Hans May (Musik), Ernst Neubach (Text) / Erich Wolfgang Korngold (Musik), Paul Schott (Text) / Richard Resch (Tenor), Lutz Landwehr von Pragenau (Klavier)
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Die hier zu hörenden Lieder sind bis heute untrennbar mit einem aus der Bukowina stammenden Interpreten verbunden: dem im damals zur Habsburgermonarchie gehörenden
Davydivka
deu. Dawideny, ron. Davideni, rus. Davydovka, rus. Давыдовка, ukr. Давидівка

Das Dorf Dawydiwka (deutsch bis 1918 Dawideny) liegt ca. 40 km südwestlich von Czernowitz im heute ukrainischen Teil der Bukowina.

(heute Давидівка, Dawydiwka/Ukraine) geborenen Joseph Schmidt (1904–1942). Der Sohn orthodoxer Juden studierte ab 1925 Gesang in Berlin und wirkte seit 1929 in 38 Rundfunk-Opern des Berliner Rundfunks mit. Auch seine Schallplatten machten ihn zu einem der bekanntesten Sänger seiner Zeit. Seine Statur (Schmidt war 1,54 m groß) verhinderte zwar eine seiner kraftvollen Tenorstimme gemäße weltweite Bühnenkarriere, doch konnte Schmidt 1939/40 den Rodolfo in Giacomo Puccinis (1858–1924) La Bohème auf belgischen und finnischen Opernbühnen verkörpern. 
Die „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten beendete 1933 seine Karriere in Deutschland. Die folgenden Jahre verbrachte er als Emigrant in Österreich, Belgien und Frankreich, wo er 1940 als Deutscher zwangsinterniert wurde. Im Oktober 1942 floh Schmidt entkräftet in die Schweiz, kam als illegaler Flüchtling in ein Internierungslager und bemühte sich zunächst vergeblich um eine Arbeitserlaubnis. Er erkrankte, wurde unzureichend behandelt und starb im November 1942 im Alter von nur 38 Jahren an Herzversagen – nur einen Tag, bevor er seine Arbeitserlaubnis erhalten hätte.
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Das erste Stück, Ein Lied geht um die Welt, wurde ein großer Schallplattenerfolg und entstammt einem gleichnamigen Musikfilm, in dem Schmidt die Hauptrolle spielte. Die Berliner Filmpremiere am 9. Mai 1933 besuchte auch der NS-Propagandaminister Joseph Goebbels, der Schmidt schätzte und ihn zum „Ehrenarier“ ernennen wollte. Am folgenden Tag, dem Tag der Bücherverbrennung, verließ Schmidt jedoch NS-Deutschland. 
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Das zweite Lied, Glück, das mir verblieb, stammt aus Erich Wolfgang Korngolds (1897–1957) Oper Die tote Stadt und wurde für Schmidt gleichfalls zu einem Schallplattenerfolg. Korngold, wie Schmidt jüdischer Herkunft, emigrierte ebenfalls aus Österreich, hatte aber ein glücklicheres Schicksal und wurde in den USA ein gefeierter Filmkomponist und zweifacher Oscar-Preisträger.
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_Richard Resch studierte in Augsburg und Basel. Zahlreiche Konzerte und Rundfunkproduktionen führen ihn um die ganze Welt. Sein besonderes Augenmerk liegt auf der Alten Musik und der Pflege des Kunstlieds. Mit seinem Ensemble „Alerion“ veröffentlichte er 2021 die Debut-CD „Lachrymarium“. Eine Veröffentlichung von Schuberts „Winterreise" folgt bald. <www.richardresch.eu>{#2435}
Lutz Landwehr v. Pragenau (*1963) studierte Komposition an der Hochschule für Musik in München bei Wilhelm Killmayer. Zuletzt erhielt er 2020 den vom Via Nova Chor verliehenen Bayerischen Kompositionspreis. In seinen Werken setzt er auf eine radikale Aussöhnung mit traditionellen Mustern der tonalen Musik. Denn nur in der herkömmlichen, gewohnten Sprache erscheint es ihm möglich, die Eigenheit und Eigenart seiner Musik in Form von Abweichung und Diskontinuität darzustellen._

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