Tapfer kämpfende AHV verliert gegen Sokol im Finale des „Sport-Cup“

Ferdinand Eisfelder's match report from the German-language Jewish newspaper “Sport” offers a unique perspective on the exile community in Japanese-occupied Shanghai in 1943. The focus is on the final of the “Sport Cup,” which was contested between the local clubs AHV and Sokol, with Sokol winning 4-3.

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Transcription (German)

Tapfer kaempfende AHV verliert gegen Sokol im Finale des „Sport-Cup“
Das war ein Fussballsonntag so recht nach dem Herzen eines Sportfreunds! Herrliches Wetter, grosse Zuschauermassen. Kampf, Aufregung bis zur letzten Minute. Es war zweifellos der beste Fussballsonntag der letzten Wochen, und es gab bestimmt niemanden, der unbefriedigt vom Platz gegangen waere. Auch die A H V A H V Die AHV war die erfolgreichste unter den jüdischen Fußballmannschaften in Shanghai und gewann die Meisterschaft der Jüdischen Liga in den Saisons 1941/42, 1943/44 und 1944/45. Die Buchstaben AH standen Albert Lichtblau zufolge für „Alte Herren“, so dass die deutschsprachige Bezeichnung auf erfahrene Fußballer verweist, die bereits vor ihrer Flucht in Deutschland bzw. Österreich aktiv gewesen waren. Guggenheims Artikelverwendung legt nahe, dass die Abkürzung als Alte Herren Vereinigung aufgelöst werden kann. In einer Annonce vom Juli 1943 bezeichnete sich die AHV als Sektion des Jewish Recreation Club (JRC) und rief interessierte Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche zur Teilnahme an Gymnastik, Leichtathletik und Schwimmen auf. hat keinerlei Grund den Kopf hängen zu lassen, denn es ist keine Schande gegen eine solch gute Mannschaft wie Sokol Sokol Der Sokol war ein russischer Fußballverein in Shanghai, der vermutlich im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts im Geiste der national und panslawisch gesinnten, ursprünglich tschechischen Sokolbewegung entstand. Ab den 1930er Jahren spielte der Sokol in der ersten Division der lokalen Shanghai League. Im Laufe der Jahre kam es sehr oft zu Begegnungen des Sokol mit jüdischen Teams, sodass ihn der 1923 in Harbin geborene und später in Shanghai lebende Yaacov Liberman als deren „main rival“ bezeichnete. mit nur einem Tore Unterschied zu verlieren. Lange Zeit sah es sogar so aus als ob A H V den Cup Cup Der Pokal der Zeitung „Sport“ wurde dem Jewish Recreation Club 1943 von Ludwig Guggenheim gestiftet. Das erklärte Ziel war es, „die Saison bis zum Beginn der Meisterschaftschaftsspiele interessant und anregend zu gestalten“ (vgl.: Um den Cup des „Sport“. Ein vielversprechender Fußballwettbewerb, in: Sport 89 (1943), S. 1). Zur Teilnahme berechtigt waren die Vereine der ersten Spielklassen der Jüdischen Liga sowie zwei nichtjüdische Mannschaften aus der Shanghai League. Für 1943 waren zunächst ein skandinavisches und ein chinesisches Team angekündigt. Der Pokal wurde an vier aufeinanderfolgenden Sonntagen nach dem K.O.-System ausgespielt. nach Hause bringen würde denn nach ausgezeichnetem Spiel führten sie bereits nach 20 Minuten 2:0. Das erste Tor köpfte Tschaplizki auf eine hervorragende Leistung Sterns ein und nicht lange danach schoss Heinz Mayer nach einem wohlgelung###m Trick Sterns zum 2. Tor#e #ein. Bis dahin hatte A H V das bessere Spiel gezeigt und es sah ganz danach aus als wäre ihnen der Sieg nicht zu nehmen. Sokol kommt zwar nach dem 2. Tore erheblich auf aber die glänzende Form Mame Korns der ganz an seine früheren Tage erinnerte sowie Schussunfähigkeit der Sokolstürmer änderte bis zur Halbzeit nichts mehr.
