Schluß jetzt!

(RJF bricht Reichsvertretungs-Vereinbarung)

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Transcription (German)

Schluß jetzt!
(RjF bricht Reichsvertretungs-Vereinbarung)
Als das Präsidium des Deutschen Makkabikreises Deutschen Makkabikreises Der Deutsche Makkabikreis war der Verband zionistischer Sportvereine in Deutschland und Teil des Makkabi-Weltverbands. Er kritisierte anfangs die Gründung des VINTUS, da diese als Schritt gegen den Zionismus gesehen wurde. In den 1920er Jahren war die Anzahl von Vereinen in dem Verband eher gering, da es nicht sehr viele zionistische Vereine in Deutschland gab. Außerdem versuchten viele große zionistische Vereine, sich deutschen Verbänden anzuschließen. Nach 1933 war der Makkabikreis einer der zwei erlaubten, jüdischen Sportverbände. Er organisierte verschiedene Sportveranstaltungen, z.B. Fußballspiele und Leichtathletikwettkämpfe. Während dieser Zeit gingen sehr viele Vereinsmitglieder ins Exil. Jugendliche wurden die größte Zielgruppe der Vereine im Makkabikreis. Nach den Novemberpogromen 1938 stellte der Makkabikreis seine sportlichen Aktivitäten ein. vor einigen Monaten die von der Reichsvertretung vorgeschlagenen Richtlinien zur Befriedung seiner Beziehung zum Sportbund im  RJF
Reichsbund jüdischer Frontsoldaten
also:
RjF
Der 1919 gegründete Reichsbund jüdischer Frontsoldaten (RjF) war eine Reaktion auf antisemitische Anfeindungen gegenüber den aus dem Ersten Weltkrieg zurückkehrenden jüdischen Soldaten. Obwohl ca. 85.000 jüdische Frontsoldaten am Krieg teilnahmen, von denen etwa 12.000 starben, wurde ihnen vorgeworfen, sie hätten sich vor dem Krieg gedrückt und somit die Niederlage Deutschlands verursacht. Der RjF informierte über die Leistungen jüdischer Soldaten und half ihnen, die gebührende Anerkennung zu erlangen. Darüber hinaus organisierte der RjF Selbstschutzeinheiten, um die jüdische Bevölkerung vor antisemitischen Angriffen zu schützen. Seine politische Einstellung war deutsch-national, und sein Presseorgan hieß „Schild“. Ab 1936 wurde dem RjF verboten, sich politisch zu engagieren. Zwei Jahre später wurde er aufgelöst.
 angenommen hatte, sind aus fast allen unsern Vereinen Zeitschriften [sic!, wahrscheinlicher: Zuschriften] an uns gelangt, die dieses Vorgehen als „kompromißlerisch“ bezeichnet haben. Man hat dem Präsidium vorgeworfen, daß das Startverbot aufgehoben würde, ohne daß in den einzelnen Fällen eine wirkliche Genugtuung erreicht worden wäre. Das Präsidium hat damals geglaubt, einer gesamtjüdischen Verantwortung zuliebe über diese Bedenken hinweggehen zu müssen, um den Frieden im jüdischen Sport Deutschlands wieder herzustellen. Das Startverbot wurde aufgehoben. Keine Zeile wurde mehr gegen den RJF in unserm Organ geschrieben.
Da erscheint plötzlich in einem „Am Scheideweg“ betitelten von Herrn Dr. Hans Wollenberg Dr. Hans Wollenberg Dr. Hans Heinrich Wollenberg (1893–1952) war ein deutsch-jüdischer Jurist, Redakteur und Filmkritiker. Der aus Oberschlesien stammende Wollenberg hatte Jura studiert, arbeitete aber seit den 1920er als Filmkritiker. Er war Redakteur und juristischer Berater der Zeitschrift „Lichtbild-Bühne“ (LBB) und war zudem seit Mitte der 1920er Jahre Filmproduktionsleiter einiger Stummfilme. Nach der Machtübernahme wurde er aus dem Verlag LBB entlassen. Wollenberg war als Chefredakteur der Wochenzeitschrift des RJF „Der Schild“ tätig, bis ihm das Redeverbot erteilt wurde. Zwischen 1938 und 1939 floh er über die Tschechoslowakei nach Großbritannien. Dort konnte er seit 1944 wieder als Filmkritiker arbeiten.   verfaßten Artikel ( Der „ Schild" 13. Jahrgang Nr. 23 v. 22. Juni 1934) folgender Satz:
„Man muß es sich vor Augen halten, was es heißen will, wenn der Zionismus heute selbst ein gemeinsames Sporttreiben seiner Männer und Frauen, seiner Jungen und Mädel mit solchen anderen Glaubensgenossen für unvereinbar hält, w e n n d i e s e s i c h i n k o m p r o m i ß l o s e r U e b e r z e u g u n g z u D e u t s c h l a n d i h r e m V a t e r l a n d b e k e n n e n".
