnen, die mit den Forderungen des modernen Frauenturnens vertraut sind und sie in weitesten Maße berücksichtigen werden. — Neben dem Turnen sollen auch andere Sportzweige  gepflegt werden. Florettfechten, Schwimmen, Schlittschuhlaufen und Tennisspielen gehören zu dem Programm des Bundes. Turnen und Sport sollen nicht nur um ihrer selbst willen betrieben werden, die Mitglieder sollen auch zu dem Bewußtsein gelangen, daß von der Erstarkung des Einzelnen die Kraft des jüdischen Volkes in Gegenwart und Zukunft abhängig ist. Sie sollen mit der Geschichte ihres Volkes bekannt gemacht und zur Teilnahme am modernen jüdischen Leben angesetzt werden. — Der Vorstand  des Jüdischen Frauenbundes für Turnen und Sport ist folgendermaßen zusammengesetzt: Frau Helene Fuchs geb. Paradies. staatl. gepr Turnlehrern, Vorsitzende: Helene Cohn , staatl. gepr. Turnlehrerin, Schriftführerin, W. 62, Kurfürstenstraße 118: Gertrud Levy, Vorsitzende der Propagandakommission. Die Frauenabteilung turnt vom 1. Oktober ab Mittwoch von ½ 9–10 Uhr abends in der Turnhalle, Schleswiger Ufer 10.  Die Schülerinnenabteilung beginnt mit dem Turnen am 1. November. Turnhalle und Zeit werden noch bekannt gegeben. — Die Nachmittagsabteilung für Erwachsene wird eröffnet, sobald sich genügend Teilnehmerinnen gemeldet haben. 

Metadata

Info section