Die zweite Halbzeit zeigte ein vollständig verändertes Bild. Angriff auf Angriff rollt auf das A H V Tor die den Fehler macht zu stark defensiv zu spielen und auch keine Luft mehr zu haben scheint. So gelingt es dem Halblinken Sokols sch#iesslich ein Tor aufzuholen u#d bald darauf ist es derselbe Spieler der zum Ausgleich einschiesst und wieder dauert es nicht lange da führt ein direkt verwandelter Freistoss zum Fü#rungstore für Sokol. A H V ist deprimiert und muss sich noch ein 4. Tor gefallen lassen. Noch einmal scheint A H V ein# Chance zu haben doch Tschaplizki schiesst einen 11 Meter an die Latte. Aber kurz darauf gelingt Heinz Mayer doch das dritte Tor. Noch einmal rafft sich A H V auf drängt stark aber es ist zu spät und an dem 4:3 Ergebnis ändert sich nichts mehr. Schiedsr. Spiegel leitete das äusserst faire Spiel korrekt.
A H V hatte seine besten Leute in Korn, Krämer, Litmanowitz und Heinz Mayer, während Engel erst in der 2. Halbzeit besser wurde. Wind und Müller liessen in der 2. Hälfte stark nach und vom Innenstrum[sic!] bekam man sehr wenig zu sehen.
Wenn das Publikum auch lieber gesehen hätte dass eine jüdische Mannschaft den Cup erringt so muss doch anerkannt werden dass in Sokol die beste Mannschaft Sieger wurde und zweifellos hat sich dieses Team durch ihr faires schönes Spiel viele Sympathien erworben.
Nach dem Spiele strömte alles zur Mitte um der Ueberreichung des „SPORT“ Cup durch den Leiter der jüd. Liga jüd. Liga Die Jüdische Fußballliga nahm Gestalt an, als 1938/39 zunehmend mehr fußballaffine jüdische Flüchtlinge aus Europa in Shanghai ankamen und innerhalb des bestehenden JRC neue Mannschaften bildeten. Ab der Spielzeit 1940/41 wurden fünf Meisterschaftssaisons abgeschlossen. Es gab drei Spielklassen sowie zusätzlich eine Jugendliga. Die Spiele fanden zunächst auf einem Sportplatz an der Kinchow Road statt, der bald für ein Schulgebäude geräumt werden musste. Ab November 1941 wurde der Sportplatz an der Chaoufoong Road zur neuen Spielstätte, deren Unzulänglichkeiten beständig Anlass zu Platzarbeiten gab. Herrn Ing. Defries beizuwohnen. Herr Defries dankte dem Herausgeber des SPORT Herrn Guggenheim für die Stiftung d. Cup , und bedankte sich bei beiden Mannschaften für das faire Spiel wobei er erwähnte, dass durch dieses Spiel die schon lange bestehende Freundschaft zwischen JRC JRC Der Jewish Recreation Club (JRC) wurde 1912 von russischen Juden in Shanghai gegründet, wo Fußball seit den 1870er Jahren verbreitet war. In die erste Spielklasse (Division) der Shanghai League stieg der JRC 1933 auf. Ab 1938 engagierte sich der Club bei der Betreuung der Flüchtlinge aus Europa, was zur Gründung einer eigenen jüdischen Liga führte. Möglichweise diente er als mutmaßlich einziger offizieller jüdischer Sportverein als eine Dachorganisation, innerhalb derer sich die einzelnen Mannschaften der Liga als Sektionen mit eigenen Namen formierten. Darauf deutet die Tatsache hin, dass die Vollversammlungen des JRC zugleich diejenigen der jüdischen Fußballliga waren. Außer für Fußball hatte der JRC auch Sektionen für Boxen, Tennis, Tischtennis, Handball, Hockey und Leichtathletik. und Sokol gefestigt worden sei. Ausserdem überreichte erA H V [sic!] den ebenfalls vom SPORT gespendeten Wimpel.
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