(Sperrung von uns).
Dieser Satz stellt nicht nur die Höhe dessen dar, was sich der RJF bisher an Denunziationen geleistet hat, sondern ist von allen ein eklatanter Bruch mit der von ihm selbst vor der  Reichsvertretung
Reichsvertretung der deutschen Juden
Die Reichsvertretung der deutschen Juden wurde im September 1933 gegründet und war ein Zusammenschluss jüdischer Organisationen und Vereine als Gesamtvertretung des deutschen Judentums. 1935 musste die Vertretung ihren Namen in „Reichsvertretung der Juden in Deutschland“ umändern. 1939 wurde die Vertretung zu einer Zwangsorganisation umgeformt und erhielt den Namen „Reichsvereinigung der Juden in Deutschland“. Am 10. Juni 1943 wurde die Vereinigung aufgelöst.
 eingegangenen Vereinbarung. Abgesehen von der bewußten Diffamierung, die in dem in Fettdruck erschienenen Satz liegt, ist er inhaltlich völlig erlogen. Ueberall in Deutschland haben Sporttreffen gegen nicht-zionistische Sportler stattgefunden, was der Sportleitung des RJF sehr wohl bekannt war.
Die heuchlerische Haltung des RJF wird aber am besten dadurch entlarvt, wenn man daran erinnert, d a ß d e r R J  F a l s e r s t e r z i o n i s t i s c h e S p o r t l e r a u s s e i n e n R e i h e n   a u s g e s c h l o s s e n h a t, wie wir in Nummer 7 des Makkabi Makkabi Das Verbandsorgan „Der Makkabi" wurde seit 1925 vom Deutschen Makkabikreis herausgegeben. durch die Veröffentlichung des Briefes der Ortsgruppe Neustettin des RJF an die ausgeschlossenen zionistischen Sportler bekannt gegeben haben. Diesem am 24. Februar 1934 erfolgten Ausschluß war schon am 9. Februar das Verbot vorausgegangen, daß Mitglieder des RJF nicht Mitglieder des  Hechaluz
Hechalutz
also:
Hechaluz, HeHalutz, Der Pionier
Der Dachverband zionistischer Jugendorganisationen fungierte als Unterstützer und Organisator der jüdischen Einwanderung (Alija) nach Palästina. Die Ursprünge des Hechaluz lassen sich auf die Zeit der Pogrome von 1881 im Russischen Reich zurückführen.
 sein dürften.
Wir haben lange genug den Versuch gemacht, mit dem Sportbund des RJF in ein sportlich gutes Einvernehmen zu kommen. Wir haben immer wieder alles vergessen, was höhere und untere Instanzen gegen uns unternommen haben. Wir sind gegen den Willen der Mehrzahl unserer Mitglieder der Vereinbarung vor der Reichsvertretung eingegangen. Niemand kann uns aber verdenken, daß wir Menschen, die einen eben geschlossenen Vertrag sofort wieder brechen, nicht mehr vertrauen können.
Ein S t a r t v e r b o t gegen den RJF zu erlassen, v e r l o h n t n i c h t. 
Unser Makkabi-Sportbetrieb hat sich in allen Bezirken so eingespielt, daß unsere Vereine an sich schon wenig Termine mehr frei haben. Auch bedeuten die sportlichen Leistungen, die auf den RJF-Sportfesten in der letzten Zeit gezeigt wurden, an sich schon keinen Anreiz für unsere Sportler, mit solchen Gegnern sich zu messen. Nach den letzten Ereignissen wird aber kein Makkabi mehr auch nur den Wunsch haben, mit Sportlern des RJF in Berührung zu kommen. Wir wissen, daß unter ihnen vielen sind, die die Politik ihrer Leitung auf schärfste mißbilligen. Sie sind aber alle mitschuldig an der augenblicklichen Situation, weil sie diese Politik stets schweigend geduldet und dadurch unterstützt haben.
Wir sind immer bereit gewesen, mit jüdischen Sportlern gleich welcher Weltanschauung in sportliche Beziehung zu treten. Hier geht es aber nicht mehr um Anschauung, sondern um Anstand. Der RJF hat bewiesen, daß es ihm nicht möglich ist, sich an Vereinbarungen, selbst wenn sie vor der höchsten Instanz der deutschen Juden abgeschlossen wurden, zu halten. Für uns gibt es nur eine Antwort:
Schluß jetzt!
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